Nellingen

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Nellingen bei Ulm, für den gleichnamigen Ortsteil von Ostfildern siehe Nellingen auf den Fildern.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nellingen
Nellingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nellingen hervorgehoben
48.5419444444449.7913888888889684Koordinaten: 48° 33′ N, 9° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Gemeindeverwal-
tungsverband:
Laichinger Alb
Höhe: 684 m ü. NHN
Fläche: 35,78 km²
Einwohner: 1881 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89191
Vorwahl: 07337
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 084
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulplatz 17
89191 Nellingen
Webpräsenz: www.nellingen.de
Bürgermeister: Franko Kopp
Lage der Gemeinde Nellingen im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild
Luftbild Nellingen
Luftbild Oppingen
Luftbild Aichen

Nellingen, mit den Ortsteilen Oppingen und Aichen, ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis, etwa 20 km nord-westlich von Ulm.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Nellingen liegt auf der mittleren Kuppenalb, einem Teil der Schwäbischen Alb.

Natur und Landschaft[Bearbeiten]

Heidelandschaft bei Aichen
Alblandschaft bei Nellingen

Die Wacholderheiden bei Aichen sind besonders geschützt. Ein 49,9 Hektar großes Areal wurde am 20. Februar 1991 vom Regierungspräsidium Tübingen zum Naturschutzgebiet Mönchsteig erklärt. Die Heidelandschaft soll in ihrem typischen Erscheinungsbild mit der daran gebundenen extensiven Landwirtschaft als Schafweide erhalten und gepflegt werden. Von besonderem ökologischen Wert ist der Lebensraum der Magerwiesen mit ihren vielen geschützten Tier- und Pflanzenarten sowie der aufgelockerte, gegliederte Waldsaum mit den vielen, auf diese Struktur angepassten Vogelarten.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nellingen grenzt an folgende Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn von Norden): Geislingen an der Steige (Landkreis Göppingen), Amstetten, Lonsee, Dornstadt, Merklingen (alle Alb-Donau-Kreis), Bad Ditzenbach und Deggingen (Landkreis Göppingen)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Nellingen gehört der Weiler Aichen, der schon 1143 als Aichheim erwähnt wird. Aichen ist bekannt durch die Autobahnraststätte an der Bundesautobahn 8. 1975 wurde die Gemeinde Oppingen nach Nellingen eingegliedert.

Geschichte[Bearbeiten]

Nellingen wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Karl IV. verlieh 1372 das Marktrecht, sowie das Recht auf Stock und Galgen. In den Jahrzehnten vor und um 1400 kam Nellingen nach und nach in den Besitz der Freien Reichsstadt Ulm und gehörte mit dieser noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts einige Jahre zu Bayern.

Religion[Bearbeiten]

Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist evangelisch.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1975 wurde im Zuge der allgemeinen Gemeindereform die Gemeinde Oppingen nach Nellingen eingegliedert.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  •  ? bis ?: Hans Bollinger
  •  ? bis 1977: Stephan Allgöwer
  • 1977 bis 1993: Ernst Bühler
  • 1993 bis 2001: Rainer Schaller
  • seit 2001: Franko Kopp

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Am 19. Juli 2009 wurde Franko Kopp für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Andreas-Kirche
Viehmarkt 2002
Jakobi-Markt in Nellingen

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die spätgotische evangelische Andreas-Kirche besitzt eine noch immer gut erhaltene Holzdecke aus dem Jahr 1492 und Wandmalereien. Bemerkenswert sind auch die hochbarocken geschnitzten Türflügel.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der traditionelle Nellinger Jakobi-Markt findet jährlich am 25. Juli, oder falls dieser auf einen Sonntag fällt am Samstag davor, statt. Ein weiterer Höhepunkt ist auch bereits das traditionelle Bauernrennen um den Großen Preis von Aichen, welches immer im zweijährigen Rhythmus an den geraden Jahreszahlen Ende August stattfindet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Nellingen liegt zwischen Geislingen an der Steige und Laichingen direkt an der Bundesautobahn 8 StuttgartMünchen (Anschlussstelle Merklingen).

Die Gemeinde gehört dem Donau-Iller-Nahverkehrsverbund an. Die Buslinie 49 verbindet den Ort mit Ulm, die Linie 360 mit dem Bahnhof Geislingen (Steige) an der Filstalbahn Stuttgart–Ulm. Noch etwas näher, nämlich acht Kilometer nordöstlich von Nellingen, liegt der Bahnhof Amstetten (Württ) an der Filstalbahn. Von dort aus betrieb die Württembergische Eisenbahngesellschaft bis 1985 die Nebenbahn Amstetten–Laichingen. Die Züge hielten auch an den Bahnhöfen in Oppingen und Nellingen. Der schönste Teil der Meterspurbahn von Amstetten bis Oppingen ist heute Museumsbahn.

Das Albbähnle auf der Fahrt nach Oppingen

In dem Dreieck zwischen Nellingen, Amstetten und Oppingen befindet sich außerdem das Segelfluggelände Oppingen-Au, das von Motorseglern, einmotorigen Flugzeugen bis 2 t MTOW und Ultraleichtflugzeugen angeflogen werden kann.

Bildung[Bearbeiten]

In Nellingen befindet sich eine Grund- und Nachbarschaftshauptschule mit Werkrealschule. Rektor der Realschule war von 1985 bis 2011 der Schulbuchherausgeber und Schulbuchautor Norbert Simianer (von … bis – Geschichtsbuch für Realschulen). Weiterführende Schulen (Realschule, Gymnasium) sind in Laichingen und Geislingen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • v. Memminger, Beschreibung des Oberamts Blaubeuren, 1830. Reprint bei Horst Bissinger KG, Verlag und Druckerei, Magstadt, 1976, ISBN 3-7644-0007-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nellingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gesetzblatt für Baden-Württemberg, Jahrgang 1991, 205–207: Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet „Mönchsteig“