Netto Marken-Discount

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Dieser Artikel behandelt die Netto Marken-Discount GmbH & Co. KG. Für die OHG NETTO Supermarkt GmbH & Co. siehe Netto (Handelskette). Für netto,- siehe Michael-Brücken-Kaufpark.
Netto Marken-Discount AG & Co. KG
Netto logo.svg
Rechtsform AG & Co. KG
Gründung 1928
Sitz Maxhütte-Haidhof
Leitung Geschäftsführer
  • Franz Pröls
  • Manfred Karl
  • Claus Leitl
  • Martin Schnellinger
Mitarbeiter 59.222[1]
Umsatz 11,3 Mrd. Euro[1]
Branche Lebensmitteleinzelhandel
Website Netto Marken-Discount
Stand: 31. Dezember 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012

Die Netto Marken-Discount AG & Co. KG ist ein Lebensmitteldiscounter und Tochterunternehmen von EDEKA mit Hauptsitz im bayerischen Maxhütte-Haidhof.

Netto Marken-Discount betreibt etwa 4.000 Filialen und ist nach Aldi und Lidl der drittgrößte deutsche Discounter.[2] Die Zahl der Beschäftigten liegt bei 59.222.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen von Michael Schels 1928 in Regensburg als Lebensmittel-Großhandel. Im Jahr 1971 wurde die erste eigene Einzelhandelsfiliale unter dem Namen SuDi (SuperDiscount) in Beilngries eröffnet, und es folgten bis 1983 weitere Filialen.

Das Netto-Discountkonzept wurde 1983 entwickelt und in Regensburg durch die erste Netto-Filiale umgesetzt. Die damals bereits bestehenden 50 SuDi-Filialen wurden bis 1990 sodann sukzessiv auf das neue Konzept umgebaut. Zu dieser Zeit eröffneten auch die ersten Märkte in Mittel- und Ostdeutschland, und eine neue Niederlassung in Guteborn bei Meerane wurde aufgebaut.

Ein neues Logistikzentrum entstand zwischen 1991 und 1992 in Ponholz in der Nähe von Regensburg direkt an der Autobahn 93. In den folgenden Jahren expandierte Netto Marken-Discount weiter; unter anderem durch die Übernahme von 126 ehemaligen PRIMA-Märkten. Weitere Niederlassungen in z.B. Worms, Hodenhagen, Dettingen am Albuch und Thiendorf entstanden. In den folgenden Jahren gingen bundesweit weitere Logistikzentren ans Netz (siehe Niederlassungen).

Filiale in Horn-Bad Meinberg
Eine 2007 in Pirna eröffnete Plus-Filiale wurde im Januar 2009 in eine Filiale des Netto-Marken-Discounts umgestaltet

Im November 2004 wurde Netto von der TIWI Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, einem Tochterunternehmen des Spar-Hauptaktionärs Les Mousquetaires-ITM Entreprises S. A. (Hauptmarke Intermarché), komplett übernommen. Netto wurde schließlich im April 2005 an EDEKA verkauft. Die genossenschaftlich organisierte EDEKA-Gruppe gehört zu den führenden Lebensmitteleinzelhändlern in Europa und ist Nummer eins in Deutschland.

Im Winter 2006/2007 übernahm Netto nach und nach den Discounter Kondi. Das Warensortiment in noch bestehenden Kondi-Märkten wurde bereits Anfang 2007 auf das Netto-Sortiment umgestellt.

Am 16. November 2007 wurde von EDEKA und Tengelmann die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Plus bekanntgegeben: Die Plus-Filialen sollten nach und nach in Netto-Filialen umgewandelt werden. Das Bundeskartellamt stimmte der Übernahme der Plus-Filialen durch EDEKA am 9. Dezember 2008 zu. EDEKA musste allerdings 379 Plus-Filialen an die Konkurrenz abtreten.[3] EDEKA hält 85 Prozent am Netto Marken-Discount, Tengelmann hat eine stille Beteiligung in Höhe von 15 Prozent.

Seit dem 1. Januar 2009 gehört Plus nun offiziell zum Netto Marken-Discount und damit zur EDEKA-Gruppe. Seit Mitte 2010 sind alle 2.300 Plus-Märkte in das Netto-Filialnetz integriert worden.

Im Ausbildungsjahr 2011 wurden rund 3.000 Ausbildungsplätze angeboten, insgesamt waren Mitte 2011 etwa 6.200 Auszubildende bei Netto Marken-Discount beschäftigt. Auch im Ausbildungsjahr 2012 wurden wieder rund 3.000 Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt; Mitte 2012 arbeiten über 7.000 Auszubildende bei Netto Marken-Discount.[4]

Struktur[Bearbeiten]

Aus dem ursprünglich auf Bayern begrenzten Vertriebsgebiet haben sich seit Anfang der 1990er Jahre Aktivitäten in allen Bundesländern entwickelt.

Durch die Übernahme der Plus-Märkte hat Netto sein Vertriebsgebiet auf ganz Deutschland ausweiten können. Neben der Zentrale und Niederlassung Ponholz gibt es Niederlassung in Dettingen, Guteborn, Hodenhagen, Worms, Thiendorf, Coswig/Anhalt, Kitzingen, Bielefeld, Berlin, Bottrop, Hamm, Kerpen, Tuningen, Verden, Wörth am Rhein, Krefeld und Erfurt.

Kritik[Bearbeiten]

Das Unternehmen gerät seit der Plus-Übernahme immer wieder wegen des Betriebsklimas und Führungsstils in die Kritik. So warfen beispielsweise Mitarbeiter (inkl. Führungskräfte) und Vertreter der Gewerkschaft ver.di dem Unternehmen vor, Mitarbeiter massiv unter Druck zu setzen. Das Unternehmen widersprach sämtlichen Vorwürfen. [5]

Nachdem das Unternehmen wiederholt wegen Lohndumpings und Unterschreitung der Tariflöhne öffentlich kritisiert worden war, kündigte es im April 2011 einen Mindestlohn für Aushilfen von 7,50 pro Stunde zuzüglich tariflicher Leistungen an.[6]

Im Jahr 2014 zahlte Netto 7,5 Millionen Euro Strafe für Schein-Werkverträge. Werkarbeiter wurden jahrelang wie Festangestellte eingesetzt, aber nicht so bezahlt.

Beim Supermarktranking von Greenpeace belegte Netto im Jahr 2011 bei 15 getesteten Supermärkten den letzten Platz bei der Umsetzung der Einkaufspolitik für Fischprodukte.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Netto Marken-Discount – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Zahlen aus dem Konzernabschluss 2012 der EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG im eBundesanzeiger
  2. Online-Aufstand gegen Netto Marken-Discount in: WirtschaftsWoche vom 3. Dezember 2010, abgerufen am 26. Dezember 2011
  3. Spiegel Online: Kartellamt will Plus-Übernahme durch Edeka genehmigen
  4. Netto Marken-Discount AG & Co KG: Ausbildungsoffensive bei Netto Marken-Discount Pressemitteilung vom 2. Mai 2011, abgerufen am 26. Dezember 2011
  5. WirtschaftsWoche: Billigriese Netto lehrt die Discounter das Fürchten
  6. Netto Marken-Discount AG & Co KG: Netto Marken-Discount setzt auf Mindestlohn für Aushilfen Pressemitteilung vom 1. April 2011, abgerufen am 26. Dezember 2011
  7. Greenpeace.de Supermarktranking 2011: Fortschritte beim Fischeinkauf