Nepenthes (Mythologie)

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Nepenthes bezeichnet in der Odyssee ein Zaubermittel (pharmakon), das Helena von einer ägyptischen Königin erhalten hatte. Das Wort bedeutet „gegen Kummer" (ne = nicht, penthos = Kummer, Leid):

„Aber ein Neues ersann die liebliche Tochter Kronions:

Siehe sie warf in den Wein, wovon sie tranken, ein Mittel
Gegen Kummer und Groll und aller Leiden Gedächtnis.
Kostet einer des Weins, mit dieser Würze gemischet;
Dann benetzet den Tag ihm keine Träne die Wangen,
Wär' ihm auch sein Vater und seine Mutter gestorben,

Würde vor ihm sein Bruder, und sein geliebtester Sohn auch
Mit dem Schwerte getötet, daß seine Augen es sähen.
Siehe so heilsam war die künstlich bereitete Würze,
Welche Helenen einst die Gemahlin Thons Polydamna
In Ägyptos geschenkt. Dort bringt die fruchtbare Erde

Mancherlei Säfte hervor, zu guter und schädlicher Mischung;
Dort ist jeder ein Arzt, und übertrifft an Erfahrung
Alle Menschen; denn wahrlich sie sind vom Geschlechte Päeons.“

Homer: Odyssee 4.219-232 (Übersetzung Johann Heinrich Voß)

Es besteht die Vermutung, dass Nepenthes ein tatsächlich existierendes Opiat meinte (etwa Laudanum) oder sich auf Cannabis bezog.

Nepenthes findet sich auch in späterer Literatur wieder, beispielsweise in Edgar Allan PoesDer Rabe":

Ärmster“, rief ich, „sieh, Gott sendet seine Engel dir und spendet
Nepenthes, worinnen endet nun Lenor's Gedächtnis schwer [...]