Netzwerk für Demokratie und Courage

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Das Netzwerk für Demokratie und Courage e. V. (NDC) ist eine Initiative für eine demokratische Kultur und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die von jungen Menschen ehrenamtlich getragen wird.

Überblick[Bearbeiten]

Das Hauptarbeitsfeld des NDC ist die Durchführung von Projekttagen „Für Demokratie Courage zeigen“ an Schulen und Ausbildungseinrichtungen durch ehrenamtliche sogenannte Teamer, die vom Netzwerk dafür ausgebildet wurden. Gemeinsam mit den Jugendlichen diskutieren sie über Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung, um Zivilcourage zu stärken und zu aktivem Handeln zu ermutigen.[1] Das NDC besteht seit 1999 und ist in elf Bundesländern sowie in Frankreich und Belgien aktiv.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Verwirklicht wurde das Projekt zuerst im Semperkreis als lockerer Zusammenschluss verschiedener Jugendorganisationen in Sachsen. Dazu zählten die DGB-Jugend, die Junge Linke.PDS, die Jusos, SJD – Die Falken, die Grüne Jugend sowie die Naturfreundejugend. Daneben beteiligten sich von Beginn an zahlreiche Einzelpersonen.

Seit 1. Februar 1999 gibt es die Projekttage Für Demokratie Courage zeigen, die das Hauptbildungsangebot des NDC darstellen. In einem ersten Seminar erarbeiteten 30 interessierte junge Leute drei unterschiedliche antirassistische Projekttage. Während der ersten Testphase im April 1999 wurden 55 Projekttage an verschiedenen sächsischen Schulen durchgeführt und erprobt. Mittlerweile sind viele weitere Partner und Bildungskonzepte dazu gekommen. Das Konzept des NDC hat sich in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen etabliert. (Stand 2010).[2]

Martin Dulig (SPD Sachsen) ist seit 1. Juni 2011 neuer Vorstandschef des Netzwerks.[3]

Ziele[Bearbeiten]

Das Netzwerk für Demokratie und Courage möchte den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen und demokratischer Kultur fördern und stärken. Mit seinen Bildungskonzepten verfolgt es folgende Ziele:

  • klar gegen menschenverachtende Meinungen auftreten
  • Aufklärung leisten, Wissen vermitteln
  • zur Zivilcourage herausfordern
  • Solidarität mit von Diskriminierung Betroffenen fördern
  • junge Menschen zum demokratischen Engagement ermutigen
  • Sozialkompetenzen und ein offenes und faires Miteinander stärken und fördern

Arbeitsweise[Bearbeiten]

Die Projekttage werden von jungen ehrenamtlichen Multiplikatoren, den sogenannten TeamerInnen, durchgeführt, die eine einwöchige methodisch-didaktische und inhaltliche Ausbildung (Teamschulung) beim NDC absolviert haben. Bis 2010 wurde mehr als 2.000 jugendlichen Multiplikatoren der Inhalt der Projekttage, Kenntnisse in Methodik und Moderation und das gemeinsame Grundverständnis vermittelt. Die ehrenamtlichen TeamerInnen sind Lernende von inhaltlichen, methodischen und psychosozialen Prozessen in der politischen Bildungsarbeit und bringen gleichzeitig ihre unterschiedlichen Erfahrungen in das Projekt ein.

Die Qualitätsstandards des NDC beruhen auf Kenntnissen der Erziehungswissenschaft, der Sozialpädagogik und der Psychologie und den didaktisch-methodischen Fähigkeiten der Beteiligten. Regelmäßige Reflexion und inhaltliche methodische Weiterbildung sind grundsätzliche Arbeitsweise. Von Beginn an wurde der Evaluation der Konzepte eine hohe Bedeutung beigemessen. Auf Grundlage der systematischen Eigenevaluation jedes durchgeführten Projekttags werden die Konzepte regelmäßig aktualisiert und überarbeitet.

Zum Kampf gegen den Neonazismus setzt das Netzwerk wiederholt ein pinkfarbenes Banner mit der Aufschrift „Kein Sex mit Nazis! – Courage zeigen!“ ein. Die Qualität und nachhaltige Wirkung der Bildungsarbeit des NDC wird in externen Gutachten positiv bestätigt.[1]

Projekttage[Bearbeiten]

Die Projekttage werden in allen Schultypen, Ausbildungseinrichtungen und Jugendeinrichtungen durchgeführt. Es werden zusammen mit den Jugendlichen verschiedene Aspekte von Demokratie, Mitbestimmung, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt, Europa, Medien, Jugendkultur, Sexismus und Homophobie beleuchtet. Es werden Widersprüche aufgezeigt und zum Nachdenken angeregt, um gängigen Vorurteilen entgegenzutreten. Statt abstrakter Wissensvermittlung setzen die Projekttage auf praktische Beteiligung. So ist die Methodik der Projekttage darauf angelegt, die Lebenswelt der Jugendlichen mit einzubeziehen. Die Konzepte dauern 6 Schulstunden und lassen sich so leicht in den Schulalltag integrieren. Seit Bestehen des Netzwerks wurden bundesweit in mehr als 10.000 durchgeführten Projekttagen über 150.000 Schüler erreicht.[4]

Kompetenzen des NDC[Bearbeiten]

Die Projekttage werden flächendeckend an den verschiedensten Bildungseinrichtungen durchgeführt. Dadurch entsteht ein Wissenspool über die Realität an (Berufs-)Schulen. Der Ansatz Jugend für Jugend ist eine wichtiger Bestandteil der NDC-Bildungsarbeit, ebenso wie die Arbeit in gemischtgeschlechtlichen Teams mit abwechslungsreichen interaktiven Methoden. Durch diese Elemente gelingt es in den Projekttagen an den Lebenswelten der teilnehmenden Jugendlichen anzusetzen und deren Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den Themen der Projekttage zu verstärken. Durch die beteiligungsorientierte Arbeit des NDC werden soziale Kompetenzen wie Empathiefähigkeit gefördert und Demokratie soll mit neuen Themen und Methoden zum greifbaren Erlebnis werden.

Mit den Projekttagen versucht das Netzwerk für Demokratie und Courage den Mut zum Antirassismus in einer von rechten Gedanken beeinflussten Alltagskultur zu bestärken. Das Ziel ist Zivilcourage bei jeder und jedem Einzelnen herauszufordern und Gegenkulturen zu menschenverachtendem und diskriminierendem Denken und Handeln zu unterstützen. Das Netzwerk ist eine gemeinsame Handlungsplattform. Es bündelt viele Menschen und Organisationen und deren vielfältiges Know-How, Ideen und Erfahrungen als das Potential und die Kompetenz des NDC. Synergieeffekte entstehen durch intensive Zusammenarbeit.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ver.di-Jugend Saar spendet 1.600 Euro an das Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. (NDC) Publiziert 11. Mai 2011
  2. a b Selbstdarstellung des Bündnisses (Geschichte)
  3. Dulig neuer Chef des Netzwerks Deomokratie und Courtage
  4. Ministerium für Bildung, Wissenschschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland Pfalz