Neuenstein (Hohenlohe)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuenstein
Neuenstein (Hohenlohe)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuenstein hervorgehoben
49.29.5833333333333284Koordinaten: 49° 12′ N, 9° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Hohenlohekreis
Gemeindeverwal-
tungsverband:
„Hohenloher Ebene“
Höhe: 284 m ü. NHN
Fläche: 47,84 km²
Einwohner: 6301 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74632
Vorwahl: 07942
Kfz-Kennzeichen: KÜN
Gemeindeschlüssel: 08 1 26 058
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schlossstraße 20
74632 Neuenstein
Webpräsenz: www.neuenstein.de
Bürgermeisterin: Sabine Eckert-Viereckel
Lage der Stadt Neuenstein im Hohenlohekreis
Landkreis Heilbronn Landkreis Schwäbisch Hall Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Bretzfeld Dörzbach Forchtenberg Forchtenberg Ingelfingen Krautheim (Jagst) Künzelsau Kupferzell Mulfingen Neuenstein (Hohenlohe) Niedernhall Öhringen Pfedelbach Schöntal Waldenburg (Württemberg) Weißbach (Hohenlohe) ZweiflingenKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Neuenstein

Neuenstein ist eine Stadt im Hohenlohekreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Neuenstein hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge, Kocher-Jagst-Ebenen und Hohenloher-Haller Ebene.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Kupferzell, Waldenburg, Öhringen, Zweiflingen, Forchtenberg, Niedernhall und Künzelsau.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in sieben Stadtteile: Neuenstein, Kirchensall, Kleinhirschbach, Obersöllbach, Eschelbach, Kesselfeld und Grünbühl.

Zu Eschelbach das Dorf Eschelbach und das Gehöft Eichberg. Zu Grünbühl das Dorf Grünbühl, die Weiler Kesselhof, Lohe, Obereppach, Tannen, Untereppach, Waldsall und Wüchern und der Wohnplatz Hohebuch. Zu Kesselfeld das Dorf Kesselfeld, die Weiler Hohrain und Pfaffenweiler und der Wohnplatz Rebbigshof (teilweise, auch zu Waldenburg). Zu Kirchensall das Dorf Kirchensall und die Weiler Göltenhof, Langensall, Mainhardtsall und Tiergarten. Zu Kleinhirschbach das Dorf Kleinhirschbach und die Weiler Döttenweiler, Emmertshof, Großhirschbach, Löschenhirschbach, Steinsfürtle und Stolzeneck. Zu Neuenstein die Stadt Neuenstein, die Weiler Eichhof und Klumpenhof und das Gehöft Bernhardsmühle. Zu Neureut das Dorf Neureut, der Weiler Neufels und der Wohnplatz Mühle. Zu Obersöllbach das Dorf Obersöllbach.[3]

Grabplatte des Albert Kraft von Hohenlohe

Geschichte[Bearbeiten]

Die Herren von Neuenstein, die ihre Burg Neufels und die umliegende Gemeinde gegründet haben, wurden erstmals 1230 als Vertragszeugen urkundlich benannt. 1351 verlieh Kraft III. von Hohenlohe-Weikersheim mit der Genehmigung von König Karl IV. Neuenstein die Stadtrechte. Er machte die junge Stadt wehrhaft, indem er Stadtmauer und -gräben errichten ließ und förderte die lokale Wirtschaft durch Einrichtung eines Wochenmarktes. Neuenstein gehörte bis 1553 der hohenlohischen Linie von Hohenlohe-Weikersheim. Bei der hohenlohischen Landesspaltung 1553 wurde Neuenstein Sitz der Linie Hohenlohe-Neuenstein unter Graf Ludwig Casimir. Mit dem Tod von Graf Wolfgang Julius 1698 fiel Hohenlohe-Neuenstein an Hohenlohe-Öhringen, die Residenz der Grafen war fortan Öhringen. Somit war Neuenstein insgesamt von 1553 bis 1698 Residenzstadt.[4] Außerdem war das Hohenloher Gebiet zwischen 1500 und 1806 ein Teil des Fränkischen Reichskreises.

Gemeindereform[Bearbeiten]

  • 1. Juli 1971: Eingemeindung von Neureut nach Kirchensall
  • 1. Dezember 1971: Eingemeindung von Kesselfeld nach Neuenstein
  • 1. April 1972: Eingemeindung von Eschelbach und Obersöllbach nach Neuenstein
  • 1. Januar 1975: Vereinigung von Neuenstein mit Grünbühl (bis 29. September 1969 Obereppach), Kirchensall und Kleinhirschbach zur neuen Stadt Neuenstein

Religionen[Bearbeiten]

Kirche in Neuenstein
Straßenszene: Einstiges Wirtshaus

Graf Ludwig Casimir führte um 1553 die Reformation in Neuenstein ein.

Katholische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Bis 1950 gehörte die Kirchengemeinde zur Pfarrei Pfedelbach. Auch aufgrund der stark wachsenden Zahl der Katholiken (1927: 51 Katholiken, 1953: 962 Katholiken) in der Nachkriegszeit wurde Neuenstein gemeinsam mit der ebenfalls zu Pfedelbach gehörenden Gemeinde Öhringen von Pfedelbach abgetrennt, in Neuenstein wurde ein sog. Expositurvikariat errichtet. Damit gehörte Neuenstein zur Stadtpfarrei St. Joseph Öhringen.

