Neue Literatur

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Er behandelt eine Zeitschrift in Bukarest. Für die Leipziger Zeitschrift siehe Die Neue Literatur
Neue Literatur. Zeitschrift des Schriftstellerverbandes der SRR.
Fachgebiet Belletristik
Sprache deutsch
Verlag Bukarest
Erstausgabe 1949
Einstellung 1995
Erscheinungsweise monatlich
Chefredakteur Emmerich Stoffel, Horst Samson, Helmut Britz, Herbert Gruenwald
Herausgeber Rumänischer Schriftstellerverband

Neue Literatur (Kürzel: NL) war eine deutschsprachige Literaturzeitschrift in Rumänien.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zeitung ging aus der 1949 in Timișoara gegründeten Literaturzeitschrift Banater Schrifttum hervor, die als literarisches Jahrbuch der Temeswarer Filiale des Schriftstellerverbandes in der rumänischen Volksrepublik herausgegeben wurde. Das zweite Heft erschien im Januar 1951, das dritte als Almanach im Oktober 1951. 1956 wurde die Zeitschrift in Neue Literatur umbenannt. 1958 verlegte sie ihren Redaktionssitz nach Bukarest, wo sie nun als überregionale Zeitschrift des Schriftstellerverbandes erschien. Ab 1960 wurden jährlich sechs Ausgaben herausgegeben. 1965 erschien ein Heft zu Franz Kafka. 1968 wurden der Leserschaft Tristan Tzara und Guillaume Apollinaire vorgestellt.[1]

Ab 1968 erschien die Zeitung monatlich und erreichte ein jährliches Volumen von rund 1500 Seiten. Junge Autoren wie zum Beispiel die der Aktionsgruppe Banat wurden gefördert und Fragen des kulturellen und literarischen Selbstverständnisses wurden erörtert. 1975 druckte das Blatt in mehreren Folgen Texte der jungen ungehorsamen Generation von Lyrikern der DDR. Die Auflage lag bei 3000 Stück, wovon einige hundert im Ausland nachgefragt waren. Die Zeitschrift galt vielerorts im Deutschsprachigen Raum als eine „der interessantesten, lebendigsten und lesenswertesten“ Literaturpublikationen ihrer Zeit.[1]

Von 1971[2] bis 1984[3] war Emmerich Stoffel Chefredakteur der Zeitschrift. Horst Samson war von 1984 bis 1987 Redakteur der Zeitung.[4] In den 1980er Jahren verlor das Blatt im Trend mit anderen rumänischen Veröffentlichungen an Niveau und Offenheit und kam mit der Rumänischen Revolution 1989 zu seinem Ende.[1][5]

Helmut Britz und Herbert Gruenwald belebten als Redakteure die Neue Literatur nach der politischen Wende im Land neu,[6][7][8] letztendlich wurde das Erscheinen der Zeitung jedoch eingestellt.

In der Neuen Literatur veröffentlichten unter anderen:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Berichte und Forschungen 11/2003, Oldenbourg Verlag, 389S., S.158
  2. Horst Fassel (Hrsg.): Das deutsche Staatstheater Temeswar nach 50 Jahren vor dem Hintergrund deutscher Theaterentwicklung in Europa und im Banat seit dem 18. Jahrhundert: Beiträge der Internationalen Wissenschaftlichen Tagung in Temeswar vom 5.–7. Mai 2003. Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen 2005, 191 S., S. 143.
  3. Elke Sabiel: „Dichtet, Übersetzer, dichtet!“ Hermannstädter Tagung über die Schwierigkeiten des Übersetzens, Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 14. Juni 2013.
  4. Walter Tonţa: Banatdeutsche Schriftsteller im Visier der Securitate. Lesung und Podiumsdiskussion in Ulm, Teil 2 (→ online; PDF; 128 kB)
  5. Horst Fassel: Das Deutsche Staatstheater Temeswar (1953-2003): vom überregionalen Identitätsträger zum experimentellen Theater, Band 11 von Thalia Germanica, LIT Verlag, Münster, 2011, ISBN 3-64311-413-3, 575S., Bibliografie
  6. Peter von Becker: Mata Hari war nichts gegen mich oder: Wunder dauern nur drei Tage. In: Die Zeit, 9. August 1991
  7. Peter von Becker: Die Geheimnisse von Bukarest. In: Die Zeit, 20. September 1991
  8. Horst Förster: Kulturdialog und akzeptierte Vielfalt?: Rumänien und rumänische Sprachgebiete nach 1918, Band 8 von Schriftenreihe des Instituts für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, mit Horst Fassel, Franz Steiner Verlag, 1999, ISBN 3-79952-508-4, 288S., S.268