Nesactium

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Mauerreste von Nesactium

Nesactium war eine antike Stadt auf der Halbinsel Istrien. Ihr Ursprung geht auf das Volk der Istrier zurück. Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. war Nesactium eine römische Stadt. Während der Slaweneinfälle des 7. Jahrhunderts n. Chr. wurde sie aufgegeben.

Die Stadt liegt auf einem Hügel im Südosten Istriens in der Nähe der Budava-Bucht beim Ort Vižače 10 Kilometer östlich von Pula. Die Ausgrabungsstätte ist heute als archäologischer Park zu besichtigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Prähistorisch/römische Stadtmauer und Tor.

Nesactium war schon in der Bronzezeit (1200 v. Chr.) besiedelt. Der Ort gehörte zu den für die Region typischen castellieri, kleinen befestigten Dörfern. Die älteste Befestigung, eine ohne Mörtel aus Bruchsteinen aufgeführte Mauer hatte eine Länge von 800 Metern. Aus den einheimischen Vorläufern entwickelte sich ungefähr zwischen 1000 und 800 v. Chr. die eisenzeitliche Kultur, die den Istriern zugeschrieben wird.

Aus der vorrömischen Zeit sind die Überreste eines Tores und der Befestigung sowie eine Nekropole mit über 250 Gräbern erhalten. Die Beigaben, Keramik und unterschiedliche Metallgegenstände, weisen darauf hin, dass Nesactium weitreichende Handelsbeziehungen hatte: nach Griechenland, zu den Etruskern und in den Alpenraum.

Im frühen 2. Jahrhundert v. Chr. war Nesactium der Zentralort der Istrier. Unter Führung Königs Epulo verteidigten sie 177 v. Chr. die Stadt lange aber letztlich erfolglos gegen die Römer. Nach dem Fall wurde diese von den Römern zerstört, bald darauf aber wieder besiedelt.

Das neue Nesactium wurde als unbefestigte römische Stadt angelegt. Es gab ein Forum, drei Tempel und Thermen. Die Stadt hatte den Status eines Munizipiums. Als im 4. Jahrhundert n. Chr. die Macht des Römischen Reiches verfiel, wurde Nesactium wieder befestigt. Zur gleichen Zeit verbreitete sich das Christentum. Die Mauerreste einer frühchristlichen Kirche aus jener Epoche wurden bei den Ausgrabungen ebenfalls gefunden. Als die Slawen im 7. Jahrhundert in Istrien einfielen, wurde Nesactium zerstört und aufgegeben.

Die Erforschung der Ruinenstätte begann mit Ausgrabungen in den Jahren 1902 - 1904. Die meisten Funde werden im Archäologischen Museum Istriens in Pula aufbewahrt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Titus Livius: Ab urbe condita XLI, 2, 4-16.
  • Mihovilić, Kristina und Matijasić, Robert: Nesactium. (Nr. 7 der Serie Monumenti storico-culturali dell’Istria). Pola 1998. ISBN 953-6153-09-2
  • Mihovilić, Kristina: Nezakcij. Prapovijesni nalazi 1900 – 1953 (Nesactium. Prehistoric finds 1900 - 1953.) Pula 2001. ISBN 953-6153-15-7
  • Mihovilić, Kristina: Nezakcij. Nalaz grobnice 1981. Pula 1996. ISBN 953-6153-01-7
  • Guido Rosada (Hrsg.): Oppidum Nesactium. Una città istro-romana. 1999, ISBN 88-87061-56-4,
  • Kaspar, Hans-Dieter und Elke: Istrien - eine archäologische Entdeckungsreise, Schonungen 2005, ISBN 3-925696-18-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nesactium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

44.91666666666713.969722222222Koordinaten: 44° 55′ 0″ N, 13° 58′ 11″ O