Die 1950 geweihte Barackennotkirche auf dem Franzosenfriedhof an der Kirchensaller Straße war viel zu klein, so dass eine neue Kirche gebaut werden musste. Diese wurde am 2./3. November 1957 durch den Rottenburger Weihbischof Wilhelm Sedlmeier geweiht. Zur eigenständigen katholischen Pfarrei und Kirchengemeinde Christus König erhoben wurde Neuenstein durch den Bischof von Rottenburg Georg Moser auf den 1. Januar 1981. Am 19. Oktober 2000 unterzeichneten die Kirchengemeinden Neuenstein und Öhringen einen Kooperationsvertrag für eine Seelsorgeeinheit, in der beide Kirchengemeinden weiterhin selbstständig sind. Die Kirchengemeinde Neuenstein gehört zum Dekanat Hohenlohe im Bistum Rottenburg-Stuttgart.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 12 Sitze
Aktive Bürger 07 Sitze
SPD 01 Sitz

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Neuensteiner Wappens lautet: In Silber ein roter Spitzhammer. Die Stadtflagge ist Rot-Weiß.

Der Spitzhammer, auch als Steinhammer bezeichnet, war schon Bestandteil des Familienwappens des Neuensteiner Ortsadels. In den hohenloheschen Hausfarben Weiß und Rot fand er Eingang in das Wappen, das Kaiser Maximilian I. am 15. April 1509 der Stadt Neuenstein verlieh und das auch die nach der Kommunalreform entstandene neue Stadt Neuenstein weiterhin führt. Wappen und Flagge wurden der Stadt am 11. November 1975 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.[5]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Es bestehen Städtefreundschaften zu Thurles, Irland und Nissoria, Italien.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Neuenstein ist durch die Bundesautobahn 6 (SaarbrückenWaidhaus) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Heilbronn–Crailsheim, die von 1860 bis 1867 erbaut wurde.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Neuenstein befindet sich ein Werk des Automobilzulieferers Getrag mit über 1000 Mitarbeitern.

Bildung[Bearbeiten]

Neuenstein verfügt über eine Grund- und Werkrealschule. Die Schule Neuenstein ist eine der 34 Starterschulen, die ab dem Schuljahr 2012/2013 die ersten baden-württembergischen Gemeinschaftsschulen sein werden.[6]

Schloss Neuenstein, Südfassade im Winter
Schloss Neuenstein, Westfassade im Spätsommer

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neuenstein liegt an der Burgenstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei führt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Im Schloss Neuenstein befindet sich u. a. das Hohenlohe-Zentralarchiv, das Eigentum der verschiedenen Linien der ehemaligen Fürsten von Hohenlohe ist, aber vom Land Baden-Württemberg verwaltet wird und öffentlich zugänglich ist. Das Schloss wurde in den Jahren 1906 bis 1925 nach Entwürfen des Architekten Bodo Ebhardt restauriert und um ein Geschoss aufgestockt.

Die evangelische Stadtkirche wurde 1609 bis 1611 anstelle einer spätgotischen Kapelle erbaut, deren Chor und Turmuntergeschosse in den Neubau miteinbezogen wurden.

Der 1620 erbaute Bürgerturm, ein Turm der ehemaligen Stadtbefestigung, dient als Aussichtsturm und Wanderheim.

Die evangelische Marienkirche in Kirchensall ist im Dezember 2013 Denkmal des Monats der Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die Eiche am Emmertshof ist eine der stärksten und ältesten Stieleichen in Süddeutschland.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Wilhelm Schrader, hohenlohischer Mundartdichter (* 12. Januar 1847; † 31. Oktober 1914)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Ulrich Heinrich * 11. Dezember 1939 in Tettnang; † 16. Oktober 2007 in Heidelberg war ein deutscher Politiker (FDP) und wohnte in Neuenstein-Großhirschbach

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Quelle für den Abschnitt Stadtgliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 206–212
    Zusätzliche Quellen zu Wohnplätzen in Neuenstein und Waldenburg:
    Website der Stadt Neuenstein zu Kesselfeld (abgerufen am 12. Juni 2011)
    Der Hohenlohekreis. Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Hohenlohekreis. Thorbecke, Ostfildern 2006, ISBN 3-7995-1367-1, Band 2, S. 345 und 426 (Baden-Württemberg – Das Land in seinen Kreisen)
    Karlheinz Englert: Waldenburg. Bild einer Stadt in Hohenlohe. Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-862-3, S. 82–83, 99, 109
  4. Hohenlohekreis: Neuenstein: Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten. Online auf www.hohenlohekreis.de, abgerufen am 26. Oktober 2014
  5. Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 105
  6. Gesamtliste der Starterschulen der Gemeinschaftsschule bei kultusportal-bw.de (PDF; 39 kB; abgerufen am 11. März 2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuenstein (Hohenlohe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien