Neudorf (Duisburg)

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Duisburger Stadtwappen
Neudorf-Nord, -Süd
Stadtteil von Duisburg
Karte
Karte von Neudorf-Nord, -Süd
Basisdaten
Koordinaten: 51° 25′ 35″ N, 6° 47′ 0″ O51.4263888888896.7833333333333Koordinaten: 51° 25′ 35″ N, 6° 47′ 0″ O
Fläche: 10,7 km²
Postleitzahlen: 47057, 47055
Vorwahl: 0203
Bevölkerung [1]
Einwohner: 26.091 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 2436 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 13,9 % (3614)
Gliederung
Stadtbezirk: Duisburg-Mitte
Ortsteilnummer: 505 (Neudorf-Nord),
506 (Neudorf-Süd)

Neudorf ist ein Duisburger Stadtteil im Stadtbezirk Duisburg-Mitte. Der Doppel-Stadtteil hat 26.091 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2013) auf einer Fläche von 10,71 km², bestehend aus den beiden Ortsteilen Neudorf-Nord (13.514 Einwohner) und Neudorf-Süd (12.577 Einwohner).

Lage[Bearbeiten]

Der Stadtteil liegt direkt östlich der Innenstadt. Er wird umrahmt von Duissern im Norden, dem Duisburger Stadtwald im Osten, dem Sportpark Duisburg im Süden, sowie von der Eisenbahntrasse der heutigen Hauptstrecke Köln - Hamm im Westen (ehemalige Trassen der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft, der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft und der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft).

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche St. Gabriel in Duisburg-Neudorf

Auf der Heide, zwischen Landwehr und Duisburger Wald, entstand im Jahre 1770 das Friedrichsdorf, auch Op de Heid genannt. Es war eine Gründung von Friedrich dem Großen, der am 1. September 1769 einigen Pfälzer Familien unkultivierten Boden übergab. Man versprach ihnen die freie Religionsausübung, die Befreiung vom Militärdienst, eine zehnjährige Steuerfreiheit, Wohnbauzuschüsse und Reisegeldvergütung.

Am 30. Mai 1770 gab es einen weiteren Zuzug von „Kolonisten“ nach Duisburg-Neudorf mit 13 hessisch-darmstädtischen Familien. An diese Besiedlungsphase erinnert heute noch der Straßenname „Koloniestraße“.[2] Seine höchste Einwohnerzahl hatten der Doppelstadtteil in den 1960er Jahren mit fast 45.000 Einwohnern.

Heute[Bearbeiten]

Haus Hartenfels

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Institutionen[Bearbeiten]

Wichtig für Neudorf sind heutzutage:

  • die Universität Duisburg-Essen: Die Universität Duisburg wurde am 7. August 1972 aus der ehemaligen Pädagogischen Hochschule und der Ingenieursschule für Binnenschiffahrt neu gegründet. Inzwischen ist sie mit der Universität Essen vereinigt worden.
  • das Fraunhofer Institut für Mikroelektronische Schaltungen: Das Fraunhofer Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme ist hier ansässig in unmittelbarer Nachbarschaft der Universität und wurde schon mehrfach erweitert.
  • das Technologiezentrum: Auf einem ehemaligen Gewerbe-/Industriegebiet (Carstanjenpark) wurde ein Technologiepark angesiedelt, nachdem dort für längere Zeit das Institut für Gießereitechnik der Universität Duisburg beheimatet war.
  • der Sportpark Duisburg: In Neudorf-Süd befindet sich der etwa 200 ha umfassende Sportpark Duisburg mit dem im Jahre 2004 zur MSV-Arena umgebauten Wedau-Stadion (heute: Schauinsland-Reisen-Arena), Heimspielstätte des Fußball Drittligisten MSV Duisburg, und der SCANIA-Arena, einer Eishalle, welche als Heimspielstätte des Füchse Duisburg (DEL) dient.
  • das Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. mit einem Flachwassertank von 190 m Länge für Schleppversuche.
  • das Kaufmännische Berufskolleg Duisburg-Mitte

Alter Friedhof[Bearbeiten]

An der bekannten Duisburger Straße „Sternbuschweg“, der bis 2006 als Bundesstraße 8 geführten Straße, befindet sich der größte Friedhof auf dem Gebiet der alten Stadt Duisburg. Auf ihm liegen viele bekannte Persönlichkeiten aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt. Als bekannteste sind zu nennen: die Fabrikantenfamilien Carl Böninger-Merrem und die Familie Carl Carstanjen.

Der 30 ha große Friedhof entstand 1870 und ersetzte die Friedhöfe an der Salvatorkirche, der alten Duisburger Stadtkirche und an der heutigen Mercatorhalle. Die Grabmäler der alten Friedhöfe wurden an verschiedenen Orten auf dem neu entstandenen Friedhof wieder aufgestellt. Der Friedhof zeichnet sich durch einen sehr alten Baumbestand aus. Die Mitte des Friedhofs ziert eine gotisierte Kapelle aus Backstein mit Kuppeldach. Nach der starken Zerstörung des Zweiten Weltkriegs wurde die Kapelle instand gesetzt und in den nachfolgenden Jahren immer wieder saniert und modernisiert.

Als sich zu Beginn der 1920er Jahre die vollständige Belegung des damaligen Hauptfriedhofes am Sternbuschweg abzeichnete, entschied man sich seitens der Stadt für die Errichtung einer neuen Begräbnisstätte. Hinsichtlich des Geländes entschied man sich für einen Teil des Duisburger Stadtwaldes an der heutigen Düsseldorfer Straße. Nach der Herrichtung der Fläche begann man im Jahre 1923 mit den Grabbeerdigungen. Der neue Friedhof erhielt die Bezeichnung Waldfriedhof und wird alternativ auch als Neuer Friedhof bezeichnet.

Sport[Bearbeiten]

Zu bekannten Neudorfer Sportvereinen gehören unter anderem der ASC Duisburg, Duisburger Schwimmverein von 1898, Duisburger Ruderverein und TuRa 88 Duisburg

Partnerschaft[Bearbeiten]

Neudorf verbindet eine Partnerschaft mit New Dorp (Anglisierung von Nieuw dorp, Neuniederländisch für Neudorf), einem Stadtteil im Borough of Staten Island, einem Stadtbezirk von New York City in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Bürgerverein Neudorf hatte die "Stadtteilpartnerschaft" mit New Dorp in die Wege geleitet.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Duisburg-Neudorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg vom 31. Dezember 2013 (PDF; 21 kB)
  2. Marie-Louise Seidenfaden: Kolonisten aus Südhessen auf der Duisburger Heide (1770). In: Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Band 26, Seite 259 ff.
  3. Chronik des Bürgervereins Duisburg-Neudorf