Neufundland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Insel Neufundland. Für weitere Bedeutungen siehe Neufundland (Begriffsklärung).

Vorlage:Infobox Insel/Wartung/Bild fehlt

Neufundland
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 48° 34′ N, 55° 47′ W48.566294444444-55.777297222222814Koordinaten: 48° 34′ N, 55° 47′ W
Neufundland (Kanada)
Neufundland
Fläche 108.860 km²
Höchste Erhebung The Cabox
814 m
Einwohner 479.105 (2005)
4,4 Einw./km²
Hauptort St. John’s
Karte von Neufundland
Karte von Neufundland

Neufundland, genauer: Neufundland und Labrador, ist Kanadas östlichste Provinz. Die Insel Neufundland (englisch Newfoundland, französisch Terre-Neuve) liegt vor der Nordostküste Nordamerikas im Atlantischen Ozean, hier im äußersten Mündungsgebiet des Sankt-Lorenz-Stroms. Die Insel Neufundland gab der gesamten Provinz ihren Namen. Die Provinz Neufundland erstreckt sich zudem über die weitaus größere Labrador-Region, die sich im nördlichen Teil der Provinz auf kanadischem Festland befindet. Die Insel Neufundland selbst ist der am dichtesten besiedelte Teil der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador.

Geographie und Klima[Bearbeiten]

Von Labrador ist Neufundland durch die Belle-Isle-Straße getrennt, von der Kap-Breton-Insel durch die Cabotstraße. Die Provinz von Neufundland und Labrador hat eine Gesamtfläche von 404.720 km². Die Insel selbst hat eine Fläche von 108.860 km² (mit allen vorgelagerten Inseln wie Twillingate, Fogo und Bell Island insgesamt 111.390 km²). Der östlichste Vorposten der Insel, die Halbinsel Avalon mit der Hauptstadt St. John's, verfügt hingegen lediglich über eine Fläche von 9700 km². Dabei wird die Insel – von den Einheimischen als „The Rock“ bezeichnet – von mehr als 500.000 Einwohnern bewohnt. Auf dem Festland von Labrador mit 294.330 km² Fläche leben hingegen nur 28.000 Menschen.

Die Insel Neufundland bietet einen 9656 km langen Küstenstreifen. Zusammen mit den 7886 Küstenkilometern von Labrador besitzt die Provinz eine insgesamt 17.542 km lange Küste. Die Provinzhauptstadt St. John’s mit gut 100.000 Einwohnern befindet sich auf der im äußersten Südosten der Insel gelegenen Halbinsel Avalon. Etwa die Hälfte der Bevölkerung (250,000) lebt im Einzugsgebiet von St. John’s. Die Stadt verfügt über ein hervorragendes natürliches Hafengelände für Fischerei und Hochseeschifffahrt; die Universitätsstadt unter dem Signal Hill ist zudem die älteste Hafenstadt Nordamerikas. Dieser äußerste Osten Nordamerikas liegt Europa am nächsten, insofern bot sich der Naturhafen in St. John's auch als erster Anlandepunkt für Neusiedler aus der Alten Welt an. Der Provinzhauptstadt vorgelagert ist Cape Spear, das nicht nur der östlichste Punkt der Insel („First to See the Sun“), sondern auch des gesamten nordamerikanischen Kontinents (ohne Grönland) ist. Etwa 25 km südlich von Neufundland liegt die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon, ein französisches Überseegebiet (collectivité d’outre-mer, offiziell mit COM abgekürzt).

Höchster Punkt der Insel ist der 814 m hohe Berg The Cabox in den Long Range Mountains an der Westküste bei Corner Brook. Längster Fluss ist der 322 km lange Exploits River, der vom Red Indian Lake aus nach Nordosten fließt.

Labrador wiederum ist eines der letzten großen Wildnisgebiete der Erde mit mehr als 300.000 km² unberührter Natur. Labradors Bergketten enthalten einige der ältesten freiliegenden Felsformationen der Erde. Die Torngat, Kaumajet und die Kiglapait Mountains sind steile Felswände, die 1500 m aus dem Meer ragen. Eine Vielfalt an Wild wie Elche, Wölfe, Luchse, Stachelschweine, auch Eisbären ist vorhanden. Im Meer finden sich Wale und Robben, an der Küste große arktische Hasen. Angler treffen auf Bachforellen und atlantischen Lachs.

