Neue Johanneskirche (Mußbach)

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Neue Johanneskirche

Die neue St.-Johannes-Kirche im ehemaligen Winzerdorf Mußbach, das seit 1969 Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) ist, ist ein aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammendes Kirchengebäude der Katholiken.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die neue Johanneskirche liegt im südöstlichen Bereich des historischen Herrenhofs, der Zugang erfolgt von der 80 m entfernten Straße An der Bleiche im Süden. Nördlich der Kirche fließt der dort kanalisierte Mußbach vorbei. Der Herrenhof gehörte seit dem 13. Jahrhundert dem Johanniterorden, der später in Malteserorden umbenannt wurde. Im Nordwesten des Geländes steht die alte Johanneskirche.

Geschichte[Bearbeiten]

Die im Hochmittelalter erbaute alte Johanneskirche war nach der Reformation wie viele andere Gotteshäuser mit einer Trennwand zwischen Chor und Schiff versehen worden, um Katholiken und Protestanten als Simultaneum zu dienen. Insbesondere an dem durch die Katholiken genutzten Chor traten im Laufe der Zeit erhebliche Mängel und Schäden auf, so dass nach dem Zweiten Weltkrieg ein Ersatzgebäude in der Nähe geplant wurde.

In den späten 1950er Jahren wurde die neue Kirche als Rundbau aus Beton errichtet. 1959 wurde sie, wie schon die alte Kirche, dem Patron des einstigen Johanniterordens, Johannes dem Täufer, gewidmet. Die Weihe vollzog der Speyerer Bischof Isidor Markus Emanuel. Wenige Wochen vor der Fertigstellung des Bauwerks war mit Hilfe eines Hubschraubers der US-amerikanischen Luftwaffe eine große Lichtkuppel aus Acrylglas auf den höchsten Punkt des halbkugelförmigen Kupferdaches aufgesetzt worden, um in dessen Mitte als Rundfenster zu dienen. Nach Art eines italienischen Campanile wurde ohne bauliche Verbindung neben dem Rundbau ein 30 Meter hoher Turm errichtet. Er trug eine mit Kupfer belegte Rundhaube und erhielt ein Geläut aus vier Glocken. Die sogenannte „Unterkirche“ im Souterrain des Gebäudes wurde für Versammlungen und Veranstaltungen eingerichtet; sie ermöglicht auch kleine Gottesdienste.

Seit Dezember 2004 fehlt der neuen Johanneskirche der Turm. Dieser musste, nur 45 Jahre nach Fertigstellung, wegen Baufälligkeit abgebrochen werden, weil der Beton den Schwingungen der Glocken nicht standgehalten hatte und Risse aufgetreten waren. Der Turm soll, wenn die Finanzierung gesichert ist, als Stahlkonstruktion neu erstehen, aber nur noch zwei der alten Glocken tragen. Diese, aus Bronze gegossen und jeweils fast eine Tonne schwer, wurden bis 2010 auf dem Gelände des Schwesternhauses zwischengelagert, nach dessen Veräußerung direkt neben der Kirche.[1][2]

Am 22. April 2015 wurden die Glocken, deren Materialwert bei 10.000 € lag, untertags gestohlen. Die Diebe, die mit einem Kleinlaster angefahren waren, erweckten bei den Arbeitern, die mit den Vorbereitungen für die im Mai 2015 anstehende Errichtung des Stahlaufbaus beschäftigt waren, den Eindruck, die Glocken müssten vorübergehend umgelagert werden. Zur Ausführung des Diebstahls liehen sie sich sogar bei einem nebenan gelegenen Weinbaubetrieb einen Gabelstapler.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Kathrin Keller (kkr): Kirchenglocken gestohlen. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Nr. 96, Ludwigshafen, 25. April 2015, S. 13.
  2. a b  Petra Depper-Koch: Unglaublich gutgläubig. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Nr. 101, Ludwigshafen, 2. Mai 2015, S. 12.

49.3683088.171338Koordinaten: 49° 22′ 6″ N, 8° 10′ 17″ O