Neukieritzsch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neukieritzsch
Neukieritzsch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neukieritzsch hervorgehoben
51.15138888888912.409722222222143Koordinaten: 51° 9′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 143 m ü. NHN
Fläche: 56,96 km²
Einwohner: 6940 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04575
Vorwahlen: 03433, 034342
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 320
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulplatz 3/4
04575 Neukieritzsch
Webpräsenz: www.neukieritzsch.de
Bürgermeister: Henry Graichen
Lage der Gemeinde Neukieritzsch im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
Über dieses Bild

Neukieritzsch ist eine Gemeinde im Landkreis Leipzig in Sachsen.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten]

Neukieritzsch liegt in der Leipziger Tieflandsbucht etwa 25 km südlich von Leipzig und 9 km nordwestlich der Kreisstadt Borna. Zwischen dem Leipziger Neuseenland im Osten und dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain im Westen gelegen, wird sie von der Pleiße durchflossen. Die B 176 und die Bahnstrecke Leipzig–Hof führen durch die Gemeinde. Außerdem beginnt hier die Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Böhlen, Rötha, Espenhain, Borna, Regis-Breitingen, Groitzsch und Zwenkau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Kirche in Kieritzsch
Katharina-von-Bora-Kirche in Neukieritzsch

Zur Gemeinde gehören neben dem eigentlichen Ort Neukieritzsch die Ortsteile Lippendorf und Kieritzsch sowie Deutzen, Lobstädt, Kahnsdorf und Großzössen.

Geschichte[Bearbeiten]

Während die eingemeindeten Ortsteile zum Teil auf eine mehr als 500jährige Geschichte zurückblicken, ist die Geschichte des Ortes Neukieritzsch eng mit dem Bau der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn verbunden. Diese eröffnete im Jahr 1842 ihren ersten Streckenabschnitt LeipzigAltenburg, an dem der heutige Bahnhof Neukieritzsch zunächst der einzige Zwischenhalt war. Dieser Bahnhof lag zu dieser Zeit auf freiem Feld, jeweils etwa drei Kilometer von den Dörfern Kieritzsch, Pürsten und Breunsdorf entfernt. Obwohl das Gebiet des Bahnhofs noch zur Gemarkung von Pürsten gehörte, erhielt der Bahnhof die Bezeichnung Kieritzsch. Von diesem Bahnhof aus wurden 1867 die Anschlussstrecken nach Borna und 1909 nach Pegau errichtet. Mit dieser Stellung als Bahnknoten wuchs die neu entstandene Siedlung um den inzwischen mit einem neuen Bahnhofsgebäude ausgestatteten Bahnhof rasch. Auch die in unmittelbarer Umgebung neu entstandenen Fabriken, so z. B. eine Zuckerrübenfabrik, die um 1850 gebaut wurde und aus der 1864 eine Wollwäscherei wurde, sowie die 1901 gegründete Braunkohlegewerkschaft Breunsdorf mit ihrem Hauptsitz südlich des Bahnhofs, trugen zu dieser Entwicklung bei.

Ortseingang von Neukieritzsch mit Tagebaufundstücken

Da nach dem Ersten Weltkrieg auf Grund des Versailler Vertrags das Ruhrgebiet unter französischer Besatzung stand und damit die Versorgung Deutschlands mit Steinkohle stark beeinträchtigt war, wurde nun vom Staat der Braunkohlenbergbau gefördert, was besonders dem Mitteldeutschen Braunkohlerevier zugutekam. Neben neu entstandenen Siedlungen für die Bergarbeiter wurde der Bahnhof Kieritzsch zu einem bedeutenden Rangierbahnhof ausgebaut.

Nachdem sich 1934 die östlich der Bahnlinie gelegenen Orte Kahnsdorf, Pürsten und Zöpen zur neuen Gemeinde Kahnsdorf (zur bis 2008 selbstständigen Gemeinde Lobstädt gehörend) zusammengeschlossen hatten, entstand auch der Bedarf für eine administrative Neugliederung der inzwischen hauptsächlich westlich des Bahnhofs kräftig gewachsenen Siedlung. Daraufhin bestimmte der NS-Reichsstatthalter für Sachsen, Martin Mutschmann, am 1. November 1935 die Bildung der neuen Gemeinde Neukieritzsch.

In den Folgejahren sowohl während als auch nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in der Umgebung neue Industriebetriebe, so 1941/1942 das Ferrolegierungswerk Lippendorf und ab 1963 das Kraftwerk Lippendorf. Auch vergrößerten sich die Chemischen Werke Böhlen (heute zu Dow Chemical gehörend). Dadurch entstand Bedarf nach neuem Wohnraum, einerseits für die neuen Arbeitskräfte, andererseits für die bis dahin auf dem Gelände der neuen Betriebe wohnenden Menschen. Dies hatte zur Folge, dass in den 1960er Jahren im Süden und Norden des Ortes neue Wohngebiete entstanden.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 50,1 %
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60
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40
30
20
10
0
50,6 %
21,4 %
16,2 %
12,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
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+4,2 %p
+1,1 %p
-1,5 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b FWN Sport

Am 1. Juli 1996 wurde Lippendorf-Kieritzsch eingemeindet.[3] Am 1. April 2008 kam Lobstädt hinzu.[4] Am 1. Juli 2014 wurde Deutzen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils zum 31. Dezember des Jahres):

  • 1998: 4418
  • 1999: 4183
  • 2000: 3908
  • 2001: 3740
  • 2002: 3700
  • 2003: 3651
  • 2004: 3384
  • 2007: 5938
  • 2009: 5740
Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gemeindeamt
Grundschule

Der Bahnhof Neukieritzsch liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Hof (Sächsisch-Bayerische Eisenbahn), Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz sowie der ehemaligen Bahnstrecke Neukieritzsch–Pegau. Nachdem dort der Reiseverkehr 1997 eingestellt wurde, wurde sie 1999 endgültig stillgelegt. In Neukieritzsch halten meist stündlich Züge der Regionalbahnlinie Neukieritzsch-Glauchau und der MRB-Linie Leipzig-Geithain.

Ferner liegt Neukieritzsch an der Bundesstraße 176.

Wirtschaftlich wird die Gemeinde von der Braunkohle dominiert: Im Ortsteil Lippendorf befindet sich ein Braunkohlekraftwerk, westlich der Gemeinde der Tagebau Vereinigtes Schleenhain, welcher u. a. über ein 14 km langes Förderband das Kraftwerk in Lippendorf versorgt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Markt mit Lutherdenkmal
Aussichtspunkt bei Neukieritzsch in den Tagebau
  • Lutherdenkmal aus dem Jahr 1884 auf dem Markt, umgesetzt aus der Wüstung Zölsdorf, Luther hat dort 1540 seiner Frau Katharina einen Witwensitz gekauft.
  • Die Kirche in Kieritzsch mit Medaillons von Martin und Katharina Luther ist eine Luthergedenkstätte.
  • Gedenktafel in Lippendorf, dem Geburtsort von Katharina von Bora, an der Katharina-Luther-Kapelle
  • Die Katharina-von-Bora-Kirche in Neukieritzsch wurde 1998 geweiht.
  • Der Pleiße-Radweg und der Lutherweg Sachsen führen durch die Gemeinde.
  • Im Süden der Gemeinde gibt es einen Aussichtspunkt in den westlich gelegenen Tagebau.

Kultur[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • Musikverein Neukieritzsch-Regis e. V.
  • Gemischter Chor Neukieritzsch e. V. (seit 1889)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neukieritzsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinderatswahl 2014. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 24. September 2014.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008