Neroli

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Neroli, auch Neroliöl ist ein aus der Blüte der Pomeranze Citrus aurantium, seltener aus der Orange Citrus sinensis gewonnenes Destillat – ein ätherisches Öl.

Anbaugebiete[Bearbeiten]

Traditionell Sizilien zugeschrieben (Neroli soll seinen Namen der Legende nach von der sizilianischen Prinzessin Nerola erhalten haben, die diesen Duft überaus liebte), wird es heute vorwiegend in den Ländern des Maghreb, also Tunesien, Marokko und Algerien, aber auch in Spanien und in der Karibik angebaut.

Herstellung[Bearbeiten]

Aus einer Tonne Blüten wird etwa ein Kilogramm Neroli gewonnen. Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Es gibt auch die Möglichkeit der Extraktion mit organischen Lösemitteln wie Hexan, allerdings sollte dieses Produkt nicht in der Aromatherapie eingesetzt werden.

Als Neroliwasser wird das Hydrolat bezeichnet, das im Gegensatz zum Neroliöl kaum Terpene enthält.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Sicherheitshinweise
Name

Neroliöl aus Citrus Aurantium L.

CAS-Nummer

72968-50-4

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][3]
Gesundheitsschädlich Umweltgefährlich
Gesundheits-
schädlich
Umwelt-
gefährlich
(Xn) (N)
R- und S-Sätze R: 10​‐​38​‐​43​‐​51/53​‐​65
S: 24​‐​37​‐​61​‐​62

Bei Naturstoffen schwankt die Zusammensetzung, typischerweise besteht Neroli jedoch aus etwa 35 % Terpenen (Camphen, Pinen), 30 bis 35 % Terpenolen (v.a. Linalool, ferner Terpineol, Geraniol-Nerol und D-Nerolidol), 10 bis 11 % Ester sowie Aldehyden und Ketonen.

Verwendung[Bearbeiten]

  • Als wertvoller, natürlicher Bestandteil in Parfüms. Neroli ist im Duftprofil zart-blumig, frisch, süß, strahlend und lieblich. Es wird für die Herznote eingesetzt.
  • Neroli wird aufgrund seiner entspannenden und entkrampfenden, gleichzeitig jedoch auch anregenden Wirkung gerne für die Aromatherapie genutzt und sollte nicht mit dem Orangenschalenöl verwechselt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse. Aus diesem Grunde fehlen in aktuellen Artikelversionen gelegentlich die S-Sätze oder Quellen dafür; die vollständige EU-Kennzeichnung findet sich dann in Artikelversionen vor Dezember 2012.
  3. Datenblatt Neroliöl (PDF; 54 kB) bei Eramex Aromatics, abgerufen am 9. April 2013.