Nettersheim
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Köln | |
| Kreis: | Euskirchen | |
| Höhe: | 470 m ü. NN | |
| Fläche: | 94,35 km² | |
| Einwohner: |
7.687 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 81 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 53947 | |
| Vorwahlen: | 02486, 02253 (Bouderath), 02440 (Buir, Frohngau, Tondorf), 02484 (Pesch) | |
| Kfz-Kennzeichen: | EU | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 66 032 | |
| NUTS: | DEA28 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Krausstraße 2 53947 Nettersheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Wilfried Pracht (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Nettersheim im Kreis Euskirchen | ||
Die Gemeinde Nettersheim ist eine kommunale Gebietskörperschaft im Kreis Euskirchen im Südwesten des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie wurde am 1. Juli 1969 auf Grund des Gesetzes zur Neugliederung von Gemeinden im Landkreis Schleiden[2] aus den bis dahin zum Teil selbständigen Gemeinden Bouderath, Buir, Engelgau, Frohngau, Holzmülheim, Marmagen, Nettersheim, Pesch, Roderath, Tondorf und Zingsheim gebildet. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Zingsheim. Die Gemeinde Nettersheim ist seit 1990 Bundeshauptstadt des Naturschutzes und unterhält in Nettersheim das Naturzentrum Nettersheim und das Holzkompetenzzentrum Nettersheim.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Pfarrkirche
Nettersheim hat eine katholische Pfarrkirche, die dem heiligen Martin von Tours geweiht ist.[3] Vielleicht gab es schon um 800 in der Nähe der heutigen Pfarrkirche auf dem alten Friedhof eine Kapelle, die dem Schutzheiligen des Frankenreiches Martin geweiht war.[3]
Es ist aus dem Jahre 1536 überliefert, dass die Nettersheimer Kapelle zur Pfarre Zingsheim gehörte.[4] Erst 1705 wurde Nettersheim selbständige Pfarre und die Kapelle Pfarrkiche.[4] 1785 wurde der Bau einer neuen Kirche abgeschlossen.[5] In den Jahren 1966 und 1968 wurde sie durch zwei Seitenschiffe erweitert und hat seitdem 400 Sitz- und 100 Stehplätze.[5]
[Bearbeiten] Geografische Lage
Die Gemeinde Nettersheim liegt im Deutsch-Belgischen Naturpark Nordeifel. Köln und Aachen sind jeweils etwa 60 Kilometer entfernt, Trier liegt in etwa 100 Kilometer Entfernung. Die Erft entspringt im Gemeindeort Holzmülheim.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Die Gemeinde Nettersheim besteht aus den folgenden Ortsteilen:
Nachbargemeinden sind Dahlem, Hellenthal, Kall, Mechernich, Bad Münstereifel, Hümmel und Blankenheim (Ahr)
[Bearbeiten] Archäologie
Auch in der Steinzeit wurde die Gemarkung Nettersheim von Menschen aufgesucht, wie der Fund von zwei Steinbeilen belegt.[6]
In der Gemarkung Nettersheim befinden sich zahlreiche archäologische Bodendenkmäler. So befindet sich einige Kilometer nördlich des alten Ortskerns im Urfttal am Grünen Pütz die am weitesten von Köln entfernte Quellfassung der römischen Eifelwasserleitung mit vorbildlich rekonstruierter Brunnenstube.[7]
Etwa einen Kilometer südlich des Ortes Nettersheim wird seit 2009 ein römischer vicus archäologisch untersucht. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um den vicus Marcomagus. Zu dem an der Römerstraße Trier-Köln gelegenen vicus gehören auch die Görresburg, ein gallorömischer Tempelbezirk, und der sogenannte Steinrütsch.[8]
Aber auch Überreste der Römerstraße Trier-Köln, die die Gemarkung von Süden nach Norden durchlief, können erwandert werden.[9]
