Nelly Naumann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nelly Naumann (* 20. Dezember 1922 in Lörrach als Thusnelda Jost; † 29. September 2000 in Freiburg im Breisgau) war eine deutsche Japanologin, die bedeutende Abhandlungen für die Japanforschung verfasst hat. Besonders zu erwähnen ist ihre Analyse japanischer Mythen im Zusammenhang mit dem Shintō. Ihr Wirken stand unter dem Einfluss der Wiener Schule der Kunstgeschichte.

Nach dem Abitur 1941 am Hebel-Gymnasium in Lörrach studierte sie Japanologie, Sinologie, Völkerkunde und Philosophie in Wien. Aufgrund des Krieges konnte sie erst 1946 ihre Dissertation „Das Pferd in Sage und Brauchtum Japans“ beenden und erhielt als erste Japanologin an der Universität Wien ihren Doktorgrad.

Bis 1954 lebte sie in Shanghai, danach war sie an der Bayerischen Staatsbibliothek in München tätig. Von 1966 bis 1970 folgten Lehraufträge im Fach Japanische Volkskunde in Bochum, Münster und Freiburg im Breisgau. 1970 stellte sie ihre Habilitation „Das Umwandeln des Himmelspfeilers“ fertig. Dem schloss sich bis 1985 die Professur für Japanologie in Freiburg an.

Nach ihrer Emeritierung verfasste sie weitere Schriften, u. a. „Die einheimische Religion Japans“ (Leiden 1988–1994) und „Die Mythen des alten Japan“ (München 1996).

Quellen[Bearbeiten]

  • Klaus Antoni, Maria-Verena Blümmel: In Memoriam Nelly Naumann. In: NOAG. 167–170 (2000/01), S. 7–14 (PDF-Datei; 185 kB). In: Asian Ethnology. Band 60, Nr. 1, 2001, S. 135–146 (Übertragung ins Englische, PDF-Datei; 211 kB).
  • Sepp Linhart: Erinnerungen an Nelly Naumann. In: Minikomi – Informationen des Akademischen Arbeitskreis Japan. Nr. 4/2000, S. 5 f. (PDF-Datei; 624 KB).
  • Nachruf der Gesellschaft für Japanforschung e.V. In: Japanforschung – Mitteilungen der Gesellschaft für Japanforschung e.V. Nr. 2/2000, S. 7 (PDF-Datei; 292 KB).

Weblinks[Bearbeiten]