Neue Frankfurter Schule

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„Die schärfsten Kritiker der Elche
waren früher selber welche“

Die Neue Frankfurter Schule (abgekürzt: NFS) ist eine Gruppe von Schriftstellern und Zeichnern, die aus der Redaktion der Satirezeitschrift pardon hervorging. Publikationsorgan wurde, nach Konflikten mit dem Pardon-Chefredakteur Hans A. Nikel, ab 1979 das Satiremagazin Titanic.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Mitglieder

Zu den Gründungsmitgliedern der NFS gehören:

Eine Reihe von Schriftstellern und Zeichnern aus dem Umkreis der Titanic kann zur zweiten Generation der NFS gezählt werden, darunter beispielsweise Max Goldt, Gerhard Henschel, Simon Borowiak, Ernst Kahl oder das Duo Rattelschneck.[1]

[Bearbeiten] Entstehung des Namens

Der Name Neue Frankfurter Schule lehnt sich an die philosophische Frankfurter Schule (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und andere) an, die in den 1930er-Jahren die sogenannte Kritische Theorie der Gesellschaft begründet hatte.

Ein offensichtlicher Grund für die Namenswahl war, dass die Stadt Frankfurt am Main, in der viele der Mitglieder lebten und wo sich die Titanic-Redaktion befindet, das Zentrum der Gruppe war. Der Bezug zur Frankfurter Schule ist zum einen satirisch zu verstehen, und im Werk der NFS gibt es zahlreiche Anspielungen, wie die unter einem verfremdeten Adorno-Porträt erscheinende Titanic-Rubrik Humorkritik oder Robert Gernhardts Buch Es gibt kein richtiges Leben im valschen, dessen Titel sich auf eine Aussage Adornos bezieht.

Jedoch existieren auch ernste Zusammenhänge zur kritischen Theorie: Oliver Maria Schmitt sieht die Kulturkritik im Zentrum des Schaffens der NFS[2], Martin Rutschky behauptet, dass das „satirische Bewußtsein“ der NFS von dem „Grundgedanken der Alten Frankfurter Schule“ gebildet werde[3], und auch Eckhard Henscheid schreibt, dass „die Säulen der NFS durchaus auf jenen der Kritischen Theorie ruhen“.[4]

Der Name „Neue Frankfurter Schule“ entstand erst viele Jahre nach deren Gründung, nämlich 1981, als für eine Gemeinschaftsausstellung von Werken Gernhardts, Traxlers und Waechters ein griffiger Name gesucht wurde.[5]

[Bearbeiten] Inhalte

Einige der von Mitgliedern der NFS geprägten Sentenzen gingen in den allgemeinen Sprachgebrauch ein, so zum Beispiel F. W. Bernsteins „Die schärfsten Kritiker der Elche // waren früher selber welche“. Die von der NFS teilweise gepflegte Sprach- und Nonsenskomik trug auch zum Erfolg des Komikers Otto Waalkes bei, für den unter anderem Bernd Eilert, Peter Knorr und Robert Gernhardt Texte verfassten.

Den Vertretern der NFS geht es keineswegs lediglich um Gesellschaftskritik, sondern vielmehr um das Unterlaufen jeglicher Sinnhaftigkeit – die systematisch betriebene Sinnverweigerung. Im Jahr 2006 erwarb die Stadt Frankfurt am Main etwa 7.000 Originalzeichnungen von F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Hans Traxler und Chlodwig Poth für ein Museum für Komische Kunst. Es wurde am 1. Oktober 2008 als eigenständige Abteilung des Historischen Museums im Leinwandhaus in Frankfurt eröffnet.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. K.C. Zehrer, S. 7
  2. O.M. Schmitt, S. 22
  3. Martin Rutschky: Vorrede in WP Fahrenberg (Hrsg.): Die Neue Frankfurter Schule, S. 10
  4. zitiert nach O. M. Schmitt, S. 22; das ist vermutlich jedoch cum grano salis zu verstehen, zieht man etwa Henscheids Buch Wie Max Horkheimer einmal sogar Adorno hereinlegte (Anekdoten über Fußball, Kritische Theorie, Hegel und Schach) von 1983 zu Rate.
  5. O.M. Schmitt, S. 26
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