Netto Marken-Discount

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Dieser Artikel behandelt die Netto Marken-Discount AG & Co. KG. Für die NETTO Supermarkt GmbH siehe Netto (Handelskette). Für netto,- siehe Michael-Brücken-Kaufpark.
Netto Marken-Discount AG & Co. KG
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Rechtsform AG & Co. KG
Gründung 1928
Sitz Maxhütte-Haidhof, Bayern
Leitung Geschäftsführer
  • Manfred Karl
  • Claus Leitl
  • René Plasman
  • Martin Schnellinger
Mitarbeiter rd. 59.000 (24. Feb. 2014)[1]
Umsatz 11,3 Mrd. Euro (2012)[2]
Branche Lebensmitteleinzelhandel
Website www.netto-online.de

Die Netto Marken-Discount AG & Co. KG ist ein Lebensmitteldiscounter und Tochterunternehmen von Edeka mit Hauptsitz im bayerischen Maxhütte-Haidhof.

Netto Marken-Discount betreibt über 4.100 Filialen[1] und ist nach Aldi und Lidl der drittgrößte deutsche Discounter.[3] Die Zahl der Beschäftigten liegt bei rund 59.000.[1] Die Zahl der Auszubildenden wird mit etwa 6.900 angegeben.[4]

Aufgrund der Namensgleichheit der Märkte kann die Netto Marken-Discount AG & Co. KG (gelb-rotes Logo) leicht mit der kleineren Netto Supermarkt GmbH (gelb-schwarzes Logo) verwechselt werden. Sie haben keinerlei Verbindungen zueinander.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen von Michael Schels 1928 in Regensburg als Lebensmittel-Großhandel. Im Jahr 1971 wurde die erste eigene Einzelhandelsfiliale unter dem Namen SuDi (SuperDiscount) in Beilngries eröffnet, und es folgten bis 1983 weitere Filialen.

Das Netto-Discountkonzept wurde 1983 entwickelt und in Regensburg durch die erste Netto-Filiale umgesetzt. Die damals bereits bestehenden 50 SuDi-Filialen wurden bis 1990 sodann sukzessiv auf das neue Konzept umgebaut. Zu dieser Zeit eröffneten auch die ersten Märkte in Mittel- und Ostdeutschland, und eine neue Niederlassung in Guteborn bei Meerane wurde aufgebaut.

Ein neues Logistikzentrum entstand zwischen 1991 und 1992 in Ponholz in der Nähe von Regensburg direkt an der Autobahn 93. In den folgenden Jahren expandierte Netto Marken-Discount weiter; unter anderem durch die Übernahme von 126 ehemaligen PRIMA-Märkten. Weitere Niederlassungen in z.B. Worms, Hodenhagen, Dettingen am Albuch und Thiendorf entstanden. In den folgenden Jahren gingen bundesweit weitere Logistikzentren ans Netz (siehe Niederlassungen).

Filiale in Horn-Bad Meinberg
Eine 2007 in Pirna eröffnete Plus-Filiale wurde im Januar 2009 in eine Filiale des Netto-Marken-Discounts umgestaltet

Im November 2004 wurde Netto von der TIWI Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, einem Tochterunternehmen des Spar-Hauptaktionärs Les Mousquetaires-ITM Entreprises S. A. (Hauptmarke Intermarché), komplett übernommen. Netto wurde schließlich im April 2005 an EDEKA verkauft. Die genossenschaftlich organisierte EDEKA-Gruppe gehört zu den führenden Lebensmitteleinzelhändlern in Europa und ist Nummer eins in Deutschland.

Im Winter 2006/2007 übernahm Netto nach und nach den Discounter Kondi. Das Warensortiment in noch bestehenden Kondi-Märkten wurde bereits Anfang 2007 auf das Netto-Sortiment umgestellt.

Am 16. November 2007 wurde von EDEKA und Tengelmann die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Plus bekanntgegeben: Die Plus-Filialen sollten nach und nach in Netto-Filialen umgewandelt werden. Das Bundeskartellamt stimmte der Übernahme der Plus-Filialen durch EDEKA am 9. Dezember 2008 zu. EDEKA musste allerdings 379 Plus-Filialen an die Konkurrenz abtreten.[5] EDEKA hält 85 Prozent am Netto Marken-Discount, Tengelmann hat eine stille Beteiligung in Höhe von 15 Prozent.

Seit dem 1. Januar 2009 gehört Plus nun offiziell zum Netto Marken-Discount und damit zur EDEKA-Gruppe. Seit Mitte 2010 sind alle 2.300 Plus-Märkte in das Netto-Filialnetz integriert worden.

