Neukieritzsch
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
![]() |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Leipzig | |
| Höhe: | 143 m ü. NN | |
| Fläche: | 50,34 km² | |
| Einwohner: |
5514 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 110 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04575 | |
| Vorwahlen: | 034342, 03433 | |
| Kfz-Kennzeichen: | L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 7 29 320 | |
| Gemeindegliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Schulplatz 3/4 04575 Neukieritzsch |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Henry Graichen | |
| Lage der Gemeinde Neukieritzsch im Landkreis Leipzig | ||
Neukieritzsch ist eine Gemeinde im Landkreis Leipzig in Sachsen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie und Verkehr
Neukieritzsch liegt in der Leipziger Tieflandsbucht etwa 25 km südlich von Leipzig und 9 km nordwestlich der Kreisstadt Borna. Zwischen dem Leipziger Neuseenland im Osten und dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain im Westen gelegen, wird sie von der Pleiße durchflossen. Die B 176 und die Bahnstrecke Leipzig–Hof führen durch die Gemeinde. Außerdem beginnt hier die Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind Böhlen, Rötha, Espenhain, Borna, Deutzen, Regis-Breitingen, Groitzsch und Zwenkau.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Zur Gemeinde gehören neben dem eigentlichen Ort Neukieritzsch die Ortsteile Lippendorf und Kieritzsch sowie Lobstädt, Kahnsdorf und Großzössen.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Geschichte des Ortes Neukieritzsch ist eng mit dem Bau der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn verbunden. Diese eröffnete im Jahr 1842 ihren ersten Streckenabschnitt Leipzig–Altenburg, an dem der heutige Bahnhof Neukieritzsch zunächst der einzige Zwischenhalt war. Dieser Bahnhof lag zu dieser Zeit auf freiem Feld, jeweils etwa drei Kilometer von den Dörfern Kieritzsch, Pürsten und Breunsdorf entfernt. Obwohl das Gebiet des Bahnhofs noch zur Gemarkung von Pürsten gehörte, erhielt der Bahnhof die Bezeichnung Kieritzsch. Von diesem Bahnhof aus wurden 1867 die Anschlussstrecken nach Borna und 1909 nach Pegau errichtet. Mit dieser Stellung als Bahnknoten wuchs die neu entstandene Siedlung um den inzwischen mit einem neuen Bahnhofsgebäude ausgestatteten Bahnhof rasch. Auch die in unmittelbarer Umgebung neu entstandenen Fabriken, so z. B. eine Zuckerrübenfabrik, die um 1850 gebaut wurde und aus der 1864 eine Wollwäscherei wurde, sowie die 1901 gegründete Braunkohlegewerkschaft Breunsdorf mit ihrem Hauptsitz südlich des Bahnhofs, trugen zu dieser Entwicklung bei.
Da nach dem Ersten Weltkrieg auf Grund des Versailler Vertrags das Ruhrgebiet unter französischer Besatzung stand und damit die Versorgung Deutschlands mit Steinkohle stark beeinträchtigt war, wurde nun vom Staat der Braunkohlenbergbau gefördert, was besonders dem Mitteldeutschen Braunkohlerevier zugutekam. Neben neu entstandenen Siedlungen für die Bergarbeiter wurde der Bahnhof Kieritzsch zu einem bedeutenden Rangierbahnhof ausgebaut.
Nachdem sich 1934 die östlich der Bahnlinie gelegenen Orte Kahnsdorf, Pürsten und Zöpen zur neuen Gemeinde Kahnsdorf (heute zur Gemeinde Lobstädt gehörend) zusammengeschlossen hatten, entstand auch der Bedarf für eine administrative Neugliederung der inzwischen hauptsächlich westlich des Bahnhofs kräftig gewachsenen Siedlung. Daraufhin bestimmte der NS-Reichsstatthalter für Sachsen, Martin Mutschmann, am 1. November 1935 die Bildung der neuen Gemeinde Neukieritzsch.
In den Folgejahren sowohl während als auch nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in der Umgebung neue Industriebetriebe, so 1941/1942 das Ferrolegierungswerk Lippendorf und ab 1963 das Kraftwerk Lippendorf. Auch vergrößerten sich die Chemischen Werke Böhlen (heute zu Dow Chemical gehörend). Dadurch entstand Bedarf nach neuem Wohnraum, einerseits für die neuen Arbeitskräfte, andererseits für die bis dahin auf dem Gelände der neuen Betriebe wohnenden Menschen. Dies hatte zur Folge, dass in den 1960er Jahren im Süden und Norden des Ortes neue Wohngebiete entstanden.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Am 1. Juli 1996 wurde Lippendorf-Kieritzsch eingemeindet.[2] Am 1. April 2008 kam Lobstädt hinzu.[3]
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils zum 31. Dezember des Jahres):
|
|
- Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen
[Bearbeiten] Gedenkstätten
- Ehrenhain auf dem Friedhof des Ortsteiles Großzössen für 257 sowjetische Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer mehrerer Nationen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Neukieritzsch liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Hof (Sächsisch-Bayerische Eisenbahn) sowie der Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz. Früher zweigte hier auch die Bahnstrecke Neukieritzsch–Pegau ab. Nachdem dort der Reiseverkehr 1997 eingestellt wurde, wurde sie 1999 endgültig stillgelegt.
Ferner liegt Neukieritzsch an der Bundesstraße 176.
Wirtschaftlich wird die Gemeinde von der Braunkohle dominiert: Im Ortsteil Lippendorf befindet sich ein Braunkohlekraftwerk, westlich der Gemeinde der Tagebau Vereinigtes Schleenhain, welcher u. a. über ein 14 km langes Förderband das Kraftwerk in Lippendorf versorgt.
[Bearbeiten] Behörden
In Neukieritzsch besteht ein Standort der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).
[Bearbeiten] Tourismus
Der Pleiße-Radweg führt durch die Gemeinde. Im Westen der Gemeinde gibt es einen Aussichtspunkt in den Tagebau.
[Bearbeiten] Kultur
[Bearbeiten] Sportvereine
- Sportfreunde Neukieritzsch
- Schützenverein Neukieritzsch
[Bearbeiten] Musik
- Musikverein Neukieritzsch-Regis e. V.
- Gemischter Chor Neukieritzsch e. V. (seit 1889)
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Katharina von Bora (* 1499 in Lippendorf), Frau Martin Luthers
[Bearbeiten] Weblinks
- Neukieritzsch im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Offizielle Homepage der ev.-luth. Kirchgemeinde
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
Bad Lausick | Belgershain | Bennewitz | Böhlen | Borna | Borsdorf | Brandis | Colditz | Deutzen | Elstertrebnitz | Espenhain | Frohburg | Geithain | Grimma | Groitzsch | Großpösna | Kitzscher | Kohren-Sahlis | Lossatal | Machern | Markkleeberg | Markranstädt | Narsdorf | Naunhof | Neukieritzsch | Otterwisch | Parthenstein | Pegau | Regis-Breitingen | Rötha | Thallwitz | Trebsen/Mulde | Wurzen | Zwenkau

