Neuburg am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Neuburg am Rhein
Neuburg am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Neuburg am Rhein hervorgehoben
48.9880555555568.2497222222222106Koordinaten: 48° 59′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Hagenbach
Höhe: 106 m ü. NHN
Fläche: 8,25 km²
Einwohner: 2577 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 312 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76776
Vorwahl: 07273
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 021
Adresse der Verbandsverwaltung: Ludwigstraße 20
76767 Hagenbach
Webpräsenz: www.neuburg-rhein.de
Ortsbürgermeister: Hermann Knauss (Freie Wähler)
Lage der Ortsgemeinde Neuburg am Rhein im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Neuburg am Rhein ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hagenbach an.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der südöstlichsten Ecke von Rheinland-Pfalz zwischen Rhein und Lauter. Am gegenüberliegenden Rheinufer liegen die Große Kreisstadt Rheinstetten (Neuburgweier), Au am Rhein (Landkreis Rastatt) und Karlsruhe (Daxlanden).

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich klar belegt ist 1086 die Schenkung der Grafschaft „Vorechheim“ im Ufgau (heute Forchheim (Rheinstetten)), durch Kaiser Heinrich IV. an das Bistum Speyer. Dazu gehörte auch das rechtsrheinische Gebiet von Neuburg. 1102 verpfändete das Bistum die Länderei an die Herren von Eberstein.[2] Diese ließen um 1250 den strategisch bedeutsamen Platz befestigen und nannten ihn „Zer Niuwenburc“. 1259 verpfändete Otto von Eberstein das von ihm verwaltete Dorf „Niwenbure“ (Neuburg) als Heiratsgut seiner Schwester Adelheid von Eberstein, an deren Mann Graf Heinrich II. von Lichtenberg. Als Lehnsherr - also Eigentümer - wurde hierbei immer noch der Bischof von Speyer genannt.[3] Kurfürst Rupprecht I. von der Pfalz (1309–1390) erwarb Stadt und Feste Neuburg im Jahre 1376 kaufweise von Graf Heinrich zu Lichtenberg [4] und bestimmte den Besitz, nebst dem Dorf Hagenbach, zum Witwengut für seine Gemahlin Beatrix von Berg (1360–1395). [5]

Um 1570 lag Neuburg, wie aus alten Landkarten ersichtlich ist, noch auf der rechten Rheinseite. Durch die Verlegung des Ortes auf die linke Stromseite gingen nicht nur große Germarkungsgebiete, sondern auch alle Stadtrechte verloren und aus der einst im Schutz einer stattlichen Wasserfeste gelegenen Stadt mit einem Blutgericht und einer bedeutenden Lotsen- und Zollstation wurde ein Schiffer- und Fischerdorf, dessen verfallene Burg schon Ende des 16. Jahrhunderts teilweise dem Wasser zum Opfer gefallen ist.[6]

Ausschnitt aus der Kurpfälzischen Rheinstromkarte (angefertigt ab 1590). Zu diesem Zeitpunkt lag Neuburg auf einer Rheininsel

Der Kampf gegen die Hochwasserfluten des Rheins war auch nach der Begradigung des Flusslaufes durch Tulla in den Jahren 1817 und 1845 noch nicht beendet. Erst nach dem Hochwasser der Neujahrsnacht 1882/83, das die gesamte Gemarkung überflutete, wurden die Deichbauten verbessert. Auch heute noch erschallt bei hohen Wasserständen des Rheines der Ruf „Dammwache“, und Neuburger Bürger halten Tag und Nacht Wache am Strom.

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 61,9 Prozent der Einwohner evangelisch und 20,6 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[7] Während ringsherum der katholische Glauben überwiegt, so ist dies in Neuburg genau umgekehrt. Zurückzuführen ist dies auf den Dreißigjährigen Krieg, in dem die Protestanten in der Gegend die Oberhand hatten. Erst 1686 gelang es unter französischer Besetzung, die reformierten Pfarreien aufzuheben und den Katholiken zu übertragen. Doch die große Mehrzahl der Neuburger Protestanten ließ sich nicht bekehren und erhielt 1701 die Gewissens- und Religionsfreiheit zugesichert.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Neuburg besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[8]

Wahl SPD CDU WGN Gesamt
2014 8 5 7 20 Sitze
2009 11 4 5 20 Sitze
2004 9 6 5 20 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

  • 1979–1984: Rudolf Gerber (Wählergruppe)
  • 1984–1994: Erwin Muth (SPD)
  • 1994–2004: Heinz Degitz (SPD)
  • 2004-2014: Thorsten Pfirmann (SPD)
  • seit 2014: Hermann Knauss (Freie Wähler)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Schwarz ein gesenkter silberner Anker, beidseits von einem rotbewehrten und -bezungten goldenen Löwen gehalten“.

Es wurde 1968 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1727.[9]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit Hennickendorf wird eine Partnerschaft gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Eine Besonderheit ist, dass sich die protestantische und katholische Kirche direkt gegenüber stehen. In der katholischen Kirche (St. Remigius) befindet sich die älteste erhaltene Orgel des Orgelbauers Michael Stiehr aus dem Jahre 1786.

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Neuburg am Rhein

Mundart[Bearbeiten]

In Neuburg wird eine sehr eigentümliche Variante des pfälzischen Dialektes gesprochen, welche sich deutlich von den pfälzischen Nachbargemeinden und dem angrenzenden Elsass unterscheidet. Man vermutet, dass dieses Idiom auf die durch Hochwasser und Flusslaufveränderungen immer wieder neu entstandene Insellage im Rhein zurückzuführen ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Zwischen Neuburg und dem badischen Neuburgweier (Stadt Rheinstetten) besteht eine Autofähre. Neuburg hat einen Haltepunkt der Bahnstrecke Wörth–Strasbourg.

Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Neuburg besteht aus 30 Mitgliedern. Ihnen stehen drei Fahrzeuge (TSF-W, LF 8 und MZF) sowie ein Rettungsboot (RTB 2) zur Verfügung. Die Feuerwehr rückt jährlich zu etwa 25 bis 30 Einsätzen aus. Die Jugendfeuerwehr zählt 15 Mitglieder.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuburg am Rhein – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Quelle zur Zugehörigkeit von Neuburg zur Grafschaft Forchheim im Ufgau
  3. Zum Erwerb von Neuburg durch die Grafen von Hanau-Lichtenberg; Johann Georg Lehmann: "Urkundliche Geschichte der Grafschaft Hanau-Lichtenberg", Band 1, Seite 29
  4. Quelle zum Kauf Neuburgs durch die Kurpfalz, 1376
  5. Quelle zum Witwengut von Kurfürstin Beatrix
  6. Naturschutzgebiet Altrhein Neuburgweier (PDF-Datei; 1,08 MB) Zum historischen Mäanderdurchbruch des Rheins zwischen Neuburg und Weier
  7. Ewois, Stand: 31. Juli 2012
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  9. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3