Nereto

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Nereto
Wappen
Nereto (Italien)
Nereto
Staat: Italien
Region: Abruzzen
Provinz: Teramo (TE)
Koordinaten: 42° 49′ N, 13° 49′ O42.8213.816944444444163Koordinaten: 42° 49′ 12″ N, 13° 49′ 1″ O
Höhe: 163 m s.l.m.
Fläche: 7,01 km²
Einwohner: 5.237 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 747 Einw./km²
Postleitzahl: 64015
Vorwahl: 0861
ISTAT-Nummer: 067031
Volksbezeichnung: Neretesi
Schutzpatron: Martin von Tours (11. November)
Website: Nereto
Blick auf Nereto

Nereto ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 5237 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Teramo in den Abruzzen. Die Gemeinde liegt etwa 20 Kilometer nordnordöstlich von Teramo und etwa 19 Kilometer ostsüdöstlich von Ascoli Piceno.

Geschichte[Bearbeiten]

Teilweise wird angenommen, dass der Ortsname griechischen Ursprungs ist. Belege gibt es dafür nicht. Um 1000 nach Christus wird hier eine Kirche errichtet.

Nach dem Kriegseintritt Italiens im Juni 1940 errichtete das faschistische Regime in Nereto ein Internierungslager (campo di concentramento). Es befand sich im Ortszentrum und bestand aus zwei privaten Wohnhäusern, der Casa Santoni und der Casa Lupini sowie aus einem landwirtschaftlichen Gebäude. In Nereto waren nur Männer interniert, zunächst italienische Oppositionelle, Angehörige der slawischen Minderheiten in den italienischen Grenzprovinzen und Jugoslawen aus den von Italien besetzten und annektierten Gebieten; später kamen ausländische Juden hinzu. Die Unterbringung in der „Casa Santoni“ erfüllte gewisse Standards; die anderen Gebäude waren jedoch mangels Heizung sehr kalt.

Mit Billigung des Lagerdirektors entfalteten die Internierten bescheidene kulturelle Aktivitäten; es fanden Konzerte und Fussballturniere statt. Nach dem Sturz des Faschismus im Juli 1943 wurden die italienischen Insassen entlassen, nicht aber die Slawen. Das Lager bestand auch unter dem RSI-Regime weiter. [2]

Mit dem Erdbeben 2009 wurden einige Gebäude in Nereto beschädigt oder zerstört.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nereto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Carlo Spartaco Capogreco, I campi del duce. L’internamento civile nell’Italia fascista (1940-1943), Torino 2004 (Einaudi), S. 219-220; Klaus Voigt, Zuflucht auf Widerruf. Exil in Italien 1933-1945 (Band 2), Stuttgart 1993 (Klett-Cotta), S. 68