Neues Bülacher Tagblatt

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Logo des Neuen Bülacher Tagblattes als eigenständiger Zeitungstitel bis am 2. November 2013.

Das Neue Bülacher Tagblatt (NBT) war bis 2013 eine Tageszeitung und obligatorisches Publikationsorgan für das Zürcher Unterland. Seither erscheint es noch als Untertitel des Zürcher Unterländers.

Geschichte[Bearbeiten]

Vom Volksfreund zum Tagblatt[Bearbeiten]

Die Zeitung wurde 1866 als zweimal wöchentlich erscheinender Bülacher Volksfreund gegründet und erschien in der Druckerei von Heinrich Hager in Bülach. Nach dessen Tod übernahm Heinrich Graf die Buchdruckerei mit dem Verlagsrecht. Erst 23-jährig übernahm Karl Graf 1910 das Unternehmen. Unter dem Namen Bülach-Dielsdorfer Volksfreund erschien das Blatt nun dreimal wöchentlich, bevor es 1957 unter der Leitung der beiden Söhne Karls, Hans-Ulrich und Heini Graf, seinen endgültigen Namen erhielt und zur Tageszeitung wurde.[1]

Sie war bis Ende Oktober 2006 die letzte unabhängige - in Familienbesitz befindliche - Tageszeitung des Kantons Zürich. Ein Zeuge der einst sprichwörtlichen Pressevielfalt der Schweiz. 1995 wurde ein nie aufgeklärter, vermutlich politisch motivierter Brandschlag auf das Neue Bülacher Tagblatt verübt. Das Tagblatt erschien jeweils am Mittwoch in Grossauflage von ca. 35'000 Exemplaren.

Bis zum Vorstoss des Tages-Anzeigers ins Regionalnachrichten-Geschäft des Zürcher Unterlands war das als konservativ geltende Neue Bülacher Tagblatts Hauptkonkurrent des als liberal geltenden Zürcher Unterländer.

Konzentration[Bearbeiten]

Seit dem 1. November 2006 erscheinen diese beiden Zeitungen unter einem Kopfblattsystem mit der Dachmarke Zürcher Landzeitung und bezüglich Inhalt und Layout viele Gemeinsamkeiten.[2] Die Titel- und Lokalseiten unterschieden sich vom Unterländer, die regionalen Seiten jedoch identisch mit dem ehemaligen Konkurrenten; den Mantelteil bezogen beide von der Zürichsee-Zeitung. Es wurde jedoch seitens der NZZ Wert darauf gelegt, die von der Leserschaft geschätzten Eigenheiten und pointierten Kommentare blieben mit der eigenen Redaktion erhalten.[3] Familie Graf führt die Kundendruckerei und Papeterie der 1882 gekaufte Druckerei im Stammhaus seither unter dem Namen Copy44 weiter.[1]

Logo des Neuen Bülacher Tagblattes als Untertitel des früheren Konkurrenz- und späteren Partnerblattes ab 14. November 2013

Am 15. April 2010 kündigte Tamedia an, die Zürcher Unterland Medien AG (Eigentümerin des Neuen Bülacher Tagblatts und des Zürcher Unterländers) zu 100 Prozent von der Freien Presse Holding (Neue Zürcher Zeitung) zu übernehmen.[4]

Ab 2011 bis am Samstag, 2. November 2013 unterschied sich das Tagblatt vom Unterländer nur noch durch den andersfarbigen Titelkopf. Ab Montag, 4. November erscheint der Zürcher Unterländer mit dem klein beigefügten Schriftzug des NBT. Eine Splittausgabe wird nicht mehr erstellt.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschichte der Druckerei Graf
  2. Kleinreport vom 26. Juli 2006
  3. Die NZZ schluckt das NBT
  4. Medienmitteilung der Tamedia vom 15. April 2010
  5. Einheitlicher Titel; Kurzmeldung auf Titelseite, ZU, 4. November 2013