Neufundland ist ein raues, vom Wetter und vom Einfluss des Atlantik geprägtes Land. Der eisige Labradorstrom bringt im Frühsommer Ketten von vorbeidriftenden Eisbergen mit sich. Obwohl sich die Insel mit ihren zerklüfteten, felsigen Küsten auf derselben geographischen Höhe wie Mitteleuropa befindet, liegen die Temperaturen deutlich tiefer. Das Wetter ist ganzjährig kühl. Die Sommer sind kurz, mit Temperaturen um 16 °C. In den Küstengebieten kann ganzjährig mit Niederschlag gerechnet werden. Lediglich im Bereich der Küstenregionen sorgt maritimes Klima für milde Winter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. In den Festlandbereichen Neufundlands ist es generell trockener; die Winter in Labrador sind deutlich kälter als auf der Insel selbst. Trotz der kühlen und kurzen Sommer sind vereinzelte hohe Temperaturen selbst in den subarktischen Bereichen im Norden der Provinz keine Seltenheit.

Geschichte[Bearbeiten]

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Die ersten Bewohner Labradors waren wohl die maritimen archaischen Indianer, die in der Zeitspanne zwischen 8000 bis 3500 v. Chr. in Nordamerika lebten (vgl. Geschichte der First Nations). Ausgrabungen an der L’Anse Amour Site an der Ostküste Labradors sind auf ca. 7500 v. Chr. datierbar. Spätestens um 4000 v. Chr. kamen diese Indianer auch an die Küste Neufundlands. Zwischen 3500 und 2500 v. Chr. hatten sich daraus wahrscheinlich die „Intermediate Indians“ entwickelt, die auch im Landesinneren lebten. In Port au Choix an der Westküste Neufundlands werden Indianerfriedhöfe aus verschiedenen Epochen seit langem ausgegraben.

Um 4000 v. Chr. bis 2000 v. Chr. verdrängten bzw. übernahmen die Prä-Dorset-Inuit die Siedlungsgebiete der archaischen Indianer. Um 2400 v. Chr. kamen dann die Prä-Dorset-Inuit aus dem Nordosten nach Labrador und Neufundland. Allerdings verschwanden sie ungeklärterweise wieder von der Insel. Um 1400 v. Chr. wanderte die dritte Welle von Inuit, die Thule, von Alaska her ein. Ab ca. 1700 v. Chr. bis in die moderne Zeit waren verschiedene Gruppen von Indianern auf der Insel verbreitet. Die wichtigsten Gruppen waren bzw. sind die Beothuk und die Micmac. Die letzte Beothuk, Shanawdithit, starb 1829 in St. John’s. Die Micmac sind die letzten „Native Indians“ in Neufundland; in Labrador leben die Inuit, die Nachfahren der Thule-Inuit.

Ungesichert sind die Theorien, dass Brendan, ein irischer Mönch, im sechsten Jahrhundert Neufundland erreicht hat. Als sicher gilt dagegen, dass die Wikinger (Bjarni Herjólfsson, Thorvald Eiriksson, Leif Eriksson) auf mehreren Fahrten um 1000 n. Chr. nach Neufundland und Labrador kamen. Offenbar hielt der Sohn Eriks des Roten, Leif Eriksson, im Sommer 1003 von Grönland aus Kurs nach Westen, erreichte zunächst unwirtliches „kaltes Land“, vermutlich die heutige Baffin-Insel, ging dann auf Südkurs und fand nach einigen Tagen eine Küste mit Wäldern und sanft zum Meer hin abfallenden Sandstränden: Das Markland, Waldland, war erreicht. Eine Küste ohne Buchten, dafür mit langen Stränden und Sand. An dieser Stelle mussten die Zustände für die Wikinger, verglichen mit den Bedingungen auf Grönland, paradiesisch gewesen sein. Im hohen Mittelalter herrschte in diesen Breiten eine relative Warmzeit: Das unterstützt die Berichte, denen zufolge außergewöhnlich große Lachse sich in den Seen und Flüssen tummelten, es gab – zumindest in diesem Jahr – keinen Winterfrost, dafür reichlich Bauholz, Beeren und satte Weideflächen. 1961 entdeckte Helge Ingstad eine Wikingersiedlung im äußersten Norden der Insel. L’Anse aux Meadows steht heute auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Wahrscheinlich ist, dass dies das Vinland (nicht Weinland, sondern Grasland) der Wikinger ist. Es wurde schon im Jahre 1076 von Adam von Bremen beschrieben.

15. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Karte von Neufundland von James Cook und Michael Lane

Im 15. Jahrhundert kam der portugiesische Seefahrer (João Cortes Real) Neufundland nahe. Aber erst am 24. Juni 1497 sah nachweislich der erste Europäer – John Cabot (anglisiert; italienisch Giovanni Caboto), ein italienischer Seefahrer in Diensten des englischen Königs, der von Bristol kam – das amerikanische Festland in Labrador, nachdem er auf der gleichen Reise schon in Bonavista auf Neufundland gelandet war. Der Name Neufundland leitet sich von Cabots Bezeichnung newe founde islande ab (deutsch neu gefundene Insel). 1583 nahm England die Insel offiziell in Besitz.

Im 17. Jahrhundert konkurrierten England und Frankreich um die Insel; damals erreichte der Kabeljaufang durch baskische und französische Fischer seinen Höhepunkt. Beide Seiten setzten Gouverneure ein und förderten die Ansiedlung ihrer Landsleute. Durch den Frieden von Utrecht 1713 fiel Neufundland endgültig an England. Im Jahre 1832 erhielt Neufundland eine regionale Vertreterversammlung.

Im 19. Jahrhundert setzte eine weitere Einwanderungswelle ein, vor allem aus Irland, aber auch aus Schottland und Skandinavien. Die Insel prosperierte.

Im Juni 1882 wurde die erste Eisenbahnlinie über die Insel gebaut. Die ersten Passagiere wurden aber erst 1898 mit dem Zug befördert, der wegen seiner Geschwindigkeit „Newfie Bullet“ genannt wurde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Bis zur Fertigstellung des Trans-Canada-Highway (TCH) im Jahr 1967 war die Bahnlinie die einzige Überlandverbindung von Port aux Basques im Westen zur Provinzhauptstadt St. John’s im Osten. Kurz nach Fertigstellung des TCH, am 2. Juli 1969, wurde der letzte Passagier befördert. Ganz eingestellt wurde die Eisenbahn am 1. September 1988, nachdem die Bundesregierung den weiteren Ausbau des TCH zugesichert hatte. Heutzutage ist man dabei, die gesamte Strecke für den Tourismus zugänglich zu machen, indem man sie in den Newfoundland T'Railway Provincial Park umwandelt. Im Juni 1919 führten John Alcock und Arthur Whitten Brown von Neufundland aus den ersten Non-Stop-Flug über den Atlantik durch. Neufundland (engl. Dominion of Newfoundland) existierte von 1907 bis 1934 als eigenständiges Dominion innerhalb des Britischen Reiches.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Lange Zeit galt Neufundland als die die ärmste Provinz Kanadas. Seit der Jahrtausendwende erlebt die Provinz einen Ölboom, heute prosperiert das Land und hat teil an einem der höchsten Lebensstandards weltweit.

