Netze

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Dieser Artikel befasst sich mit dem polnischen Warthe-Nebenfluss Netze. Für weitere Bedeutungen siehe Netze (Begriffsklärung).
Netze (poln. Noteć)
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Die Mündung der Netze in die Warthe bei Santok

Die Mündung der Netze in die Warthe bei Santok

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Woiwodschaften Großpolen und Lebus
Flusssystem Oder
Abfluss über Warthe → Oder → Ostsee
Quellgebiet zwischen Koło (Kolo) und Włocławek (Leslau)Vorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Mündung bei Santok in die Warthe52.7355115.40652Koordinaten: 52° 44′ 8″ N, 15° 24′ 23″ O
52° 44′ 8″ N, 15° 24′ 23″ O52.7355115.40652
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Länge 366 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 17.240 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Linke Nebenflüsse Panna, Gąsawka, Kcyninka, Gulczanka
Rechte Nebenflüsse Łobżonka, Küddow, Drage
Durchflossene Seen Goplosee
Mittelstädte Inowrocław
Kleinstädte Kruszwica, Pakość, Barcin, Łabiszyn, Nakło nad Notecią, Ujście, Czarnków, Wieleń, Drezdenko
Lage der Netze im polnischen Flusssystem

Die Netze (polnisch Noteć) ist der wichtigste Nebenfluss der Warthe (Warta). Sie ist 366 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 17.240 km². Der Fluss entspringt in der Woiwodschaft Großpolen zwischen Koło (Kolo) und Włocławek (Leslau) und durchfließt den Goplosee sowie die Stadt Inowrocław (Inowrazlaw) im Zentrum Polens und fließt südlich an Piła (Schneidemühl) vorbei. Es besteht eine Kanalverbindung über Bydgoszcz (Bromberg) zur Weichsel (Wisła), der Bromberger Kanal (Kanał Bydgoski), 1772 bis 1774 erbaut. Bei Santok (Zantoch) mündet die Netze in die Warthe.

Der Unterlauf des Flusses von der Einmündung der Drage (Drawa) an folgt dem Thorn-Eberswalder Urstromtal, er bildet das Netzebruch, eine moorige Bruchlandschaft, die vor dem 18.Jahrhundert kaum besiedelt war. Lediglich bei Zantoch und Driesen (Drezdenko) gab es Flussübergänge, an denen Befestigungsanlagen entstanden. Im Mittelalter wurde entlang der Netze eine Reihe von Burgen errichtet, um das polnische Kernland nach Norden abzusichern. Dieses reichte aber deutlich darüber hinaus, so dass die Grenze des später deutschen pommerschen Herzogtums der Greifen weiter nördlich verlief. Mitte des 13. Jahrhunderts ging die untere Netze aus dem Besitz Polens in den der brandenburgischen Neumark über. Im Zuge der im 12. bis 14. Jahrhundert einsetzenden deutschen Kolonisation entstanden in der Sumpflandschaft nur sehr wenige Ansiedlungen.

Netzebruch[Bearbeiten]

Als Kurfürst Joachim Friedrich 1603 die Festung Driesen errichten ließ, erfolgte eine erste planmäßige Besiedlung des Netzebruches. 1722 entstanden erste Pläne zu einer übergreifenden Trockenlegung der Sümpfe, doch bis 1728 baute man lediglich weitere neue Dörfer. In den Sümpfen gab es eine große Wildschweinpopulation, deren Fortbestand im Falle einer Trockenlegung offensichtlich Anlass zur Sorge gab. Auf die ihm vorgebrachten Bedenken reagierte König Friedrich Wilhelm I. mit der Bemerkung: Besser Menschen als Schweine.

Die verheerenden Überschwemmungen im Warthebruch von 1736 waren Anlass zur Einsetzung einer Trockenlegungskommission, die 1738 ihre Arbeit aufnahm. Wasserbauingenieur und Oberdeichinspektor Simon Leonhard von Haerlem unterbreitete 1739 einen Vorschlag zur Melioration beider Brüche, der die Besiedlung des Netzebruches mit 82 Familien vorsah. Der Beginn der Arbeiten wurde durch den Siebenjährigen Krieg verhindert. 1763 erfolgte die Vermessung des Netzebruches und im Juni wurde mit der Trockenlegung begonnen, die 1769 beendet war. Die gesamten Arbeiten standen unter der Leitung des Domänenrates Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff (1723–1780). Nach der Ersten Teilung Polens wurde die Gegend um den Fluss 1772 als Netzedistrikt ein Teil des Königreichs Preußen. Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon ging es 1807 zum wiedergegründeten polnischen Staat Herzogtum Warschau zurück, wurde aber nach dem Wiener Kongress 1815 wieder preußisch.

Die Mehrzahl der Neusiedler des trockengelegten Bruches waren deutschsprachige Einwanderer aus Polen, deren Anzahl fast zwei Drittel betrug. Ein weiteres Zehntel waren Sachsen. Wegen des nicht ausreichenden Hochwasserschutzes wurden im 19. Jahrhundert mehrere Dämme, Deiche und Gräben errichtet. Zwischen 1872 und 1874 entstand der Hochwasserdamm Pollychen–Zantoch, der zur Trennlinie zwischen Warthe- und Netzebruch wurde. Doch auch weiterhin gab es in fast jedem Jahr Schäden durch Hochwasser. Aus diesem Grunde erließ der Reichstag im Jahre 1929 das Warthe- und Netze-Gesetz. Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Arbeitslose wurden die Dämme verbessert und Schöpfwerke errichtet.