Neukirchen (Ostholstein)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neukirchen
Neukirchen (Ostholstein)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neukirchen hervorgehoben
54.31666666666711.01666666666711Koordinaten: 54° 19′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Amt: Oldenburg-Land
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 28,5 km²
Einwohner: 1190 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23779
23777 (Wulfshof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04365
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 031
Adresse der Amtsverwaltung: Hinter den Höfen 2
23758 Oldenburg i. H.
Webpräsenz: www.amt-oldenburg-land.de
Bürgermeister: Bernd Bruhn (CDU)
Lage der Gemeinde Neukirchen im Kreis Ostholstein
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Über dieses Bild
Das ehemalige Gutshaus Satjewitz

Neukirchen ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Sie liegt in der Landschaft Wagrien direkt an der Ostsee und hat einen 5,6 km langen Strand. Bürau, Georgshof, Godderstorf, Klingstein, Kraksdorf, Löhrstorf, Michaelsdorf, Meeschendorf, Meeschendorfer Weide, Ölendorf, Ostermade, Sahna, Satjewitz, Seekamp, Sütel und Wulfshof liegen im Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1259 erstmals als Kerghvelde erwähnt und ist nach seiner romanischen Backsteinkirche, der St.-Antonius-Kirche benannt. Die Kirche wurde 1244/45 von Adolf IV. von Schauenburg und Holstein gestiftet.

In der Meierei wurde 1914 die erste Trockenmilch in Deutschland produziert. Die Meierei wurde Anfang der 1960er Jahre geschlossen.

Gut Löhrstorf[Bearbeiten]

Das adlige Gut Löhrstorf (früher Löhrstorff) wurde im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt. Das Herrenhaus ist ein massiver Bau mit einem Mansarddach und liegt an einem weitläufigen Park. Die Hofinsel mit Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden ist von einem breiten Graben umgeben und nur über zwei Brücken zu erreichen. Im Jahre 1384 wird das Gut als Besitztum des Zisterzienserklosters in Reinfeld genannt, kommt aber bald darauf in den Besitz der von Rantzaus und bleibt über 300 Jahre bei dieser großen Familie. Danach hatte Löhrstorf noch verschiedene Besitzer, wie von Bülow, von Hardenberg und von Reventlow. 1722 wurde unter Freiherr Cuno Josua von Bülow ein Anbau an das Herrenhaus errichtet und mit wertvollen Stukkaturen ausgestattet, die den italienischen Stuckateur Giuseppe Moggia zugeschrieben werden. Seit 1904 ist das Gut im Besitz der Familie Paarmann, welche das Herrenhaus im Jahre 1920 durch den Lübecker Architekten Wilhelm Bräck großzügig umbauen ließ. Raumausmalung von Albert Aereboe. Gartengestaltung nach Plänen von Harry Maasz. Heute gehören zum Gut Löhrstorf mehrere hundert Hektar Ackerland, von denen ein Teil direkt an den Hof angrenzt.

Gut Seekamp[Bearbeiten]

Gut Seekamp wurde 1798 errichtet und war zunächst ein Meierhof. Später war das Gut ein Bauernhof, zu dem damals wie heute Hunderte Hektar Land gehören. Heute gehört das Gut Seekamp der Familie Rickert, die in den 1950er Jahren ebenfalls den Campingplatz Seekamp am Großenbroder Binnensee errichtet hat.

Gut Satjewitz[Bearbeiten]

Das Dorf Satjewitz, aus dem das Gut hervorging, wurde 1433 erstmals erwähnt.

Gut Bürau[Bearbeiten]

Das Dorf Bürau, aus dem das Gut hervorging, wurde Mitte des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Heute sind nur noch das Herrenhaus und die Wirtschaftsgebäude erhalten.

Gut Godderstorf[Bearbeiten]

Das Dorf Godderstorf, aus dem das Gut hervorging, wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Mitte des 18. Jahrhunderts war Godderstorf ein adliges Gut, das Herrenhaus wurde 1880 errichtet.

Klingstein - Klingsteen[Bearbeiten]

Klingstein war ehemals ein Dorf von zehn slawischen Husen. Dann gehört es einer Bikarie der Kirche zu Lütjenburg. 1612 lag eine Huse verwaist. 1663 gehörte das Dorf zum Gut Satjewitz, später ist es an das Gut Löhrstorf verkauft worden. Anfang 1903 kaufte die Berliner Landbank das Gut Löhrstorf und parzellierte es. Der Haupthof kam am 1. August 1904 an seinen jetzigen Besitzer. Auch Klingstein wurde an diesem Datum eigenständig.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze, die Wählergemeinschaft FBN hat drei und die SPD zwei Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über blauem Wellenschildfuß, darin zwei auswärts geneigte goldene Weizenähren, in Silber eine rote Kirche mit Kirchturm zwischen zwei grünen Lindenbäumen.“[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Daneben ist der Fremdenverkehr ein wesentlicher Wirtschaftszweig. Es gibt etwa zehn Campingplätze und mehrere Ferienwohnungen in der Gemeinde.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraße 501 HeiligenhafenNeustadt in Holstein sowie die Bahnstrecke Puttgarden–Lübeck. Die nächstgelegenen Bahnhöfe, Großenbrode und Oldenburg (Holst), sind jeweils fünf bzw. zehn Kilometer nordöstlich bzw. südwestlich gelegen. Es fahren aber täglich Busse durch die verschiedenen kleinen Orte, mit welchen man die nächstgelegenen Bahnhöfe erreichen kann. Von beiden Bahnhöfen kann man nach Puttgarden (Fehmarn) oder Lübeck fahren. Dazu wird die Gemeinde Neukirchen vom Anrufbus Ostholstein der Autokraft versorgt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Komponist und Organist Christian Flor (1626–1697) wurde in Neukirchen geboren. Die Lyrikerin Doris Runge (geb.1943) ist in Neukirchen aufgewachsen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neukirchen (Ostholstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein