Network Address Translation

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Network Address Translation (NAT) ist in Rechnernetzen der Sammelbegriff für Verfahren, die automatisiert Adressinformationen in Datenpaketen durch andere ersetzen, um verschiedene Netze zu verbinden. Daher kommen sie typischerweise auf Routern zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] NAT-Typen

NAT wird in Source-NAT und Destination-NAT unterteilt. Während beim Source-NAT die Adresse des Computers umgeschrieben wird, der die Verbindung aufbaut, wird beim Destination-NAT die Adresse des angesprochenen Computers verändert.

[Bearbeiten] Verwendung von NAT

[Bearbeiten] Verwendung von Source-NAT

Große Verbreitung fand Source-NAT durch die Knappheit öffentlicher IPv4-Adressen und die Tendenz, private Subnetze mit dem Internet zu verbinden. Die einfachste Lösung des Problems beschränkter IP-Adressen war oft die durch NAT mögliche Verwendung mehrerer privater IP-Adressen mit nur einer öffentlichen IP-Adresse (Nachteile vgl. Kritik).

Gerade in privaten oder möglichst preisgünstig ausgeführten Netzinstallationen wird Source-NAT als eine Art Sicherheitsmerkmal und zur Trennung von internem und externem Netz eingesetzt. Während eine NAT-Installation oberflächlich tatsächlich diese gewünschte Wirkung erzielt, kann sie weder Sicherheitsinfrastruktur noch wirksame Maßnahmen zur Trennung von Netzen ersetzen. So wird die Source-NAT-Funktion eines Routers im professionellen Bereich oft durch ein zusätzlich betriebenes Application Level Gateway (ALG) unterstützt.

[Bearbeiten] Verwendung von Destination-NAT

Destination-NAT wird beispielsweise verwendet, um mehrere, unterschiedliche Serverdienste, die auf verschiedenen Computern betrieben werden, unter einer einzigen IP-Adresse anzubieten.

Auch wird es manchmal bei Hot Spots benutzt, um Zugriffe auf Webseiten vor der Anmeldung auf den Rechner umzuleiten, der die Anmeldung anbietet.

[Bearbeiten] Funktionsweise

[Bearbeiten] Source NAT

Bei jedem Verbindungsaufbau durch den Client wird die Quell-IP-Adresse durch eine des Routers ersetzt. Außerdem wird der Quellport durch einen freien Port des Routers ersetzt, der dadurch belegt wird. Diese Zuordnung wird im Router gespeichert.

lokales Netz (LAN) öffentliches Netz (WAN)
Quelle Ziel Router
===========>
NAT
Quelle Ziel
192.168.0.2:1001 170.0.0.1:80 205.0.0.2:1001 170.0.0.1:80
192.168.0.3:1001 170.0.0.1:80 205.0.0.2:1002 170.0.0.1:80
192.168.0.4:1001 170.0.0.1:22 205.0.0.2:1003 170.0.0.1:22

[Bearbeiten] Destination NAT

Bei jedem Verbindungsaufbau durch den Client wird die Ziel-IP-Adresse durch eine andere ersetzt. Außerdem wird der Zielport durch einen freien Port des Routers ersetzt, der dadurch belegt wird. Diese Zuordnung wird im Router gespeichert.

öffentliches Netz (WAN) lokales Netz (LAN)
Quelle Ziel Router
===========>
NAT
Quelle Ziel
170.0.0.1:1001 171.4.2.1:80 170.0.0.1:1001 192.168.0.2:80
170.0.0.1:1001 171.4.2.1:22 170.0.0.1:1001 192.168.0.3:22
170.0.0.1:1001 171.4.2.1:81 170.0.0.1:1001 192.168.0.3:80

[Bearbeiten] Kategorisierung

RFC 3489, der das Protokoll STUN zur Traversierung von NAT-Gateways beschreibt, ordnet diese in vier verschiedene Klassen ein, die auch außerhalb des Kontexts von STUN gerne zur Klassifizierung verwendet werden:

Full Cone NAT.svg

Im Full Cone NAT-Szenario setzt ein Gateway interne Adressen und Ports nach einem statischen Muster in eine externe Adresse und deren Ports um. Es erlaubt insbesondere auch, dass so externe Hosts über die externe Adresse des NAT-Gateways Verbindungen zu internen Hosts aufbauen.

Restricted Cone NAT.svg

Im Restricted Cone NAT-Szenario erlaubt das Gateway die Kontaktaufnahme eines externen mit einem internen Host nur, wenn diesem Verbindungsversuch eine Kontaktaufnahme dieses internen Hosts mit dem externen Host vorausging.

Port Restricted Cone NAT.svg

Das Port Restricted Cone NAT-Szenario schränkt diese Erlaubnis der Kontaktaufnahme zusätzlich auf nur den externen Port ein, über den die vorausgehende umgekehrte Kontaktaufnahme stattfand.

Symmetric NAT.svg

Im Symmetric-NAT-Szenario schließlich ist eine Initiierung von Verbindungen durch externe Hosts nicht oder nur kaum möglich, da diese im Allgemeinen nicht abschätzen können, über welche von mehreren externen Adressen des Gateways Verbindungen zu (oder von) ihnen abgewickelt bzw. erwartet werden.

Diese prototypischen Grundszenarien bilden in modernen NAT-Systemen allerdings oft nur noch Anhaltspunkte zur Klassifizierung punktuellen Verhaltens der Gateways. Diese benutzen teilweise Mischformen der klassischen Ansätze zur Adressumsetzung oder wechseln dynamisch zwischen zwei oder mehreren Verhaltensmustern.

[Bearbeiten] Kritik

  • NAT wird oft nur als eine Notlösung betrachtet, um bei nicht dauerhaft verbundenen Netzinstallationen das Problem der knappen IPv4-Adressen zu umgehen.
  • Das größte Problem an NAT ist, dass die saubere Zuordnung „1 Host mit eindeutiger IP-Adresse“ nicht eingehalten wird. Durch die Umschreibung von Protokoll-Headern haben so vor allem veraltete Verschlüsselungsverfahren auf Netzwerk- und Transportebene große Probleme (siehe IPsec). Protokollkomplikationen durch NAT sind beschrieben in RFC 3027.
  • Ebenso leiden insbesondere Netzwerkdienste, die Out-of-Band-Signalisierung und Rückkanäle einsetzen, etwa VoIP-Protokolle, unter Komplikationen durch NAT-Gateways.
  • NAT-Gateways heben die strenge Trennung des OSI-Schichtenmodells auf.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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