Neukamperfehn

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Neukamperfehn führt kein Wappen
Neukamperfehn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neukamperfehn hervorgehoben
53.3333333333337.551Koordinaten: 53° 20′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Leer
Samtgemeinde: Hesel
Höhe: 1 m ü. NN
Fläche: 6,27 km²
Einwohner:

1.650 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 263 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26835
Vorwahl: 04946
Kfz-Kennzeichen: LER
Gemeindeschlüssel: 03 4 57 015
Lage der Gemeinde Neukamperfehn im Landkreis Leer
Borkum Lütje Horn (gemeindefrei) Bunde Weener Westoverledingen Rhauderfehn Leer (Ostfriesland) Ostrhauderfehn Detern Jemgum Moormerland Nortmoor Brinkum Neukamperfehn Holtland Firrel Schwerinsdorf Filsum Uplengen Hesel Landkreis Leer Landkreis Leer (Borkum) Niedersachsen Landkreis Emsland Königreich der Niederlande Emden Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Friesland Landkreis Ammerland Landkreis CloppenburgKarte
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Neukamperfehn ist eine Gemeinde im Landkreis Leer im zentralen Ostfriesland. Sie ist Teil der Samtgemeinde Hesel im Bundesland Niedersachsen. Die Gemeinde besteht seit der Gemeindereform 1973. Der Name des Orts ist ein Kunstwort und ist aus den Namen der beiden Ortsteile Stiekelkamperfehn und Neuefehn zusammengesetzt. Neukamperfehn hat also nichts mit dem Friesoyther Ortsteil Kamperfehn zu tun. Die Gemeinde Neukamperfehn hat eine Größe von 627 Hektar und etwa 1600 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Lage

Neukamperfehn liegt im ehemaligen Moorgebiet in Zentralostfriesland. Im Norden grenzt Neukamperfehn an den Ort Timmel (Gemeinde Großefehn) im Landkreis Aurich, im Westen liegt Jheringsfehn (Gemeinde Moormerland), im Süden und Osten wird es von den Ortsteilen Stikelkamp und Beningafehn der Gemeinde Hesel umschlossen.

[Bearbeiten] Geschichte

Neukamperfehn entstand im Zuge der niedersächsischen Gemeindereform im Jahr 1973, als die Orte Stiekelkamperfehn und Neuefehn zu einer Gemeinde innerhalb der Samtgemeinde Hesel zusammengefasst wurden. Die Geschichte der beiden Dörfer reicht jedoch deutlich weiter zurück. Diese wurden beide als Fehnsiedlungen im Moor (niederdeutsch: Fehn) im Jahr 1660 gegründet und gehören damit zu den ältesten Fehndörfern Ostfrieslands. Den Fehn-Charakter erkennt man noch an zahlreichen Kanälen (Wieken), die den Ort durchziehen.

Neuefehn wurde 1660 von den Niederländern Albert und Cord Jobus gegründet und hieß zunächst Jobusfehn und später Neues Timmeler Fehn. Der Name wurde schließlich zu Neues Fehn bzw. Neuefehn verkürzt. Politisch gehörte Neuefehn bis 1973 zum Altkreis Aurich, kirchlich bis 1912 zur Kirchengemeinde Timmel.

Stiekelkamperfehn wurde 1660 vom benachbarten ehemaligen Johannitergut Stikelkamp aus gegründet und nach diesem benannt. Die Moorsiedlung fand 1734 als Stiekelkamper Vehn, 1848 auch als Stickelkamper Fehn Erwähnung. Im Jahr 1912 wurde die Kirchengemeinde Stiekelkamperfehn gegründet, die seitdem auch Neuefehn und Beningafehn umfasst.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Neukamperfehn besteht aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[2] Die 11 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[3]

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze  Veränderung Stimmen  Veränderung Sitze
SPD 54,5 % 6 +18,5 % +1
Allgemeine Wählergemeinschaft (AWG) 41,5 % 5 -13,6 % -1
Die Linke 4,0 % 0 +0,6 % +0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 52,8 %[3] geringfügig über dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 %.[4] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 54,9 %.[5]

Bei überkommunalen Wahlen ist Neukamperfehn traditionell eine SPD-Hochburg mit Ergebnissen jenseits der 50 Prozent.[6]

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Orte Beningafehn und Stikelkamp gehören zwar zur Gemeinde Hesel, bilden jedoch baulich und vom dörflichen Leben her eine Einheit mit Neukamperfehn. Dies gilt etwa für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St.Nikolai, das Einzugsgebiet der örtlichen Grundschule, den Sportverein, die Freiwilligen Feuerwehr und andere Aktivitäten. Umgangssprache ist bei vielen Dorfbewohnern das ostfriesische Plattdeutsch.

Neuefehnkanal mit Schleuse

Unmittelbar östlich des Ortes steht der Stikelkamper Wald, eine der seltenen Waldflächen in Ostfriesland. Dort sind etwa das Gut Stikelkamp und der Waldfriedhof der ehemaligen örtlichen Gutsfamilie Lantzius-Beninga zu finden. Der Ort selbst ist reich an der reizvollen Fehnlandschaft. Der Sauteler Kanal trennt über eine weite Strecke die Ortsteile Stiekelkamperfehn und Neuefehn. Auch ist in Neuefehn eine restaurierte Schleuse im Fehnkanal zu sehen.

Seit Mai 2010 findet das Benefizfestival Pixxen-Festival jährlich auf dem Festplatz statt. Außerdem feierte die Gemeinde im August 2010 mit einem Straßenfest den 350. Geburtstag der beiden Ortsteile unter dem Motto „350 Jahr Fehndörpen bi´t Gut Stikelkamp“.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Neukamperfehn besitzt ein kleines Gewerbegebiet. Eine Nahversorgung ist wegen der Größe der Gemeinde nur bedingt sichergestellt. Den nächsten Verbrauchermarkt finden die Bürger erst in Hesel oder Moormerland. In jüngerer Zeit setzt die Gemeinde immer mehr auf den Fremdenverkehr.

[Bearbeiten] Verkehr

Schienenverkehr

Bis zur Aufhebung der Personenverkehrs der Kleinbahn Leer–Aurich–Wittmund 1956 bestand unmittelbar östlich Stiekelkamperfehns, im benachbarten Heseler Ortsteil Stikelkamp, für die umliegenden Dörfer eine Bahnstation. Das alte Bahnhofsgebäude ist noch vorhanden. Es diente zwischenzeitlich dem örtlichen Sportverein und ist heute das Wohngebäude einer größeren Landwirtschaft.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

  • Uke Bosse, Fernsehmoderator und Journalist, wuchs im Neukamperfehntjer Ortsteil Stiekelkamperfehn auf

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 19. November 2011
  3. a b Gemeinde Neukamperfehn – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 25. November 2011
  4. www.ndr.de: Abwärtstrend bei Wahlbeteiligung gestoppt, abgerufen am 25. November 2011
  5. Gemeinde Neukamperfehn – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2006, abgerufen am 25. November 2011
  6. http://www.ostfriesischelandschaft.de/ortschronisten/Ortsartikel/HOO_Neukamperfehn.pdf

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Neukamperfehn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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