Zur Geschichte der Fischerei in Neufundland[Bearbeiten]

Die Geschichte der Menschen in Neufundland ist unlösbar verbunden mit der Geschichte der Fischerei, speziell des Dorsches oder Kabeljaus. Denn die sauren und moorigen Böden Neufundlands sind für die Landwirtschaft kaum nutzbar. Fisch war seit jeher die ausschließliche Lebensgrundlage von Einheimischen und Neuankömmlingen. Bezeichnenderweise finden sich Ortschaften nur an der Küste, kaum im Landesinneren; die Siedlungen waren nur mit dem Boot erreichbar. Vor der Küste Neufundlands trifft der eisige und nährstoffreiche Labradorstrom auf den wärmeren Golfstrom: So bildeten sich vor Neufundland jene unvorstellbaren Kabeljaugründe, ohne die die Küsten eher unbewohnt geblieben wären. – Dass der Kabeljau aus den Meeren verschwinden würde, wäre für die Wikinger im 10. Jahrhundert kaum vorstellbar gewesen: Sie folgten den enormen Kabeljauschwärmen nach Westen. Auf ihrer Jagd nach dem Fisch gelangten sie von Island über Grönland bis nach Amerika. Den Wikingern folgten die Basken nach Neufundland, die nun die Kunst des Einsalzens entdeckten. Danach gingen die Engländer an Land. Überliefert sind Berichte, denenzufolge man auf dem Meer vor Neufundland vor Fischen nicht mehr sehen konnte – oder auch, dass man sie in Körben aus dem Wasser schöpfen konnte: Die Schwärme seien so dicht gewesen, dass sie die Boote bremsten. – Im 16. Jahrhundert waren es die spanischen und portugiesischen Flotten, für die der Kabeljau in der Neuen Welt eine wichtige Nahrungsquelle wurde. In der Folgezeit machte der Kabeljau 60 Prozent des gesamten Fischverzehrs in Europa aus. – Im Rekordjahr 1968 wurden alleine in Kanada 810.000 Tonnen Kabeljau angelandet. Jedoch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Fischerei im Atlantik existenzbedrohend: Die Ausbeutung der Meere mit rücksichtsloser Abfischung von Jungtieren führte zu einem drastischem Rückgang der Bestände; durch die Überfischung wurde der Kabeljau derartig dezimiert, dass es zu den sogenannten Kabeljau-Kriegen kam. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Island und Großbritannien, Kanada inklusive, wurden 1976 vorübergehend unterbrochen. Der Zusammenbruch der Kabeljau-Fischerei hatte die Insel in den 1990er Jahren in eine existentielle Krise gestürzt – mit einer Massenarbeitslosigkeit, die nahezu ein Viertel der Bevölkerung betraf. Die internationalen Fischereigesetze brachten massive Beschränkungen; zusätzlich müssen sich die Fischer mit den alljährlichen Protesten gegen die Ende März beginnende Robbenjagd auseinandersetzen. Von den tiefgreifenden sozialen Krisen erholt sich Neufundland – mit Umstrukturierung der wirtschaftlichen Grundlagen (Ölquellen, Tourismus) – erst in jüngster Zeit.

Siehe zur Geschichte auch:

Naturparks[Bearbeiten]

Auf der westlichen, Amerika zugewandten Seite der Insel Neufundland liegt der Gros-Morne-Nationalpark. Zu seinen naturgeschichtliche Attraktionen gehören der Fjord Western Brook Pond und die Tablelands. Das 600 m hohe Plateau (Table) ist insofern geologisch einzigartig, als hier älteste Gesteinsschichten freiliegen, die Einblicke ins Erdinnere zulassen. Dieser Nationalpark wurde 1973 gegründet. Wegen seiner außergewöhnlichen Schönheit und der einzigartigen geologischen Gegebenheiten wurde der Gros-Morne-Nationalpark 1987 in die Liste der World Heritage Sites der UNESCO aufgenommen. Durch den Terra-Nova-Nationalpark kommt man auf dem Highway No. 1 auf dem Weg von St. John’s nach Gander mit einem wichtigen Luftdrehkreuz. Verteilt über die gesamte Insel findet man etliche Reservate zum Schutz einzigartiger Pflanzen und Tiere, wie Cape St. Mary’s oder Witless Bay.

