Neroth
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Vulkaneifel | |
| Verbandsgemeinde: | Gerolstein | |
| Höhe: | 470 m ü. NN | |
| Fläche: | 7,24 km² | |
| Einwohner: |
884 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 122 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 54570 | |
| Vorwahl: | 06591 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DAU | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 2 33 050 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Kyllweg 1 54568 Gerolstein |
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| Webpräsenz: | ||
| Ortsbürgermeister: | Egon Schommers | |
| Lage der Ortsgemeinde Neroth im Landkreis Vulkaneifel | ||
die Ruine Freudenkoppe bleibt unter Buchen verborgen.
Neroth ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an. Neroth ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Lage
Neroth liegt am Fuß des Nerother Kopfes zwischen Daun und Gerolstein im Naturpark Vulkaneifel. Es ist mit diesen Orten über Gemeindestraßen verbunden. Zudem hat Neroth Anteil an den Landschaftsschutzgebieten „Zwischen Uess und Kyll“ (östlicher Gemeindeteil) und „Gerolstein und Umgebung“ (westlicher Gemeindeteil).
[Bearbeiten] Geschichte
Neroth gehört, auch aufgrund seines Namens, zur Mittelalterlichen Rodeperiode, die um 1200 abgeschlossen war. Es wurde 1388 erstmals als Niederroth urkundlich erwähnt. Die dazugehörigen Siedlungsplätze Oberroth und Hundswinkel wurden wohl in der darauf folgenden Spätmittelalterliche Wüstungsperiode aufgegeben. Neroth war einst recht bedeutend, es hatte ein Hochgericht, an dem drei Herren, die von Daun, Ulmen und Merl Recht sprachen. Und die Nerother Burg war eine Anlage der bömischen später der Trierischen Fürsten.
- Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Neroth, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]
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[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat in Neroth besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Die zwölf Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[3]
[Bearbeiten] Wappen
Die Wappenbeschreibung lautet: „Zwischen einem durch Zinnenschnitt von Gold und Rot geteilten Schildhaupt und einem grünen Fünfberg, darin eine silberne Mausefalle, in Gold eine rote Waage“, als Reminiszenz an das Nerother Hochgericht.
[Bearbeiten] Öffentliches Leben
Bereits seit 1910 gibt es in Neroth eine Freiwillige Feuerwehr, die – wie oftmals im ländlichen Raum in Deutschland – durch die Einbindung der Bevölkerung einen wichtigen Bestandteil des öffentlichen Lebens einnimmt. Erst in viel späteren Jahren wurden die verschiedenen in Neroth existierenden Sportvereine gegründet.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Auf dem nahe gelegenen Berg Nerother Kopf befindet sich die Freudenkoppe, eine Burgruine mit in der Nähe liegender Mühlsteinhöhle. In dieser wurde in der Silvesternacht 1919/20 der Nerother Wandervogel gegründet.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Neroth
[Bearbeiten] Mausefallen
Die Eifel war im 19. Jahrhundert eine Landschaft großer Armut, auch verursacht durch die Realerbteilung, die die landwirtschaftliche Erwerbsgrundlage zusehends verkleinerte. Die Landwirtschaft war äußerst karg. Gewerbliche und handwerkliche Verdienstmöglichkeiten waren gering. Neroth war unter den Dörfern der Eifel insofern keine Ausnahme. Ein Teil der eingesessenen Dorfbevölkerung betrieb daher Nebengewerbe wie den Hausierhandel mit geschnitzten Löffeln oder Korbwaren. Bei einem weiteren, kleinen Teil handelte es sich um zugezogene und ortsfest werdende jenische Hausierhändler und Flickhandwerker. So waren die Voraussetzungen für den Einstieg in die handwerkliche Produktion und in den Vertrieb eines viel verlangten Gegenstands, der Mause- und Rattenfalle, gegeben, den ein damaliger Lehrer aus Neroth für die Menschen seines Dorfes als Ausweg aus der Existenznot um die Mitte des Jahrhunderts konzipierte.
Viele der ärmeren Bewohner – jenische und nichtjenische – betrieben in der Folge einen Hausierhandel mit Drahterzeugnissen, darunter Mausefallen. Im Ergebnis verbesserte sich die Lebenssituation vieler Familien deutlich. Hergestellt wurden die Drahtwaren hauptsächlich von Frauen in Heimarbeit. Die Männer verkauften die Fallen als fahrende Händler. Dabei gelangten die „Musfallskrämer“ bis weit über die Grenzen der heutigen Bundesrepublik bis nach Polen und in die tschechischen Republik. Die Hausierer benutzten zur Verständigung untereinander eine Geheimsprache, das Jenisch. Die zunehmende Industrialisierung erschwerte das Geschäft ab Beginn des 20. Jahrhunderts jedoch zusehends, bis es 1970 ganz zum Erliegen kam. Die hergestellten Drahtwaren konnten sich zu jeder Zeit mit industriellen Fertigprodukten messen oder waren sogar von höherer Qualität. Kennzeichen war der „aufgebundene Draht“. Das heißt, die Drähte wurden an Kreuzungspunkten mit einem feineren Draht umwickelt. Heute befindet sich in Neroth das Mausefallenmuseum[4] und dokumentiert die Arbeit und das einfache Leben der Mausefallenmacher.[5] Weiterhin existiert ein Buch und ein Dokumantarfilm zu diesem Thema.
[Bearbeiten] Tourismus
Seit den 1960er Jahren befindet sich in Neroth ein mittelgroßer Hotelbetrieb. Durch Kontakte des Nerother Musikvereins gehören dort niederländische Touristen zu den regelmäßigen Gästen.
Seit 2009 führen etliche Kilometer der 10. Etappe des neuen Eifelsteigs von Gerolstein nach Daun durch den Ort, wobei dieser ziemlich genau die Mitte der Etappe bildet. In der Folge wurde ein örtliches Restaurant mit wenigen Gästezimmern ebenfalls zu einem Hotel erweitert.
[Bearbeiten] Literatur
- Willi Steffens: Der Nerother Kopf. Heimatjahrbuch 1974. Weiss-Verlag, Daun 1974, S.40-41 (http://www.jahrbuch-daun.de)
- Siegfried Stahnke: Nerother Burg – Vergessene Burg? Heimatjahrbuch 1983. Weiss-Verlag, Daun 1983, S.47–53 (http://www.jahrbuch-daun.de)
- Siegfried Stahnke: Mausefallen aus Neroth. Heimatjahrbuch 1985. Weiss-Verlag, Daun 1985, S.145–147 (http://www.jahrbuch-daun.de)
- Werner Grasediek: Vom Steffelberg rollt das Feuerrad. Heimatjahrbuch 2003. Weiss-Verlag, Daun 2003, S.113–115 (http://www.jahrbuch-daun.de)
- Hildegard Ginzler: Die „Musfallskrämer“ aus der Eifel: Entwicklung des Drahtwarengewerbes in Neroth als Beispiel für Selbsthilfe in einer Mittelgebirgsregion. Gesellschaft für Volkskunde Rheinland-Pfalz, Mainz 1986, ISBN 3-926052-00-7
- Hildegard Ginzler: Die Mausefallenmacher. Rheinland-Verlag, Köln 1989, ISBN 3-7927-1111-7 ISBN 3-7927-1111-0 (formal falsche ISBN)
- Peter Honnen: Geheimsprachen im Rheinland. Eine Dokumentation der Rotwelschdialekte in Bell, Breyell, Kofferen, Neroth, Speicher und Stotzheim. In: Rheinische Mundarten. 2 Auflage. Bd. 10, Rheinland-Verlag, Köln 2000, ISBN 3-7927-1728-X, VI. Neroth, S. 156–174 (Mit einer CD).
- Wolfram Windolph: Nerother Jenisch: Schriftliche Quellen und Glossar. Harrassowitz, Wiesbaden 1998, ISBN 3-447-04044-0
[Bearbeiten] Weblinks
- Internetpräsenz der Ortsgemeinde Neroth
- Privat geführte Website zur Ortsgemeinde Neroth
- Neroth auf der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
- ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
- ↑ Mausefallen-Museum
- ↑ Museen in der Eifel bringen sich neu in Position, Artikel der Landesregierung vom 8. April 2009
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