Auch in den übrigen Gemarkungen der Gemeinde Nettersheim befinden sich Bodendenkmäler. Unter den Villae rusticae - das waren römische Gutshöfe - ist besonders die Villa rustica bei Roderath zu nennen, deren rekonstruierte Grundmauern (Hauptgebäude) heute touristisch erschlossen sind.[10] Auch an der Ahekapelle soll sich vermultlich eine Villa rustica befunden haben.[11]
Nahe Pesch befindet sich der aus der Römerzeit stammende Tempelbezirk Pesch.[12] Er liegt aber strenggenommen knapp außerhalb des Gemeindegebiets in der Gemarkung Nöthen, die zur Stadt Bad Münstereifel gehört. Die rekonstruierten Grundmauern eines kleinen gallorömischen Umgangstempels können auch in Zingsheim besichtigt werden.[13]
Aus der Frankenzeit stammen fränkische Gräberfelder auf dem Gemeindegebiet.[14]
Auch aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen einige Bodendenkmäler: In der Gemarkung Zingsheim können so auf dem Willenberg und dem Ottenberg heute noch Überreste von Bunkern und Flakstellungen besichtigt werden.[15] Bei Tondorf gibt es noch Überreste von Abschussbasen der V1.[16]
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Der Bahnhof Nettersheim liegt zentral im Ort an der Eifelbahn Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier (KBS 474). Es fahren:
- RE 12 „Eifel-Mosel-Express“ Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier
- RE 22 „Eifel-Express“ Köln–Euskirchen–Gerolstein mit Durchbindung nach Trier (RB 83)
- RB 24 „Eifel-Bahn“ Köln–Euskirchen–Kall–Gerolstein nur Mo-Fr im Berufsverkehr
Im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen wurde am 26. März 2010 das mechanische Stellwerk geschlossen und an das bereits im Januar 2006 erbaute elektronische Stellwerk (EStw) in Gerolstein angebunden. Seitdem ist der Bahnhof Nettersheim nicht mehr mit Bahnpersonal besetzt.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr
- für den RE 12 von der DB Regio Südwest, die Wendezüge aus fünf n-Wagen mit Vorspann Diesel-Lok der DB-Baureihe 218 für Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h und manchmal auch Triebwagen der Baureihe 628 in Dreifachtraktion einsetzt und
- für den RE 22 und die RB 24 von der DB Regio NRW, die Diesel-Triebwagen der DB-Baureihe 644 für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt.
Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der regionale Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg und der NRW-Tarif.
Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesautobahn 1 mit den Anschlussstellen Nettersheim (113) und Blankenheim (114) nahe dem Ortsteil Tondorf. Bei Zingsheim verläuft die A 1 über die 820 m lange Talbrücke Zingsheimer Wald.
In der Nachbargemeinde Dahlem befindet sich in etwa 10 km Entfernung der Verkehrslandeplatz Dahlemer Binz.
[Bearbeiten] Tourismus
Nettersheim ist für den sanften Natur- und Wandertourismus sowie ausgiebige Lauf- oder Fahrradtouren bekannt. Für Wohnmobilreisende steht ein Reisemobil-Stellplatz zur Verfügung.
Nettersheim bietet besonders für Gruppen und Schulklassen preiswerte Unterkunftsmöglichkeiten in einem Jugendgästehaus, auf einem Jugendzeltplatz und in einem Selbstversorgerhaus an.
Die Gemeinde ist mit dem Holzkompetenzzentrum Rheinland Partner der Europäischen Holzroute.
In Nettersheim beginnt der Römerkanal-Wanderweg entlang der Eifelwasserleitung bis Köln.
Siehe auch: Naturschutzzentrum Eifel
Durch den Ort führen die Radfernwege:
- Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um und durch den Nationalpark Eifel verläuft.
- Tälerroute, sie erschließt touristisch interessante Orte in Nordrhein-Westfalen auf familienfreundlicher Strecke.
