Neptun Werft

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Neptun-Werft
Logo der Neptun Werft Rostock
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1850/1890
Sitz Rostock, MV, Deutschland
Mitarbeiter rund 480 (Februar 2014)[1]
Branche Schiffswerft
Website www.neptunwerft.de

Die Neptun Werft GmbH & Co. KG ist eine deutsche, in Rostock beheimatete Schiffswerft an der Warnow, die seit 1997 zur Meyer-Neptun-Gruppe gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Werbung der AG Neptun von 1913

Gegründet 1850 als „Schiffswerft und Maschinenfabrik von Wilhelm Zeltz und Albrecht Tischbein“, war sie unter ihrem Direktor Henry Eugen Johns 1890 in die Actien-Gesellschaft „Neptun“ Schiffswerft und Maschinenfabrik in Rostock[2] umgewandelt und aus den schwierigen Jahren herausgeführt worden. Unter Johns Nachfolger, dem jungen Vorstand Gerhard Barg, expandierte sie stark. Mehr als 1500 neue Schiffe wurden hier gebaut, noch mehr repariert und umgebaut. Der erste eiserne Schraubendampfer Deutschlands, die „Erbgroßherzog Friedrich Franz“ lief hier 1851 vom Stapel.

Ab 1927 gehörte die Werft zur Deutschen Schiff- und Maschinenbau Aktiengesellschaft.

Helling der Schiffswerft Neptun, 24. Juni 1985
Stapellauf 1969
Blick auf die Montagehalle der Werft, sie misst 180x45 Meter

Während des Zweiten Weltkriegs bildete die Neptun-Werft zusammen mit den Ernst Heinkel Flugzeugwerken einen Schwerpunkt der Rüstungsindustrie in Rostock, unter anderem wurden hier ab 1941 zehn U-Boote vom Typ VII C gebaut.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Werft in die Sowjetische Aktiengesellschaft SAG Neptun umgewandelt. In den Nachkriegsjahren wurden vorwiegend Reparationsleistungen für die Sowjetunion durchgeführt. Neben Schiffsreparaturen gehörten auch Neubauten von Hebeschiffen und Loggern zu diesen Leistungen. 1953 wurde aus der SAG ein Volkseigener Betrieb und die Werft hieß ab diesem Zeitpunkt VEB Schiffswerft Neptun. Die Werftanlagen wurden bis 1989 ständig erweitert, zuletzt erstreckten sie sich vom Kabutzenhof bis nach Bramow. Zur Wende hatte die Werft über 7000 Beschäftigte. Zur Schiffswerft Neptun gehörten eine Reparaturwerft für militärische Schiffe in Gehlsdorf, ein Betriebsteil im Patriotischen Weg, eine KfZ-Werkstatt in der Budapester Straße sowie der Betriebssportplatz „Rote Erde“ an der Hans-Sachs-Allee. Es wurden Frachtschiffe, Fischlogger, Hebeschiffe, Feuerlöschboote, Fähren, Schlepper, Eisenbahnfährschiffe, Forschungsschiffe, Schwimmkräne, Eimerkettenschwimmbagger, RoRo-Frachter und Mehrzweckcontainer-Frachter gefertigt.[3]

Nach der deutschen Wiedervereinigung gehörte die Werft zum Bremer-Vulkan-Verbund und musste 1991 auf Grund von EU-Beschränkungen den Schiffsneubau einstellen. 1993 erfolgte die Umfirmierung zur „Neptun Industrie Rostock GmbH“, 1997 wurde das Unternehmen Teil der Meyer-Werft-Unternehmensgruppe.

Neptun-Werft von der Warnow aus gesehen, im Juli 2009

Seit 2001 werden auf der Neptun-Werft am neuen Standort weiter Warnow-abwärts wieder Schiffsneubauten durchgeführt: dies bezieht sich jedoch im Wesentlichen auf lange Flusskreuzfahrtschiffe wie die A-Rosa Bella oder die Viking Longships[4], denn diese unterliegen nicht den EU-Beschränkungen für den Schiffsneubau. Im Jahr 2011 wurde auch die Doppelendfähre Schleswig-Holstein für die Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH gebaut, die diese im nordfriesischen Wattenmeer einsetzt.

Seit 2014 ist die Werft eine GmbH & Co. KG

Weiterhin konzentriert man sich auf Modernisierung und Reparatur jedweder Art schwimmender Fahrzeuge sowie die Herstellung von schiffbaulichen Ausrüstungskomponenten. Dazu gehören zum Beispiel Bauteile für RoRo-Schiffe oder Luxusyachten sowie Fähranleger und Krane. Im März 2006 wurde der Firmenname von „Neptun Stahlbau GmbH“ in „Neptun Werft GmbH“ geändert.

Die Neptun Werft GmbH beschäftigt 480 Mitarbeiter; ungefähr die gleiche Anzahl Mitarbeiter sind bei den verschiedenen Zulieferunternehmen beschäftigt (Stand Februar 2014).

Ehemaliges Werftgelände[Bearbeiten]

Blick auf erhaltene Gebäude auf dem ehemaligen Werftgelände mit dem Kran

Das ehemalige Werftgelände am Rande der Rostocker Innenstadt wird städtebaulich neu überplant und bebaut. Insbesondere Bürobauten und Wohnungen werden und wurden neu errichtet, nachdem viele Gebäude und Anlagen (wie die Helling sowie die Hochtrasse mit verschiedenen Versorgungsleitungen) abgerissen wurden. Die Hafenpromenade wird entlang der Warnow über das Grundstück hinweg Richtung Warnemünde fortgesetzt. Ein verbliebener Kran steht unter Denkmalschutz und soll erhalten bleiben. Der Hochbunker ist ein kultureller Treffpunkt. Das ehemalige Klubhaus war nach einem Brand stark beschädigt und wurde 2011 abgerissen, da es nicht mehr genutzt werden konnte. Die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende große Schiffbauhalle wurde zu einem Einkaufsmarkt mit Parkplätzen umgebaut. Die Läden wurden als neues Gebäude in die (äußere) Hülle der Halle gesetzt, das südwestliche Hallenschiff wird als überdachter Parkplatz genutzt, so dass eine wetterunabhängige Zuwegung erreicht wurde.

Bekannte Schiffe und Baureihen der Werft (Auswahl)[Bearbeiten]

Museumsschiffe[Bearbeiten]

  • Kieler Sprotte, ex Ueckermünde, ex Walter, ex Großherzogin Alexandra (Baujahr 1905), Seebäderschiff, Kiel
  • Kronprinz, ex Undine, ex Kronprinz Wilhelm (Baujahr 1910), Seebäderschiff, Rostock.
  • Liekedeeler, ex Condor (Baujahr 1962), Frachtmotorschiff, Rostock

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Belegschaft. Neptun Werft, abgerufen am 15. Februar 2014.
  2. Neptun-Aktie von 1927
  3. horcom.de: Die maritime Umgebung Warnemündes: Neptun Werft., abgerufen 2. Januar 2009
  4. Viking bestellt sechs Flusskreuzer. In: Schiff & Hafen, Heft 4/2012, S. 8, Seehafen-Verlag, Hamburg 2012, ISSN 0938-1643

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neptun Werft Rostock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

54.09418611111112.108725Koordinaten: 54° 5′ 39″ N, 12° 6′ 31″ O