Nachdem das Unternehmen wiederholt wegen Lohndumpings und Unterschreitung der Tariflöhne öffentlich kritisiert worden war, kündigte es im April 2011 einen Mindestlohn für Aushilfen von 7,50 pro Stunde zuzüglich tariflicher Leistungen an.[6]

Im Mai 2013 führte Netto als erste Supermarktkette in Deutschland eine Möglichkeit zum Bezahlen mittels Smartphone-App ein.[7] Die Software „NettoApp“ ist dabei für die Plattformen iOS, Android und Windows Phone erhältlich und bietet neben dem elektronischen Bezahlen auch Funktionen zum Einlösen von Gutscheinen, Betrachten aktueller Prospekte und Suchen nahegelegener Filialen.[8]

2014 wurde ein Verfahren wegen illegale Schein-Werkverträge gegen eine Zahlung von 7,5 Millionen Euro eingestellt. Die Summe setzte sich zusammen aus den auf 4,4 Millionen Euro geschätzten Einsparungen bei den Löhnen und den sich daraus ergebenden 3,1 Millionen Euro Schaden, der dadurch den Sozialkassen entstanden war.[9]

Struktur[Bearbeiten]

Aus dem ursprünglich auf Bayern begrenzten Vertriebsgebiet haben sich seit Anfang der 1990er Jahre Aktivitäten in allen Bundesländern entwickelt. Durch die Übernahme der Plus-Märkte hat Netto sein Vertriebsgebiet auf ganz Deutschland ausweiten können.

Netto hat folgende auf Deutschland verteilte Niederlassungen:

  • Zentrale und Niederlassung Ponholz
Die zentrale Verwaltung von Netto Marken-Discount AG & Co. KG befindet sich seit August 1992 in Ponholz bei Regensburg. Hier sind der Sitz von Geschäftsleitung und Unternehmensverwaltung sowie zugleich das Auslieferungslager für die Mehrzahl der Märkte in Bayern.
  • Niederlassung Dettingen
Seit März 1999 ist in Dettingen am Albuch 40 km nordöstlich von Ulm ein weiteres Logistikzentrum in Betrieb. Dieses Auslieferungslager dient der Entlastung der Niederlassungen Ponholz und Worms und zur weiteren Expansion in den Verkaufsgebieten Süd- und Südwestdeutschland.
  • Niederlassung Guteborn
Für die Versorgung der Filialen in den Ländern Thüringen sowie Teilen von Sachsen und Sachsen-Anhalt ist die Niederlassung in Guteborn bei Meerane zuständig.
  • Niederlassung Hodenhagen
Aus Übernahmeaktivitäten entwickelte sich ein neues Verbreitungsgebiet mit den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und angrenzenden Teilen von Nordrhein-Westfalen. Auslieferungsbasis für dieses Gebiet ist Hodenhagen.
  • Niederlassung Worms
Seit 1994 beliefert Netto Marken-Discount AG & Co. KG die Märkte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Die Belieferung der Filialen erfolgt aus der Niederlassung Worms.
  • Niederlassung Thiendorf
Im Juli 2001 wurde das neue Auslieferungslager in Thiendorf bei Dresden in Betrieb genommen. Diese Niederlassung wurde errichtet, um das Logistikzentrum in Guteborn zu entlasten und die Filialbelieferung in Teilen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg zu gewährleisten.
  • Niederlassung Coswig/Anhalt
Im Juni 2008 wurde das neue Auslieferungslager in Coswig (Anhalt) nahe der Lutherstadt Wittenberg in Betrieb genommen. Diese Niederlassung wurde errichtet, um die Logistikzentren in Thiendorf und Guteborn zu entlasten und die Filialbelieferung in Teilen von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und den angrenzenden Bundesländern zu gewährleisten.
  • Niederlassung Kitzingen
In Januar 2009 wurde das neue Auslieferungslager in Kitzingen in Betrieb genommen. Dieses Logistikzentrum beliefert ca. 250 Märkte, die sich vorwiegend in Nordbayern, im östlichen Baden-Württemberg sowie in Osthessen befinden.
  • Niederlassung Bad Wünnenberg
Im Oktober 2012 ging das neue Logistikzentrum in Bad Wünnenberg bei Paderborn für das Logistikzentrum in Bielefeld ans Netz. Seitdem ist es für die Belieferung von über 150 Netto-Filialen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Nord-Hessen zuständig.
  • Niederlassung Berlin
Das 2009 modernisierte Logistikzentrum beliefert über 300 Märkte in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Der Standort wurde im Zuge der Übernahme der über 2.300 Plus-Märkte gemeinsam mit den Standorten Bottrop, Hamm, Kerpen, Tuningen und Verden übernommen.
  • Niederlassung Bottrop
Das Logistikzentrum in Bottrop, das zuvor bereits Plus als Lager diente, wurde 2009 modernisiert und beliefert knapp 250 Märkte in Nordrhein-Westfalen. Zur Entlastung dieses Standortes sowie des Logistikzentrums in Kerpen wurde ein neues Logistikzentrum in Krefeld gebaut, das im Sommer 2010 ans Netz ging.
  • Niederlassung Hamm
Das ehemalige Plus-Lager wurde 2009 modernisiert und an die Standards von Netto angepasst. Das Netto-Logistikzentrum beliefert fast 300 Netto-Filialen in Nordrhein-Westfalen.
  • Niederlassung Kerpen
Das Logistikzentrum in Kerpen versorgt fast 300 Märkte in Nordrhein-Westfalen mit Waren. Zuvor wurde der ehemalige Plus-Standort umgebaut und modernisiert. Zur Entlastung dieses Standortes sowie des Logistikzentrums in Bottrop ist im Sommer 2010 ein neues Logistikzentrum in Krefeld eröffnet worden.
  • Niederlassung Tuningen
Für die Versorgung von rund 150 Märkten in Baden-Württemberg ist die 2009 modernisierte Niederlassung in Tuningen zuständig. Zuvor wurde der Standort bereits von Plus als Lager genutzt.
  • Niederlassung Verden
Der 2009 modernisierte Logistikstandort im niedersächsischen Verden wurde zuvor schon von Plus genutzt und beliefert täglich über 200 Märkte in Hamburg, Bremen und Niedersachsen.
  • Niederlassung Wörth am Rhein
Ende 2009 ging ein neues Logistikzentrum in Wörth am Rhein ans Netz. Dieser Standort ist für die Belieferung von 200 Märkten in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland verantwortlich.
  • Niederlassung Krefeld
Das Logistikzentrum in Krefeld wurde im Juni 2010 eröffnet. Mit einer Lagerfläche von fast 40.000 Quadratmeter und einer Außenfläche von 125.000 Quadratmeter beliefert es rund 200 Märkte in Nordrhein-Westfalen. Der Krefelder Logistikstandort entlastet die bereits länger bestehenden Logistikzentren in Kerpen und Bottrop.
  • Niederlassung Erfurt
Mit dem Bau eines modernen Logistikzentrums wurde im Sommer 2010 in Erfurt begonnen. Der Standort mit einer Lagerfläche von 38.000 Quadratmeter und einer Außenfläche von 125.000 Quadratmeter ging am 28. März 2011 an den Start und wird rund 200 Netto Marken-Discount-Märkte in Thüringen beliefern.

