Netzschkau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Netzschkau
Netzschkau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Netzschkau hervorgehoben
50.61666666666712.25378Koordinaten: 50° 37′ N, 12° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Netzschkau-Limbach
Höhe: 378 m ü. NHN
Fläche: 12,52 km²
Einwohner: 4149 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 331 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08491
Vorwahl: 03765
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 260
Stadtgliederung: Kernstadt; 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 12
08491 Netzschkau
Webpräsenz: www.netzschkau.de
Bürgermeister: Mike Pürfürst (Gewerbeverein Netzschkau und Umgebung e.V.)
Lage der Stadt Netzschkau im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Markneukirchen Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Pausa-Mühltroff Muldenhammer Mylau Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa-Mühltroff Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Reuth (Vogtland) Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen Weischlitz Werda KlingenthalKarte
Über dieses Bild

Netzschkau ist eine Stadt im Vogtland im Freistaat Sachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Netzschkau gehören die Ortsteile Foschenroda, Lambzig, Brockau, Dungersgrün, Ziegelei und Eichmühle.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden innerhalb des Vogtlandkreises sind Limbach sowie die Städte Elsterberg und Mylau. Im Norden grenzt die thüringische Kreisstadt Greiz an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde etwa im 9. Jahrhundert von Sorben gegründet. Der Ort gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen, danach zur Amtshauptmannschaft Plauen, ab 1952 zum Kreis Reichenbach und seit 1996 zum Vogtlandkreis.[2] Foschenroda wurde 1974, Lambzig 1992 und Brockau 1999 eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1687 bis 1910

  • 1687: 0200
  • 1814: 1058
  • 1834: 1594
  • 1880: 3797
  • 1900: 7426

1933 bis 2000

  • 1933: 7274
  • 1960: 7426
  • 1998: 4856 1
  • 1999: 4732

2001 bis 2008

  • 2001: 4687
  • 2003: 4544
  • 2005: 4361
  • 2007: 4299
  • 2008: 4251
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

1 Gebietsstand 1. Januar 1999

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 67,3 %
Wegen Mängeln bei der Wahl am 7. Juni 2009 musste die Wahl am 27. September 2009 zeitgleich mit der Bundestagswahl wiederholt werden.[3]
 %
40
30
20
10
0
38,1 %
29,9 %
15,5 %
11,6 %
4,8 %

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf grünem Rasen ein Gärtner in blauer Arbeitskleidung, eine frischgepflanzte Linde festbindend; im rechten Obereck eine aus den Wolken ragende Hand, die aus einem Krug Wasser auf den Baum herabgießt.“ Das Wappen ist in einigen Darstellungen von einem Spruchband umgeben, dessen Inhalt das Wappenbild erklärt: „Durch Gottes reichen Segen und meiner Obern Pflegen.“ [4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Schloss Netzschkau

Am Stadtrand von Netzschkau befindet sich die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, die Göltzschtalbrücke. Sie wurde in den Jahren 1846 bis 1851 erbaut. Im Stadtkern befindet sich unter hohen Bäumen verborgen das Schloss Netzschkau, eines der ältesten spätgotischen Schlösser Sachsens. Das Wohnschloss wurde um 1490 erbaut. Ein weiteres Netzschkauer Bauwerk ist der auf dem Kuhberg stehende, um 1900 errichtete Bismarckturm. Der Aussichtsturm ist 21 m hoch und ein beliebtes Ausflugsziel.

Kirchen[Bearbeiten]

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Unweit des Schlosses steht die Schlosskirche der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde. Das im Stil des Klassizismus erbaute Gotteshaus war Nachfolgerin einer Kapelle, die sich bis zu deren Verfall im Schlossareal befand. Als einer der wenigen Kunstschätze aus jener Kapelle konnte eine Predella gerettet werden, die das letzte Abendmahl Jesu darstellt. Diese Alabasterplastik im Halbrelief wurde durch den Schneeberger Bildhauer Böhm dem in der dortigen St.-Wolfgangs-Kirche befindlichen Cranach-Altar nachempfunden und ähnelt dem Vorbild bis in die Gesichtszüge hinein. Auf der Mylauer Straße, unweit des Stadtkernes, befindet sich die 1992 errichtete Katholische Pfarrvikarie "St. Joseph". Die 1899 geweihte Evangelisch-methodistische Kirche steht in der Plauener Straße. Weitere kirchliche Gemeinschaften sind die Apostolische Gemeinde vorm. Reform.-Apostol. Gem. und die Landeskirchliche Gemeinschaft.

