Neuffen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Esslingen | |
| Höhe: | 408 m ü. NN | |
| Fläche: | 17,45 km² | |
| Einwohner: |
6116 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 350 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 72637–72639 | |
| Vorwahlen: | 07025 07123 (Kappishäusern) |
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| Kfz-Kennzeichen: | ES | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 16 046 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Hauptstraße 19 72639 Neuffen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Matthias Bäcker (SPD) | |
| Lage der Stadt Neuffen im Landkreis Esslingen | ||
Neuffen ist eine kleine Stadt in Baden-Württemberg im Landkreis Esslingen. Die Stadt gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart. Mit den Gemeinden Beuren und Kohlberg hat die Stadt Neuffen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. Neuffen ist mit seiner gesamten Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Neuffen liegt rund 27 Kilometer südlich von Stuttgart am Fuße des Hohenneuffens am Nordrand der Schwäbischen Alb, dem so genannten Albtrauf. Die Neuffener Altstadt liegt 407 m, die Burgruine Hohenneuffen 743 m über Meereshöhe.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Die Stadt Neuffen grenzt im Norden an die Gemeinde Frickenhausen (Markungen Linsenhofen und Tischardt), im Nordosten an Beuren, im Osten an Erkenbrechtsweiler, im Süden an Hülben und Dettingen an der Erms, im Westen an die Stadt Metzingen und an Kohlberg.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Zu Neuffen gehören die Stadtteile Kappishäusern und Neuffen. Das Gebiet der Stadtteile ist identisch mit den Gemarkungen der ehemals selbstständigen Gemeinden gleichen Namens. Die beiden Stadtteile bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Der Stadtteil Kappishäusern bildet eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher mit dem Namen Neuffen-Kappishäusern.[2] Zum Stadtteil Kappishäusern gehört das Dorf Kappishäusern. Zum Stadtteil Neuffen gehören die Stadt Neuffen, die Höfe Jushof und Pfingstbuckel und die Häuser Hart und Im Hardt. Die Burg Hohenneuffen ist nicht als Wohnplatz genannt. Im Stadtgebiet liegen die abgegangenen Ortschaften Bodelsberg, Winden und Hofstetten, das jedoch möglicherweise mit den beiden Höfen Bodelsberg und Winden identisch ist.[3]
Geschichte [Bearbeiten]
Historie [Bearbeiten]
Die erste keltische Besiedlung begann um 100 v. Chr. Im ersten Jahrtausend nach der Zeitenwende eroberten Alemannen das Gebiet. Um 1100 entstand die Burg Hohenneuffen. Der Ort, der sich im Tal bildete, unterstand wie die Burg den Herren von Nifen. Aufgrund der guten Kontakte der Nifens erhielt Neuffen bereits 1232 die Stadtrechte. 1303 verkaufte Liutgard von Nifen Neuffen an Württemberg.
Vom 14. Jahrhundert bis 1806 war Neuffen Sitz eines Amtes. Mit der württembergischen Teilung 1442 aufgrund des Nürtinger Vertrages wurde Neuffen vorübergehend Verwaltungssitz des östlichen Landesteils. Ab 1543 erfolgte der Ausbau der Burg Hohenneuffen zur Landesfestung. Beim Stadtbrand 1634 wurde Neuffen fast vollständig zerstört. Ab 1801 wurde die Burg teilweise abgebrochen. Das Amt Neuffen wurde 1806 dem neu gebildeten Oberamt Nürtingen zugeordnet. 1900 wurde mit der Tälesbahn erstmals ein Schienenanschluss der kleinen Stadt realisiert. 1938 kam Neuffen zum neu gegründeten Landkreis Nürtingen, mit dem die Stadt 1973 im Landkreis Esslingen aufging.
