Neugersdorf
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Görlitz | |
| Höhe: | 433 m ü. NN | |
| Fläche: | 5,53 km² | |
| Einwohner: | 6163 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1114 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 02727 | |
| Vorwahl: | 03586 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GR | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 26 340 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstr. 39/41 02727 Neugersdorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Verena Hergenröder (parteilos) | |
| Lage der Stadt Neugersdorf im Landkreis Görlitz | ||
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Neugersdorf [ˌnɔʏˈɡɛrsˌdɔrf] ist eine sächsische Kleinstadt im Landkreis Görlitz. Die Stadt im Südosten Sachsens liegt an der Grenze zu Tschechien.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Neugersdorf wurde erstmalig im Mai 1306 urkundlich erwähnt. In einer Urkunde der Markgrafen Otto und Woldemar von Brandenburg, Lausitz und Landsberg wurde sie als Gherardesdorpp bezeichnet. Der Ort erhielt Beinamen wie Bösengerhardsdorff (1408), Gerhartstorff malum (1419), Bösengerisdorff (1419), diese legen die Vermutung nahe, dass ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse herrschten. Eine weitere Variante mag dem vermeintlichen Räuberunwesen der feudalen Hofbesitzer entsprungen sein.
Am 10. Juni 1429 wurde der Ort vollständig von den Hussiten vernichtet. Die Dorfstatt blieb jahrhundertelang wüst und überwaldete. Eine wechselvolle Geschichte folgte. Der Besitzer wechselte immer wieder. Im Jahre 1657 wurde auf dem Flurstück Gersdorfer Wald das Dorf Neu-Gersdorf gegründet. Seine ersten Bewohner waren Flüchtlinge, die 26 Häuser errichteten. Wenige Jahre später kam es zu einer weiteren Gründung, diesmal von böhmischen Flüchtlingen, die mit acht Häusern Alt-Gersdorf gründeten.
Da die Landwirtschaft keine ausreichenden Voraussetzungen für den Lebensunterhalt bot, nutzten die neuen Bewohner ihre mitgebrachten Kenntnisse der Weberei und begründeten damit eine lange Tradition der Textilwirtschaft in diesem Gebiet.
Obwohl beide Dörfer selbständig waren und verschiedenen Grundherrschaften angehörten, wuchsen sie allmählich zusammen und verschmolzen zunehmend durch persönliche Verbindungen, gemeinsame Vereine und öffentliche Einrichtungen, wie Kirche, Feuerwehr, Standesamt, Sparkasse, Bahnhof, Post.
Die industrielle Blüte des 19. Jahrhunderts brachte auch wirtschaftlichen Aufschwung nach Neugersdorf. Villen, Geschäftshäuser, Fabriken wurden errichtet und neue Bebauungs- und Industriegebiete besiedelt.
Die Textilbranche legte das wirtschaftliche Fundament, dieses wurde unterstützt durch die Einführung der Dampfkraft (3. Februar 1855) und den Eisenbahnanschluss (1. November 1874). Die Entwicklung der Textilindustrie und des Textilmaschinenbaues führte zu Unternehmen von Weltruf.
Am 1. Januar 1899 vereinigten sich die beiden zusammengewachsenen Dörfer Alt-Gersdorf und Neu-Gersdorf zu der neuen Gemeinde „Alt- und Neugersdorf“. Im September des gleichen Jahres wurde der Name auf Neugersdorf geändert. Fünfundzwanzig Jahre später, am 15. Dezember 1924, wurde Neugersdorf zur Stadt erhoben. Das Stadtwappen ließ dann nochmals sieben Jahre auf sich warten. Es zeigt einen Kranich mit einem Hufeisen in der rechten Kralle. Die Stadtfarben sind Schwarz-Gelb.
[Bearbeiten] Verkehr
Neugersdorf besitzt drei Grenzübergänge für Pkw nach Tschechien. Diese lauten:
- Neugersdorf / Ortsumgehung S 148 - Rumburk (Rumburg)
- Neugersdorf / Hauptstraße - Jiříkov (Georgswalde)
- Neugersdorf / Rudolf-Breitscheid-Straße - Jiříkov (Georgswalde)
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Neugersdorfer Spreequelle, die ergiebigste der drei Spreequellen.
- Stadtbezirk Büttnerborn – typische Oberlausitzer Umgebindehäuser
[Bearbeiten] Bauwerke
- Bismarckturm, 1904 errichtet
- Evangelisch-Lutherische Kirche – barocker Kirchenbau von 1738.
- Wasserturm von 1927
[Bearbeiten] Sport
Bedeutendster Sportverein von Neugersdorf ist der FC Oberlausitz. Er spielt in der Landesliga Sachsen (2006/2007).
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Gierschdurfer Schiss`n ; Der jährlich stattfindende Jacobimarkt ist das größte Volksfest der Oberlausitz.
Neugersdorf ist eine Karnevalshochburg mit langer Tradition: -zu DDR-Zeiten NKC(Neugersdorfer Karnevalsclub) -ab 1991 Oberlausitzer Karnevalsgesellschaft - OKG.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Johann Gottlob Schneider sen. (1753–1840) Organist und Kantor.
- Johann Christian Friedrich Schneider (1786–1853) Organist an der Thomaskirche zu Leipzig. Musikdirektor am Leipziger Stadttheater. Hofkapellmeister in Dessau. Schuf Konzerte und Chorwerke. Ehrendoktor der Universitäten Leipzig und Halle.
- Johann Gottlob Schneider jun. (1789–1864) genannt „Orgelkönig“, wurde in Leipzig Nachfolger seines Bruders als Organist an der Universitätskirche und später Hoforganist an der Evang. Hofkirche (Sophienkirche) zu Dresden.
- Ernst Moritz Ludwig Ettmüller (1802–1877) Professor für altdeutsche Sprache und Literatur an das Obergymnasium nach Zürich, später an der Universität. Er war eng befreundet mit Richard Wagner, Gottfried Keller und Ludwig Uhland.
- Hermann Ullrich (1900–1986), Botaniker, Ordinarius in Bonn und Stuttgart
[Bearbeiten] Literatur
- Autorenkollektiv: Die südöstliche Oberlausitz mit Zittau und dem Zittauer Gebirge. Reihe Werte unserer Heimat Bd. 16. Akademie Verlag. Berlin 1971.
- Karl August Fritsche: Chronik der Stadt Neugersdorf. Ortsgeschichte der Parochie Gersdorf. Verlag Ostsachsen Druckerei. Löbau 1929. (Nachdruck der Originalausgabe von 1857) (Digitalisat)
- Carl Melzer: Chronik von Neugersdorf. Verlag Teller & Roßberg. Neugersdorf 1903. (Digitalisat)
- Stadt Neugersdorf (Hrsg.): Neugersdorf. Stadt am Hutungsberg. Lusatia-Verlag. Bautzen 2007.
[Bearbeiten] Weblinks
- Neugersdorf - Bilder einer Stadt (zahlreiche historische Ansichten)
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