Aus der Geschichte der Schlosskirche[Bearbeiten]

1629 ließ Carol Bose die erste Kirche neben dem Schloss errichten. Diese wurde 1814 wegen Baufälligkeit gesperrt, so dass die Gottesdienste mehrere Jahre im Saal des Schlosses gefeiert wurden. Am 30. April 1838 wurde schließlich der Grundstein zur neuen Schlosskirche gelegt, die 1840 geweiht wurde. 1892 wurden zwei seitliche Aufgangstürme zur Empore angebaut und die Kirche innen und außen saniert. 1908 erhält die Kirche eine neue Orgel und Buntglasfenster. 1911 werden im Altarraum zwei große Figuren, die Apostel Petrus und Paulus darstellend, aufgestellt. Während der Zeit des Kirchenkampfes standen sich 1935 "Deutsche Christen" und "Bekennende Kirche" gegenüber, die Schlosskirche wurde für die "Bekennende Kirche" gesperrt. Gräfin Frida von Schönburg-Glauchau, die seinerzeit das Schloss bewohnte, stand auf Seiten der "Bekennenden Kirche" und ermöglichte während dieser Zeit Gottesdienste im Schlosshof unter einem Kreuz aus Eichenholz, das heute an der Ostseite der Kirche seinen Platz hat. Zum 100. Kirchweihfest 1940 sagte Superintendent Ficker aus Dresden in seiner Predigt: "Wer gegen die Gemeinde Christi kämpft, hat es mit dem lebendigen Gott selber zu tun." 1955/56 wurde eine moderne Gasluftheizung durch die Netzschkauer Maschinenfabrik "NEMA" eingebaut und der Kircheninnenraum in diesem Zusammenhang saniert. 1971/71 erhält die Turmhaube ein neues Kupferdach, Turm und Schiff neuen Außenputz. Zur 350-Jahr-Feier der Stadt Netzschkau predigte Kirchenpräsident i.R. Martin Niemöller, der durch die Kirchenkampfzeit mit der Gemeinde verbunden war. 1981 wurde unter Mitwirkung von Domorganist Metz aus Zwickau die neue Orgel geweiht. Im Jahre 2000 konnte das Glockengeläut umfassend saniert werden, so dass hinfort alle vier Glocken aus Klangstahl durch elektrische Läutemaschinen betätigt werden können. Seit 2010 laufen die Arbeiten zur Generalsanierung der Kirche. 2010 wurde die Außenhülle des Turmes nach historischem Vorbild erneuert, im selben Jahr begann die Sanierung des Kirchendaches, das künftig in Kupfer eingedeckt sein wird und die historischen Dachgauben zurückerhält.

Für die apostolischen Kirchen hat Netzschkau eine besondere Bedeutung. Auf der Mylauer Straße befindet sich die so genannte Tränenkirche (heute nicht mehr genutzt) der Neuapostolischen Kirche der um 1900 ca. 600 Netzschkauer (ca. 10 % der Bevölkerung) angehörten. Um 1921 kam es zu einer Spaltung in der Gemeinde und der Reformiert-Apostolische Gemeindebund entstand, der heute „Am Birkenwäldchen“ sein größtes Kirchengebäude unterhält.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Eine Gedenktafel in der Aula der Oberschule erinnert an den Netzschkauer Lehrer Felix Mauersberger, der nach geglückter Flucht aus dem Außenlager Lengenfeld des KZ Flossenbürg am 8. Mai 1945 an seinen erlittenen Misshandlungen starb. Ihm zu Ehren trägt die Schule auch heute noch seinen Namen. Am 14. November 2011 erfolgte die Weihe eines Denkmales im Park vor der Schlosskirche und soll auch künftige Generationen an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und die Töchter und Söhne Netzschkaus erinnern.

Museen[Bearbeiten]

  • Vogtländisches Bergbaumuseum (Bergbaugeschichte der Region)
  • Ketzels Mühle (Mühlengeschichte und Informationen zum Müllerhandwerk)
  • Museum Schloss Netzschkau (Schlossgeschichte, Sonderausstellungen)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zu DDR-Zeiten war in der Stadt der VEB Nema Netzschkau angesiedelt.

Ausblick vom Fesselballon[Bearbeiten]

Das Foto zeigt einen 360-Grad-Blick vom Fesselballon an der Göltzschtalbrücke auf Teile Netzschkaus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Netzschkau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 11. Heft: Amtshauptmannschaft Plauen. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 39.
  • Straub, Oliver: Die Geschichte des Brandschutzwesens in Netzschkau. Stadt Netzschkau. 2013.
  • Naumann, Falk: 325 Jahre Stadtrecht Netzschkau. Stadtverwaltung Netzschkau. 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Netzschkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  3. http://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/REICHENBACH/Wahlausschuss-nimmt-Schuld-auf-sich-artikel1535635.php
  4. Seite der Stadt Netzschkau, bei der das Wappen mit Spruchband im Intro erscheint. Abgerufen am 26. Mai 2011.