Im August 1948 führten die Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden Reinhold Maier und Südbaden Leo Wohleb sowie der Innenminister von Südwürttemberg-Hohenzollern Viktor Renner auf dem Hohenneuffen Gespräche zur Gründung eines neuen Südweststaats, dem heutigen Baden-Württemberg.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
- 1. Juli 1972: Kappishäusern
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
- 1834: 1789 (Neuffen), 203 (Kappishäusern)
- 1861: 1840 (Neuffen), 206 (Kappishäusern)
- 1900: 1707 (Neuffen), 252 (Kappishäusern)
- 1939: 2184 (Neuffen), 301 (Kappishäusern)
- 1946: 3083 (Neuffen), 378 (Kappishäusern)
- 1961: 3801
- 2005: 6231
- 2010: 6164
Ortsteile [Bearbeiten]
Kappishäusern [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Kappishäusern
Kappishäusern wurde erstmals 1396 urkundlich erwähnt. Es gehörte damals den Grafen von Achalm-Urach und kam dann zu Württemberg, wo es in das Amt Neuffen eingegliedert wurde. Kappishäusern hat die geografische Lage einer funktionalen Exklave. Auf dem Straßenweg ist es nur über den Nachbarort Kohlberg zu erreichen.
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1954–1986 Kurt Schmid
- 1986–2010 Wolfgang Schmidt
- seit 1. Januar 2011 Matthias Bäcker
Gemeinderat [Bearbeiten]
Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 21 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,76 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
| Freie Wählervereinigung Neuffen-Kappishäusern | 6 Sitze | (28,49 %) |
| CDU | 6 Sitze | (28,43 %) |
| SPD | 5 Sitze | (23,18 %) |
| Unabhängige Bürgerliste | 4 Sitze | (19,89 %) |
Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.
Wappen [Bearbeiten]
Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold übereinander drei mit dem Mundstück nach (heraldisch) links gekehrte schwarze Hifthörner mit goldenen Beschlägen und schwarzen Fesseln.“
Die älteste bekannte farbige Darstellung des Stadtwappens stammt aus dem Jahr 1535 und geht auf das Wappen der Stadtgründer, der Herren von Neuffen, zurück.
Religionen [Bearbeiten]
Die evangelische Kirchengemeinde ist in das Evangelische Pfarramt Ost und West untergliedert. Sie trifft sich in der gotischen Martinskirche. Zudem gibt es eine evangelische Freikirche. In der Lichtensteinstraße steht die katholische Kirche. Außerdem gibt es einen Alevitischen Kulturverein in Neuffen.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Zunächst Landwirtschaft (Ackerbau, Weinbau, Obstbäume, Kleinvieh), danach Weber, danach Textilindustrie, danach Schwerpunkt auf Metall-Industrie.
An den Hängen unterhalb der Ruine Hohenneuffen befindet sich eine der höchstgelegenen Weinlagen in Deutschland. Die Großlage Hohenneuffen, zu der neben den Lagen Neuffens auch die in Beuren, Linsenhofen, Kohlberg, Kappishäusern, Metzingen und Weilheim an der Teck gehören, zählt zum Bereich Remstal-Stuttgart. Neuffen ist Sitz der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck.
Verkehr [Bearbeiten]
Die Tälesbahn nach Nürtingen verbindet Neuffen mit dem überregionalen Schienennetz. Montag bis Freitag verkehrt die Tälesbahn in der Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Takt, in der Nebenverkehrszeit und an Samstagen stündlich. Seit März 2013 verkehren die modernen Regio-Shuttle-Züge, die auch unter der Woche im Einsatz sind, auch sonntags von 9 bis 20 Uhr im 60-Minuten-Takt.
An Sonn- und Feiertagen im Sommerhalbjahr wird auf der Strecke einmal pro Monat ein Museumsbahnbetrieb der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen durchgeführt.
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
Neuffen verfügt neben einer Grundschule auch über eine Hauptschule und eine Realschule.
