Neufraunhofen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neufraunhofen
Neufraunhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neufraunhofen hervorgehoben
48.39166666666712.213333333333495Koordinaten: 48° 24′ N, 12° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Velden (Vils)
Höhe: 495 m ü. NHN
Fläche: 17,94 km²
Einwohner: 1066 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84181
Vorwahl: 08742
Kfz-Kennzeichen: LA
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 154
Gemeindegliederung: 42 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 42
84149 Velden
Webpräsenz: www.neufraunhofen.de
Bürgermeister: Bernhard Gerauer (CSU / Freie Wählerschaft)
Lage der Gemeinde Neufraunhofen im Landkreis Landshut
Adlkofen Aham Altdorf Altfraunhofen Baierbach Bayerbach bei Ergoldsbach Bodenkirchen Bruckberg Buch a.Erlbach Eching Ergolding Ergoldsbach Essenbach Furth Geisenhausen Gerzen Hohenthann Kröning Kumhausen Neufahrn Neufraunhofen Niederaichbach Obersüßbach Pfeffenhausen Postau Rottenburg a.d.Laaber Schalkham Tiefenbach Velden Vilsbiburg Vilsheim Weihmichl Weng Wörth a.d.Isar Wurmsham Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Regensburg Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-BogenKarte
Über dieses Bild
Die Schlosskirche St. Johannes der Täufer

Neufraunhofen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Velden.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Neufraunhofen liegt im Landkreis Landshut, im Dreieck der Städte Landshut (im Norden), Vilsbiburg (im Nord-Osten) und Erding (im Süd-Westen) gelegen, im sogenannten Niederbayerischen Hügelland (Holzland).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Neufraunhofen hat 42 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Neufraunhofen mit einer Gebietsfläche von knapp 18 km² wurde am 1. Mai 1978 aus Teilen der früheren Gemeinden Neufraunhofen und Vilslern neu gebildet. Weitere Teile dieser Gemeinden kamen zu Velden.[3] Die Gemeinde gehört seit dem 1. Mai 1978 der Verwaltungsgemeinschaft Velden (Vils) an.

Laut einer von Graf Georg von Soden-Fraunhofen verfassten Chronik befand sich an der Stelle, wo sich heute das Dorf Neufraunhofen ausbreitet, ursprünglich ein Edelsitz mit Namen Öd, der erstmals 1180 urkundlich erwähnt wird. Das ist das Jahr, in dem Otto von Wittelsbach nach der Absetzung Heinrichs des Löwen durch Kaiser Barbarossa zum Herzog von Bayern ernannt wurde. Die Herren von Öd übten am Hof der Wittelsbacher das Schenkenamt aus, wodurch ihr Stammsitz Öd, was so viel wie Vatergut, in der Einöde liegender Erbhof bedeutet, den Namen "Schenkenöd" erhielt. Um 1390 übernahm Wilhelm von Fraunhofen den Sitz, baute die Burg neu aus und ließ sie in Neuen Fraunhofen umbenennen, während sein Vetter in Fraunhofen blieb, das nunmehr Alten Fraunhofen genannt wurde. Alt- und Neufraunhofen waren Reichslehen, die nur dem Kaiser unterstanden. Dazu gehörten noch Teile der Gemeinden Baierbach, Wambach, Sulding, Obergangkofen, Gundihausen, Münchsdorf und Windten.

Ende 1805 wurden die beiden Ortschaften in den bayerischen Staat durch die Rheinbundakte eingegliedert. Die Schlossgebäude mit Kirche in Neufraunhofen erhielten zwischen 1709 und 1720 durch teilweisen Um- und Ausbau ihr heutiges Aussehen. Die Schlosskirche ist ein Bauwerk von höfischer Eleganz.

Die zum Teil im spätgotischen Stil und im Jugendstil in Hinterskirchen erbaute Kirche und die gotische Kirche in Georgenzell sind ebenfalls besonders sehenswert.