[Bearbeiten] Literatur
- Mariola Hepa, Michelle Forrest und Savatore Ortisi: Neue Untersuchungen im vicus von Nettersheim. In: Jürgen Kunow (Hrsg.): Archäologie im Rheinland 2009. Eine Veröffentlichung des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2010. S. 38ff.
- Heinz Günter Horn: Agrippastraße Köln-Trier. Teilstrecke Nettersheim. Von Serpentinen, Tempeln und Wachstationen. 1. Auflage. J.P. Bachem Verlag, Köln 2011.
- Gerd-Uwe Knackstedt: Zwei neue Altfunde aus Nettersheim In: Jürgen Kunow (Hrsg.): Archäologie im Rheinland 1989. Landschaftsverband Rheinland, Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege. Rheinland-Verlag, Köln 1990. S. 38ff.
- Ursula Ibler, Ruth Plum, Imke Ristow: Archäologie in Nettersheim. Naturschutzzentrum Eifel. Führer durch die archäologische Ausstellung im Naturschutzzentrum Eifel und Darstellung der archäologischen Denkmäler. Herausgeber: Gemeinde Nettersheim. 1998.
- Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. Geschichte, Bauart, Ausstattung. Kall 2004.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden im Landkreis Schleiden vom 24. Juni 1969
- ↑ a b Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. 2004. S. 105.
- ↑ a b Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. 2004. S. 106.
- ↑ a b Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim. 2004. S. 107.
- ↑ Gerd-Uwe Knackstedt: Zwei neue Altfunde aus Nettersheim In: Jürgen Kunow (Hrsg.): Archäologie im Rheinland 1989. S. 38ff
- ↑ Klaus Grewe: Atlas der römischen Wasserleitungen nach Köln. Mit Beiträgen von Werner Brinker, Günther Garbrecht, Hansgerd Hellenkemper, Heinz-Otto Lamprecht, Horst D. Schulz, Edgar Thofern. Rheinland Verlag, Köln 1986, S. 38ff.
- ↑ Mariola Hepa, Michelle Forrest und Savatore Ortisi: Neue Untersuchungen im vicus von Nettersheim. In: Archäologie im Rheinland 2009. Herausgegeben durch Jürgen Kunow. Eine Veröffentlichung des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2010, S. 89 ff.
- ↑ Heinz Günter Horn: Agrippastraße Köln-Trier. Teilstrecke Nettersheim. Von Serpentinen, Tempeln und Wachstationen. 1. Auflage. J.P. Bachem Verlag, Köln 2011.
- ↑ Heinz Günter Horn: Nettersheim-Roderath: Römischer Gutshof. In: Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1987, S. 578f.
- ↑ Heinz Günter Horn: Agrippastraße Köln-Trier. Teilstrecke Nettersheim. Von Serpentinen, Tempeln und Wachstationen. 1. Auflage. J.P. Bachem Verlag, Köln 2011, S. 42 f
- ↑ Heinz Günter Horn: Bad Münstereifel-Nöthen: Römischer Tempelbezirk. In: Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1987, S. 342 ff.
- ↑ Heinz Günter Horn: Nettersheim-Zingsheim: Gallo-römischer Tempel. In: Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1987, S. 579 f.
- ↑ Ursula Ibler, Ruth Plum, Imke Ristow: Archäologie in Nettersheim. Naturschutzzentrum Eifel. Führer durch die archäologische Ausstellung im Naturschutzzentrum Eifel und Darstellung der archäologischen Denkmäler. Herausgeber: Gemeinde Nettersheim. 1998, S. 36 ff.
- ↑ Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise) (Deutsche Grundkarte im Maßstab 1:5000: Abfrage vom 23. Februar 2012)
- ↑ Alexander Kuffner: Zeitreiseführer Eifel 1933-1945. 2. Auflage Juli 2007. Helios-Verlag, Aachen, S. 105 f.
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der Gemeinde Nettersheim
- Naturpark Nordeifel
- Europäische Holzroute
- Römerbauten Nettersheim bis Mechernich
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