Freizeit- und Sportanlagen [Bearbeiten]
Das Angebot umfasst das Sportgelände Spadelsberg, das Höhenfreibad Neuffen, die städtische Sporthalle und die Sporthalle des Turnerbundes Neuffen. Außerdem betreibt der Turnerbund bei ausreichender Schneelage im Winter einen Skilift. Neuffen liegt direkt unterhalb des Schwäbische-Alb-Nordrand-Wegs HW1 (Fernwanderweg).
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Dem Besucher fällt von weitem sofort der Hohenneuffen ins Auge, die zweitgrößte Festungsruine Baden-Württembergs. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Kleinstadt Neuffen, ihren besonders zur Zeit der Kirschblüte lieblichen Talschluss, den Albrand und die Voralb-Landschaft. Die Neuffener Heide, ein Naturschutzgebiet, ist wegen ihres Orchideen-Reichtums bekannt. Die Wanderung von Metzingen über Jusi, Sattelbogen, Hörnle und Barnberg zum Hohenneuffen gehört – auch wenn nur in Teilstrecken begangen – zu den schönsten Albwanderungen. Neuffen liegt an der Württemberger Weinstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.
Museen [Bearbeiten]
Neben dem Stadtmuseum im Großen Haus gibt es auch ein Ordensmuseum.
Bauwerke [Bearbeiten]
- Burgruine Hohenneuffen
- Martinskirche mit Ölberg aus dem Jahre 1504
- Schilling’sches Großes Haus
- Melchior-Jäger-Haus
- Rathaus
- Stadtmauer (nur noch teilweise erhalten)
- Bahnhof Neuffen
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
Seit 1986 ist der ehemalige Bürgermeister Kurt Schmid Ehrenbürger von Neuffen.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Robert von Reinhardt (1843–1914), Architekt
- Wilhelm Steinhilber (1892–1977), Lokalgeschichtsforscher
- Jörg Biel (* 1943), Prähistorischer Archäologe, bis 2008 Landeskonservator
Persönlichkeiten, die in Neuffen gelebt oder gewirkt haben [Bearbeiten]
- Gottfried von Neifen (13. Jahrhundert)
- Friedrich Wilhelm Fischer (1779–1836), Stadt- und Amtsschreiber und Oberamtsverweser in Neuffen, Landtagsabgeordneter
- Neben der Familie Julius Marx wohnte in den 1930er Jahren auch der nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Dichter und Schriftsteller bekannte Leopold Marx in Neuffen. 1938 wurde die Gurten- und Bandweberei der Familie Marx „arisiert“.
- Wilhelm Karl König (* 1935), Mundartdichter. Er wuchs im Stadtteil Kappishäusern auf.
- Jörg Döpper (* 1942), Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter, lebt in Neuffen.
- Thomas Brdarić (* 1975), deutscher Fußballnationalspieler, ist in Neuffen aufgewachsen.
Literatur [Bearbeiten]
- Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 708–756.
- Gotthold Hezel: Neuffen und Hohenneuffen, ein Führer durch Landschaft und Stadt Stadtverwaltung Neuffen 1957.
- Walter Bär: Der Neuffen, Geschichte und Geschichten um den Hohenneuffen. Herausgegeben von der Stadt Neuffen, 1992.
- Manuel Werner: Cannstatt – Neuffen – New York. Das Schicksal einer jüdischen Familie in Württemberg. Mit den Lebenserinnerungen von Walter Marx. Nürtingen/Frickenhausen 2005, ISBN 3-928812-38-6.
- Der Landkreis Esslingen – Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 227.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Internetseite der Stadt
- Festungsruine Hohenneuffen
- Burgführungen und alles zur Geschichte der Burgruine Hohenneuffen
- Historisches Lexikon Bayerns: Neuffen, Herren von (Sarah Hadry)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Hauptsatzung der Stadt Neuffen vom 31. Januar 1989, zuletzt geändert am 10. Juli 2001
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 213–215.
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