Die Gemeinde Neufraunhofen ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Dazu gibt es verschiedene Gewerbe-, Handwerks- und Handelsbetriebe. Nachdem die Schulreform den Abzug der Klassen nach Velden gebracht hatte, konnte durch den Neubau eines Kindergartens in Neufraunhofen wieder "Leben" in die Gemeinde gebracht werden. Spielplätze in Neufraunhofen und Hinterskirchen sind beliebte Freizeiteinrichtungen.

In der Gemeinde gibt es ein pulsierendes Vereinsleben. Sie bieten ein abwechslungsreiches Angebot auf sportlichem, kulturellem und gesellschaftlichem Sektor. Zu erwähnen sind unter anderem der Sportverein, die drei Freiwillige Feuerwehren, ein Schützenverein, die Krieger- und Soldatenkameradschaften, zwei Frauenvereine sowie der Verein für Gartenbau- und Landespflege. Der Trachtenverein Hinterskirchen zählt zu den größten und bekanntesten Trachtengruppen in Bayern. Seit 1683 gibt es in Neufraunhofen den sogenannten Theobaldimarkt, der im Jahr 1991 durch Gründung des Theobaldimarkt- und Fördervereins zu neuem Leben erweckt wurde. Weitum bekannt ist das schon traditionelle Hinterskirchener Volksfest.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Stand Einwohner
06.06.1961 969
27.05.1970 966
31.12.2005 1095
31.12.2006 1074
31.12.2007 1081
31.12.2008 1102
31.12.2012 1066

Religionen[Bearbeiten]

Bis 1945 war die Gemeinde fast ausschließlich vom römisch-katholischen Glauben geprägt. Durch die Flüchtlingswanderungen nach dem 2. Weltkrieg (Heimatvertriebene) aus Schlesien (Winzig) war auch eine kleine Gemeinde an evangelisch Gläubigen in der Gemeinde von nun an anzutreffen. Für diese Bürger wurde in Kleinvelden (nahe Velden/Vils) die kath. Filialkirche St. Lambertus vom Veldener Pfarrer Johann Ev. Maier zur Abendmahlfeier zur Verfügung gestellt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Etwas östlich von Neufraunhofen befindet sich im sogenannten Burgholz die "Burglochschanze", eine sagenumwobene Wallanlage aus grauer Vorzeit.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Bernhard Gerauer (CSU/Freie Wählerschaft).

Haushalt[Bearbeiten]

Stand Gesamtsteuereinnahmen
2007 499.000 €
2008 499.000 €
2009 512.000 €

(Gesamtsteuereinnahmen: Einkommensteuer abzüglich Gewerbesteuerumlage; 2008 und 2009 nur Ansätze)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Etwa 10  km nordöstlich von Neufraunhofen verläuft die Bahnstrecke Neumarkt-Sankt Veit–Landshut; der nächstgelegene Bahnhof ist Geisenhausen. Eine Busverbindung besteht wochentags mit einer Linie der Regionalbus Ostbayern GmbH zu den Bahnhöfen Vilsbiburg (etwa 15  km nordöstlich gelegen) und Landshut (Bay) Hbf (etwa 20  km nördlich), dem Knotenbahnhof der Region.

Etwa 5  km südöstlich von Neufraunhofen verläuft die Bundesstraße 388 MünchenPassau, etwa 7  km westlich die Bundesstraße 15 RegensburgRosenheim.

Bildung[Bearbeiten]

Zahl der vergebenen Kindergartenplätze:

Stand Plätze
1.1.2007 44
1.1.2008 48
1.1.2009 61

Freizeit[Bearbeiten]

Sehr beliebt ist in Neufraunhofen der Sport. Seit 75 Jahren gibt es deshalb den Sportverein Neufraunhofen (SVN), mit den Abteilungen Fußball, Tennis, Ski, Tanzsport und Turnen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neufraunhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. bayerische-landesbibliothek-online.de
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 617.