Neulengbach

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Neulengbach
Wappen von Neulengbach
Neulengbach (Österreich)
Neulengbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 51,66 km²
Koordinaten: 48° 12′ N, 15° 55′ O48.20027777777815.909722222222251Koordinaten: 48° 12′ 1″ N, 15° 54′ 35″ O
Höhe: 251 m ü. A.
Einwohner: 7.940 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 154 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3040
Vorwahl: 02772
Gemeindekennziffer: 3 19 26
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 82
3040 Neulengbach
Website: www.neulengbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Franz Wohlmuth (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(33 Mitglieder)
19 L.ÖVP, 10 SPÖ, 2 BLN, 2 FPÖ
Lage der Stadt Neulengbach im Bezirk Sankt Pölten-Land
Altlengbach Asperhofen Böheimkirchen Brand-Laaben Eichgraben Frankenfels Gerersdorf Hafnerbach Haunoldstein Herzogenburg Hofstetten-Grünau Inzersdorf-Getzersdorf Kapelln Karlstetten Kasten bei Böheimkirchen Kirchberg an der Pielach Kirchstetten Loich Maria-Anzbach Markersdorf-Haindorf Michelbach Neidling Neulengbach Neustift-Innermanzing Nußdorf ob der Traisen Ober-Grafendorf Obritzberg-Rust Prinzersdorf Pyhra Rabenstein an der Pielach Schwarzenbach an der Pielach Weinburg Statzendorf Stössing Traismauer St. Margarethen an der Sierning Weißenkirchen an der Perschling Wilhelmsburg (Niederösterreich) Wölbling St. Pölten NiederösterreichLage der Gemeinde Neulengbach im Bezirk Sankt Pölten-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Neulengbach ist eine junge Stadt mit 7940 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Wienerwald, welche im Jahr 2000 das Stadtrecht verliehen bekam, im Bezirk St. Pölten-Land in Niederösterreich, Österreich. Sie liegt 36 km westlich von Wien und ist Mitglied der Wienerwald Initiativ Region.

Geografie[Bearbeiten]

Neulengbach liegt am Laabenbach, welcher ab der Einmündung des Anzbachs Große Tulln heißt. Weitere Zuflüsse sind der Dambach, der Seebach sowie der Raipoltenbach. Das nördliche Ende des Gemeindegebiets wird vom Haspelwald begrenzt. Höchster Punkt ist mit 520 m Trainst.

Gemeindegliederung:

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 45 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Almersberg (82)
  • Anzing (20)
  • Au am Anzbach (640)
  • Berging (17)
  • Ebersberg (709)
  • Eitzenberg (9)
  • Emmersdorf (152)
  • Gamesreith (20)
  • Großweinberg (303)
  • Haag bei Markersdorf (2)
  • Haag bei Neulengbach (886)
  • Herbstgraben (15)
  • Herrenhub (9)
  • Hinterberg (19)
  • Inprugg (144)
  • Karl-Deix-Siedlung (75)
  • Kleinhart (15)
  • Kleinraßberg (69)
  • Laa an der Tulln (57)
  • Langenberg (20)
  • Ludmerfeld (91)
  • Markersdorf (264)
  • Matzelsdorf (78)
  • Mosletzberg (21)
  • Neulengbach (1529)
  • Oberdambach (12)
  • Obereichen (10)
  • Oberndorf (36)
  • Ollersbach (653)
  • Raipoltenbach (262)
  • Rothenbucherhöhe (16)
  • St. Christophen (343)
  • Schönfeld (166)
  • Schrabatz (109)
  • Schwertfegen (7)
  • Stocket (138)
  • Straß (389)
  • Tausendblum (35)
  • Trainst (13)
  • Umsee (67)
  • Unterdambach (137)
  • Untereichen (50)
  • Unterwolfsbach (95)
  • Weiding (40)
  • Wolfersdorf (25)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Almersberg, Emmersdorf, Großweinberg, Haag, Inprugg, Markersdorf, Neulengbach, Ollersbach, Pettenau, Raipoltenbach, St. Christophen, Tausendblum, Umsee, Unterwolfsbach und Wolfersdorf.