Sponsoring[Bearbeiten]

Das Unternehmen ist seit 2009 Hauptsponsor des VfL Bochum.[10]

Kritik[Bearbeiten]

Das Unternehmen gerät seit der Plus-Übernahme immer wieder wegen des Betriebsklimas und Führungsstils in die Kritik. So warfen beispielsweise Mitarbeiter (inkl. Führungskräfte) und Vertreter der Gewerkschaft ver.di dem Unternehmen vor, Mitarbeiter massiv unter Druck zu setzen. Das Unternehmen widersprach sämtlichen Vorwürfen.[11]

Beim Supermarktranking von Greenpeace belegte der Netto Marken-Discount im Jahr 2011 bei 15 getesteten Supermärkten den letzten Platz bei der Umsetzung der Einkaufspolitik für Fischprodukte.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Netto Marken-Discount: Unser Konzept: Frische, Regionalität und Vielfalt zum günstigen Preis, abgerufen am 24. Februar 2014
  2. "Netto Marken-Discount"
  3. Online-Aufstand gegen Netto Marken-Discount in: WirtschaftsWoche vom 3. Dezember 2010, abgerufen am 26. Dezember 2011
  4. Netto Marken-Discount: "Geh' Deinen Weg. Stipendienprogramm für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte", abgerufen am 24. Februar 2014
  5. Spiegel Online: Kartellamt will Plus-Übernahme durch Edeka genehmigen
  6. Netto Marken-Discount: Netto Marken-Discount setzt auf Mindestlohn für Aushilfen Pressemitteilung vom 1. April 2011, abgerufen am 26. Dezember 2011
  7. onlinekosten.de: Netto führt Bezahlen per Smartphone-App ein, abgerufen am 27. Mai 2013
  8. Netto Marken-Discount: Die NettoApp, abgerufen am 27. Mai 2013
  9. Handelsblatt.de: Netto zahlt Millionen für illegale Werkverträg [1], abgerufen am 22. Mai 2014
  10. Netto Marken-Discount: Sponsoring. Eine Partnerschaft mit Sportsgeist, abgerufen am 24. Februar 2014
  11. WirtschaftsWoche: Billigriese Netto lehrt die Discounter das Fürchten
  12. Greenpeace.de Supermarktranking 2011: Fortschritte beim Fischeinkauf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Netto Marken-Discount – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien