Nelken-Schwindling

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Nelken-Schwindling
2010-10-16 Marasmius oreades (Bolton) Fr 112276.jpg

Nelken-Schwindling (Marasmius oreades)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Schwindlingsverwandte (Marasmiaceae)
Gattung: Schwindlinge (Marasmius)
Art: Nelken-Schwindling
Wissenschaftlicher Name
Marasmius oreades
(Bolt. : Fr.) Fr.

Der Nelken- oder Feld-Schwindling (Marasmius oreades) ist eine Pilzart aus der Familie der Schwindlingsverwandten (Marasmiaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Farbtafel aus James Sowerbys „Coloured Figures of English Fungi or Mushrooms“ (1797)

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Der 2–6 cm breite Hut ist anfangs gewölbt, später flach ausgebreitet und oft stumpf gebuckelt. Er ist zäh, fleischig und kahl. Seine Farbe ist blass lederbräunlich bis -gelb, trocken blassen die Farben aus. Die Oberfläche ist feucht durchscheinend gerieft. Der Rand ist oft faltig. Die Lamellen sind blasser als der Hut, queraderig miteinander verbunden, dick und um den Stiel entfernt stehend. Der Stiel ist zäh, längsfaserig, fein weißflockig auf lederfarbigem Grund und misst 4–7 cm × 3–9 mm. Der Pilz duftet nach Gewürznelken mit Bittermandeln.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die breit elliptischen Sporen messen 7–10 × 5–6 Mikrometer.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten]

Der Nelken-Schwindling ist ein saprobiontischer Bodenbewohner, er kommt vor allem auf Wiesen, Weiden, auf Rasenflächen in Gärten und Parks sowie in grasigen Wäldern vor. Der Nelken-Schwindling ist ein häufiger Pilz, der oft in Hexenringen oder Reihen wächst. Das Myzel setzt während des Wachstums Stickstoffverbindungen frei, wodurch das umgebende Gras häufig besonders saftig-grün gefärbt ist.

Die Fruchtkörper des Nelkenschwindlings erscheinen in Mitteleuropa von Mai bis November.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Fruchtkörper des Nelken-Schwindlings (M. oreades) werden in der Küche gerne als Suppeneinlage verwendet.

Der Nelken-Schwindling gilt als guter Speisepilz, der gern als Würz- oder Suppenpilz verwendet wird. Durch seine Hexenringe und die durch die freigesetzten Stickstoffverbindungen entstehenden Flecken wird er teilweise als Schadpilz in Zierrasen betrachtet.

Quellen[Bearbeiten]

  • Svengunnar Ryman, Ingmar Holmåsen: Pilze: über 1.500 Pilzarten ausführlich beschrieben und in natürlicher Umgebung fotografiert. Bernhard Thalacker Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-87815-043-1
  • J. Breitenbach, F. Kränzlin (Hrsg.): Pilze der Schweiz. Mykologia, Luzern 1991, ISBN 3-85604-030-7 (Band 3)

Weblinks[Bearbeiten]

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