Nachbargemeinden:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Herren von Lengenbach errichteten im 12. Jahrhundert mit der Burg Neulengbach ein regionales Herrschaftszentrum. Um deren Burg entwickelte sich der Markt Neulengbach, der 1535 das Marktrecht neuerlich erhielt, nachdem eine ältere Urkunde während des Türkensturmes 1529 abhandengekommen war. Schlossherrin Sidonia Palffy verteidigte bei der Türkeninvasion im Jahr 1683 erfolgreich das Schloss, während der Markt in Flammen aufging. 1696 erwarb die Familie Bartholotti Schloss und Herrschaft. 1746 wurden die Fürsten Lubomirsky Herren in Neulengbach. 1823 bis 1920 war das Schloss dann im Besitz der Fürstenfamilie Liechtenstein. 1850 entstand die Gemeinde und der Gerichtsbezirk Neulengbach. Im Jahr 2000 erhielt der Ort das Stadtrecht.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadtgemeinde ist seit 24. Oktober 2007 Franz Wohlmuth, Amtsleiter Leopold Ott.

Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 33 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung:

Liste ÖVP 19, SPÖ 10, BLN (Bürgerliste Neulengbach) 2, FPÖ 2, andere keine Sitze.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Neulengbach
Das Bezirksgericht mit dem Museum und der „Schielezelle
  • Das Gerichtsgebäude ist ein ursprünglich um 1620 unter Freiherr Johann Eusebius Khuen errichteter dreiflügeliger Spätrenaissancebau, der Mitte des 19. Jahrhunderts und 1951 erweitert wurde.
    • Museum Neulengbach im Gerichtsgebäude
Das Museum Neulengbach war 1921 als „Bezirksmuseum“ von Hietzing und Umgebung gegründet worden und dürfte schon bald nach seiner Gründung eine große Bedeutung für die weitere Umgebung erlangt haben. Sein Bestand umfasste unter anderem bedeutende prähistorische Funde, eine handbemalte Bibel auf Pergamentpapier und das Skelett eines in den Türkenkriegen gefallenen Janitscharen. Untergebracht war das Museum in dieser Zeit im Sitzungssaal des Alten Rathauses von Neulengbach. Wie es während des Zweiten Weltkrieges geführt wurde, ist noch ungewiss. In den ersten Apriltagen 1945, als es in Neulengbach zu Kämpfen zwischen der Sowjetarmee und der deutschen Wehrmacht kam, wurde das Museum geplündert; in diesen Tagen sind die meisten Objekte verloren gegangen. In der Folge wurde das Museum zunächst aufgelöst. Aber bald schon starteten gezielte Sammelaufrufe für Objekte und kleinere Ausstellungen wurden organisiert, wofür unter anderem eigens Modelle der wichtigsten Burgen aus der Umgebung angefertigt wurden. Allmählich wurde auf diese Weise wieder ein vorzeigbarer Bestand zusammengetragen, sodass das Museum 1961 neu eröffnet werden konnte, diesmal unter dem bescheideneren Namen „Heimatmuseum“. Es war im vorderen Teil des alten Gerichtsgebäudes untergebracht, wo es bis Mitte der 1980er Jahre öffentlich zugänglich blieb, ehe es aus Platzmangel geschlossen werden musste. Auch diese Schließung bedeutete für das Museum einen Verlust an Exponaten, da viele Leihgeber ihre Stücke zurückgenommen haben.
Anlässlich der Stadterhebung Neulengbachs wurden die noch vorhandenen Bestände in die ehemaligen Amtsräume des Bezirksgerichts übersiedelt. Unter dem nunmehrigen Namen „Museum Neulengbach“ wurde den Besuchern eine kleine Studiensammlung zugänglich gemacht. Sie kann im Rahmen der Stadtführungen besichtigt werden und war im Jahr 2005 zwischen Mai und Oktober erstmals regelmäßig an Sonntagen geöffnet.
Im Jahr 2005 lief außerdem ein Inventarisierungsprojekt, im Zuge dessen der gesamte Museumsbestand elektronisch erfasst wurde.
Im Gefangenentrakt des Bezirksgerichtes im selben Gebäude war Egon Schiele inhaftiert, auch daran erinnert das Museum.
  • Burg Neulengbach; auf einem Bergkegel, erhöht, über der Stadt errichteter Spätrenaissancebau aus dem 16./17. Jahrhundert
  • Laurenzi-Kirche; eine romanische Kirche in der Streusiedlung Haag bei Markersdorf
  • Ruine Raipoltenbach; eine Burgruine von der noch die Ecktürme in ruinösem Zustand erhalten sind
  • Schloss Baumgarten in Ollersbach
  • Wiesenhaus, ein spätbarockes Gebäude
  • Ehemalige Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit am Ufer des Seebaches (Umseer Straße 12); eine urkundlich von 1248 bis 1876 erwähnte Filiale von St. Christophen, später Filiale von Neulengbach und seit 1982 profaniert und in Privatbesitz. Die Kirche ist ein kleiner Saalbau mit einem niedrigen vorgestellten Westturm und hat einen romanischen Kern. Der Sakralbau wurde mehrmals zerstört (1683 im Zuge des Großen Türkenkrieges und 1805 sowie 1809 im Zuge der Napoleonische Kriege) und wieder aufgebaut