Tourismus[Bearbeiten]

Ein Fischerei-Outport

Die Entwicklung eines sanften Tourismus bedeutet für die Neufundländer neben der Ölförderung einen wichtigen Erwerbszweig, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die traditionellen, reichhaltigen Fischgründe mittlerweile erschöpft sind. Mindestens seit der Jahrtausendwende erkennen die Bewohner Neufundlands, dass der Tourismus, neben dem Erdöl im Hibernia-Ölfeld und dem Terra-Nova-Ölfeld, ein Wirtschaftszweig mit Zukunft ist. Durch die abgeschiedene Lage der Insel entwickelte sich der Tourismus langsamer: Vor allem Jäger und Wanderer, auch Künstler und Individualtouristen besuchten zunächst die Insel, häufig mit dem Campingmobil von anderen Teilen Kanadas oder von den USA aus. heutzutage hat der Pauschaltourismus – zunehmend auch Touristen aus Europa – diesen äußersten östlichen Vorposten Nordamerikas längst für sich entdeckt. St. John’s an der Ost- und Corner Brook an der Westküste sind üblicherweise in den Sommermonaten beliebte Anlaufhäfen für Kreuzfahrtschiffe. Mittlerweile gibt es ein breites Angebot an Adventure-Touren und Winterurlaub. Starke Brandung und der kalte Labradorlandstrom aus dem Norden schließen einen Badeurlaub an der Atlantikküste zwar aus, aber die unzähligen Seen erreichen im Sommer durchaus Badetemperaturen. Insbesondere die Erschließung der außerordentlich reizvollen Felsenküste über den East Coast Trail auf der weit nach Osten in den Atlantik reichenden Halbinsel Avalon mit der Provinzhauptstadt St. John’s lädt Naturbegeisterte ein: zu Bed & Breakfast-Wander-Touren entlang der Küste, aber auch zu Whalewatching-Bootsfahrten oder zum Beobachten von mächtigen Eisbergen draußen vor der Küste. Karibuherden, Seevögelkolonien und Wale bieten spektakuläre Foto-Motive. Kunst, Handwerk und lokales Brauchtum laden zum Verweilen ein.

Flüge: Neufundland und Labrador ist gut auf dem Luftweg zu erreichen. Der Internationale Flughafen von St. John's wurde im Jahre 1941 eröffnet und befindet sich nördlich von St. John's.

Eisenbahn: Quebec North Shore & Labrador Railway bietet eine Zugverbindung zwischen Sept-Îles, Quebec und Labrador an. Die Fahrt dauert rund zehn Stunden.

Auto: Der Trans-Canada-Highway (Route 1) führt von Port aux Basques an der Westküste nach St. John’s, die Strecke beträgt 905 km. Die Route 500 ist eine Schotterstraße, die Labrador von Happy Valley-Goose Bay im Osten nach Labrador City/Wabush im Westen durchzieht. Die Straße ist jedoch nur per Allradfahrzeug befahrbar.

Größte Orte[Bearbeiten]

(Einwohnerzahlen von 2006)

  1. St. John’s (106.172)
  2. Mount Pearl (24.671)
  3. Conception Bay South (21.966)
  4. Corner Brook (20.083)
  5. Grand Falls-Windsor (13.558)
  6. Paradise (12.584)
  7. Gander (9951)
  8. Stephenville (6588)
  9. Torbay (6281)
  10. Portugal Cove-St. Philip’s (5575)

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Fischfang als nahezu ausschließliche Quelle des Lebensunterhalts der Neufundländer machte Wege und Straßenverbindungen auf der Insel bis weit ins 20. Jahrhundert hinein überflüssig. Die Menschen lebten entsprechend isoliert in Dörfern entlang der Küste und verkehrten per Boot miteinander. Die weltabgeschiedene Lage der Kommunen hatte zur Folge, dass sich Brauchtum, Folklore und sprachliche Charakteristika der einstigen Neuansiedler lange – und z. T. bis heute – erhalten haben. So hört man neben dem amerikanischen Englisch noch immer altartiges Englisch und Französisch, insbesondere irische Ausdrücke und gelegentlich u. a. auch Portugiesisch. Erst nach dem Anschluss Neufundlands an Kanada 1949 und dem damit verbundenen Ausbau von Infrastruktur, Radio[1] und Fernsehen erreichte die Moderne diese weltabgelegenen Dörfer und verdrängten diese sprachlichen Besonderheiten. Heutzutage ist Neufundland eine der Regionen mit der prozentual höchsten Verbreitung des Internets. 2009 hatten fast 70 Prozent der Einwohner Internetzugang (einschl. Labrador).[2]

Zur Mentalität der „Newfies“, wie Neufundländer in Kanada oft bezeichnet werden, gibt der Roman The Shipping News (dt. Schiffsmeldungen) von Annie Proulx einen umfassenden Uberblick. Dieses Buch wurde mit der Auflage verfilmt, die Aufnahmen in Neufundland zu machen. Die Neufundländer dankten es, indem sie einen Küstenstrich nach dem Helden „Quoyles Land“ nannten. Der gleichnamige Film wurde 2001 mit den Darstellern Kevin Spacey und Julianne Moore in der Nähe von Trinity (Bonavista Bay) gedreht.

Die „Newfies“ sind gelegentlich Objekt von Witzen und gelten insofern als die „Ostfriesen Nordamerikas“. Dabei stammen meisten Newfie-Witze von den Newfies selbst, die ihrerseits auch die Umständlichkeit anderer Kanadier aufs Korn nehmen (z. B. der Begriff Torontonians, der für „Leute aus Toronto und vom Festland“ steht) darstellen (vgl. Ostfriesenwitz).[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Newfoundland and Labrador Tourism (Hrsg.): Newfoundland & Labrador: Travel Guide, jährlich
  • Elke Dettmer (Hrsg., Übersetzg.): Neufundland und Labrador - Insider berichten; Verlag Johnson Family Foundation, 2001; ISBN 0968567231, 9780968567234.
  • Bernard D. Fardy: John Cabot - The Discovery of Newfoundland, Creative Book Publishing, 1994
  • Bernice Morgan: Am Ende des Meeres, dtv, München, 1998 (org. Waiting for time)
  • Bernice Morgan: Die Farben des Meeres, btb Goldmann, München, 1998 (org. Random Passage)
  • Bob Tulk: Newfie Jokes, Newfie Jokes, Corner Brook, 1971 ff.
  • Daniel Woodley Prowse: A History of Newfoundland (Neuausgabe), Boulder Publications Ltd., Portugal Cove, 2002
  • E. Annie Proulx: Schiffsmeldungen, List, München, 1995 (org. Shipping News)
  • Farley Mowat: A Whale For The Killing, McClelland & Stewart, Toronto, 1972
  • Farley Mowat: The Farfarers, Key Porter Books, Toronto 1998
  • Farley Mowat: The Boat Who Wouldn't Float, McClelland & Stewart, Toronto, 1969
  • Farley Mowat: Westviking, McClelland & Stewart, Toronto, 1965
  • Howard Norman: Das Fresko, Fischer Taschenbuch, Frankfurt, 1997 (org. The Bird Artist)
  • Margaret Elphinstone: Der Weg nach Vinland, List, München, 2002 (org. The Sea Road)
  • Mark Kurlansky: Der Fisch, der die Welt veränderte, Claassen, München, 1997 (org. Cod. A Biography of the Fish That Changed the World)
  • Story, Kirwin und Widdowson: Dictionary of Newfoundland English, University of Toronto Press, Toronto, 1982
  • Wayne Johnston: Die Kolonie der unerfüllten Träume, Hoffmann und Campe, Hamburg 1999 (orig. The Colony of unrequieted dreams)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neufundland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Broadcasting Corporation of Newfoundland war schon 1939 gegründet worden und ging 1949 in der Canadian Broadcasting Corporation auf; vgl. Jeff A. Webb, The Voice of Newfoundland: A Social History of the Broadcasting Corporation of Newfoundland, University of Toronto Press, 2008. ISBN 978-0802095534
  2. Statistics Canada, abgerufen am 4. September 2013
  3. https://www.uclouvain.be/cps/ucl/doc/psyreli/documents/gug_2008_4_S28.pdf Wiseman, Untersuchungen zu Psychologie des Lachens, S. 30; Peter Ludwig Berger, Erlösendes Lachen, Berlin: de Gruyter 1998, S. 62