Sport[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

  • Musikverein Neulengbach-Asperhofen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Abendstimmung am Reserlmarkt
  • Reserlmarkt: Seit vielen Jahren erfreut sich der sogenannte 'Reserlmarkt' (abgeleitet vom Namen Theresia), ein Jahrmarkt, der jedes Jahr am ersten Dienstag nach dem 15. Oktober (Theresia) stattfindet, großer Beliebtheit. Dazu wird das gesamte Stadtzentrum für den Straßenverkehr gesperrt und auch die Neulengbacher Schulen haben wegen des Jahrmarktes früher Unterrichtsschluss.
  • Schielefestival: Seit 2000 wird das Schielefestival veranstaltet. Hierbei werden von Künstlern geschaffene Werke zum Thema Egon Schiele präsentiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 365, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 146. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 3140. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,99 Prozent. In St. Christophen befand sich der Sitz von RWC.

Schulen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn:

Die Westbahn führt durch Neulengbach hindurch. Neulengbach verfügt über drei Haltestellen (Neulengbach Stadt, Neulengbach und Ollersbach).

Straße:

Neulengbach liegt an der Neulengbacher Straße (B 44) und an der Tullner Straße (B 19). In der Nähe befinden sich die Westautobahn (A1), die Außenringautobahn (A21) und die Wiener Straße (B 1).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Martin Wakonig, Großkaufmann aus Graz; Beseitigung der Kriegsschäden sowie Sanierung der Burg Neulengbach

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

  • Kurt Bergmann (* 1935 in Ebersberg bei Neulengbach), Journalist und Politiker
  • Johann Kurzbauer (* 1943 in Raipoltenbach bei Neulengbach), Bürgermeister von 1995 bis 2007

Persönlichkeiten die vor Ort wirken, wirkten oder verstarben[Bearbeiten]

  • Egon Schiele (1890-1918), österreichischer Maler des Expressionismus, lebte von 1910 bis 1912 in Neulengbach. Schiele verbrachte im Jahr 1912 21 Tage in Untersuchungshaft im Gefängnis Neulengbach. Die Hauptbeschuldigung – angebliche Verführung einer Minderjährigen – erwies sich als haltlos.
  • Othmar Skala (1895-1958), bedeutender niederösterreichischer Heimatforscher
  • Fritz Habeck (1916-1997), Schriftsteller

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neulengbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien