Neulingen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Neulingen im Enzkreis. Für den Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel siehe Neulingen (Arendsee).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neulingen
Neulingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neulingen hervorgehoben
48.9741666666678.7077777777778323Koordinaten: 48° 58′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 323 m ü. NHN
Fläche: 23,38 km²
Einwohner: 6633 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 284 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 75245,
75177 (Katharinenthalerhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07237
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 073
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 2
75245 Neulingen
Webpräsenz: www.neulingen.de
Bürgermeister: Michael Schmidt
Lage der Gemeinde Neulingen im Enzkreis
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Über dieses Bild

Neulingen ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg. Bretten, Knittlingen und Pforzheim sind die nächstgelegenen Städte.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Neulingen liegt etwa zehn Kilometer nördlich der Kreisstadt Pforzheim auf einer wasserarmen Karsthochfläche, der Bauschlotter Platte, nahe der badisch-schwäbischen Grenze.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stadt Pforzheim, Ispringen, Ölbronn-Dürrn, Königsbach-Stein, Bretten, Eisingen, Kieselbronn, Knittlingen

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Neulingen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Bauschlott, Göbrichen und Nußbaum. Zu den ehemaligen Gemeinden Bauschlott und Nußbaum gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zur ehemaligen Gemeinde Göbrichen gehören das Dorf Göbrichen und das Gehöft Katharinentaler Hof. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Göbrichen liegt die Wüstung Nidlingen. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Nußbaum liegen die Wüstungen Elgerateswilare und Weiher.[2]

Bauschlott bildet das Hauptzentrum mit Bürgermeisteramt und Gemeindeverwaltung.

Geschichte[Bearbeiten]

Gemeinde Neulingen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurden die bis dato eigenständigen Gemeinden Bauschlott, Nußbaum und Göbrichen zu der Gemeinde Neulingen zusammengefasst. Der neue Gemeindename wurde in Anlehnung an das alte Nidelingen (auch Nitlingen, Neidlingen, Neutlingen) ausgewählt. Diese Siedlung lag auf der Gemarkung Göbrichen, in der Nähe des heutigen Naturschutzgebiets „Neulinger Dolinen“, südlich des Ortsteils Göbrichen (48°56'30" nördlicher Breite, 8°43'14" östlicher Länge).

Jene Zeit überlebt Habende berichten jedoch, dass der Ort Neulingen einst auf Kalkboden gebaut worden war und durch die Faktoren eindringenden Wassers und hohen Gewichts der Häuser die Erde einbrach. Dies wurde schon 1370 bestätigt.

Heute liegt das Zentrum der Gemeinde Neulingen bei 48°58'13" nördlicher Breite, 8°43'24" östlicher Länge (Position der Kirche im Ortsteil Bauschlott).

Die Gemeinde Neulingen hat mit Stand 31. Dezember2013 mit Erstwohnsitz 6.637 Einwohner.

Ortsteil Bauschlott[Bearbeiten]

Bauschlott

Bauschlott, der mit 3.199 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2013) größte der drei Ortsteile von Neulingen, wurde 1071 als „Buslat“ im Lorscher Codex erstmals erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte hatten die Klöster Hirsau, Gottesaue, Maulbronn und die Dominikanerinnen aus Pforzheim hier ihren Besitz. 1532–1540 ließ Ritter Egloff von Wallstein ein Wasserschloss mit vier Türmen bauen. Auf dessen Fundamenten errichtete Friedrich Weinbrenner 1806 bis 1809 das heutige Landschloss im Auftrag des badischen Großherzogs Carl Friedrich (das Schloss ist heute in Privatbesitz). Durch das Schloss nennt man die Bauschlotter auch „Grofen“ (Grafen).

Ortsteil Göbrichen[Bearbeiten]

Göbrichen

Göbrichen mit 2.185 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2013) feierte 1992 sein 900-jähriges Bestehen. 1092 wurde es als Gebrichingen im Hirsauer Codex zum ersten Mal erwähnt. Nach einer wechselvollen Geschichte der Zugehörigkeit kam der Ort ab 1309 ganz zum Kloster Herrenalb. Markgraf Philipp von Baden warb das Gemarkungsgebiet den Mönchen ab, und seit 1527 gehörte Göbrichen ganz zur Markgrafschaft Baden-Durlach. Der Göbricher wird auch der „Hirsch“ genannt.

Ortsteil Nußbaum[Bearbeiten]

Nußbaum

Nußbaum mit seinen 1.253 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2013) ist der älteste der drei Ortsteile und als Nuzboumen bereits im Jahre 883 im Lorscher Codex genannt; jedoch lassen die Reste einer größeren römischen Villa, die in der Nähe des heutigen Ortes gefunden wurden, auf eine wesentlich weiter zurückreichende Siedlungsgeschichte schließen. Eine im Jahr 1798 ebenfalls dort gefundene Herkules-Statuette wird im Landesmuseum Stuttgart aufbewahrt. Eine Kopie der Statuette ist seit Oktober 2011 im Heimatmuseum Nussbaum ausgestellt.

Nach der Reformation fiel der Ort an Württemberg und kam erst 1806 durch den Tausch- und Epurationsvertrag im Zuge der napoleonischen Grenzveränderungen zum Großherzogtum Baden.

Die Nußbaumer nennt man auch die Backkörb. Der Legende nach weilte Kaiser Karl der Große in Nußbaum schon zur Jagd, während noch alles von Wald umgeben war, und vermutlich noch niemand hier wohnte. Allmählich seien die Lebensmittelvorräte ausgegangen. Als der Monarch nach der Jagd fragte, ob denn noch etwas zum Essen da sei, zeigte ihm ein kleiner Junge eine Walnuss, die er seiner Majestät schenken wollte. Der Kaiser freute sich zwar sehr über diese nette Geste, doch meinte er, dass dies weder dem Schenkenden noch dem Beschenkten etwas nütze und ließ diese Nuss an Ort und Stelle in die Erde legen. Sein Wunsch war es, dass, so wie aus der Nuss ein Nussbaum wachsen werde, an dieser Stelle ein Dorf entstehen solle, das man später Nußbaum heißen werde. Fest steht auf jeden Fall, dass Nussbäume in Nußbaum eine lange Tradition haben. Denn in früheren Zeiten standen am Ortseingang von Göbrichen her, auf der rechten Seite, zahlreiche Nussbäume.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist seit 6. Juli 2006 Michael Schmidt. Erster, Zweiter und Dritter stellvertretender Bürgermeister sind Heinrich Furrer (FWV) aus Bauschlott, Reiner Roth (SPD) aus Nußbaum und Walter Bischoff (CDU) aus Göbrichen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen (letzte Wahl: 7. Juni 2009) ergaben folgendes Ergebnis: [3][4]

FWV 47,54 % 40,35 % +7,19 8 Sitze +2
SPD 24,82 % 30,64 % -5,82 4 Sitze -1
CDU 27,63 % 29,01 % -1,38 4 Sitze -1

Gemeindeverwaltungsverband Neulingen[Bearbeiten]

Der Sitz des Verbandes befindet sich in Neulingen mit den Mitgliedsgemeinden Kieselbronn, Neulingen und Ölbronn-Dürrn.

Seit dem 1. Januar 2011 werden die technischen Dienste in den Gemeinden Neulingen und Ölbronn-Dürrn vom Zweckverband „Bauhof Neulingen - Ölbronn-Dürrn“ wahrgenommen. Verbandsvorsitzender ist Bürgermeister Michael Schmidt, Neulingen; sein Stellvertreter Bürgermeister Norbert Holme, Ölbronn-Dürrn.

Wappen[Bearbeiten]

Das Gesamtwappen der Gemeinde wird in dieser Form seit 1974 geführt. Es ist eine Zusammenfassung der Ortswappen von Bauschlott, Göbrichen und Nußbaum: In Rot ein mit zwei schwarzen Rauten belegter goldener Schrägbalken, darüber ein goldener Großbuchstabe Gold, darunter ein goldener Sester.

Trotz des gemeinsamen Gemeindewappens ist der Stolz auf das eigene Ortswappen ungebrochen, und so wird heute noch an den Ortseingängen auf der Begrüßungstafel zu dem Gemeindewappen auch das Ortswappen und das Kreiswappen genutzt.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Neulingen ist Gemeinde Europas und hält partnerschaftliche Beziehungen zu:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Autobahn- und Bundesstraßenanbindung[Bearbeiten]

  • Durch Bauschlott führt die Bundesstraße 294
  • Schnelle Anbindung über Landesstraßen 571 und 611 an die:

Bundesstraße 35 und Bundesstraße 293

Bahn- und Busanbindung[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

  • Einmal wöchentlich (Donnerstag) erscheinendes „Amtsblatt Neulingen“.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Jugendraum in der Alten Schule von Bauschlott zur Freizeitnutzung der Neulinger Jugend. Um die Nutzung auch der Jugend der anderen Ortsteile von Neulingen zu ermöglichen, ist eine verbilligte Busfahrt mit den Kommunalen Verkehrsbetrieben geschaffen worden.

Gewerbe[Bearbeiten]

Die Ortsteile Bauschlott und Göbrichen besitzen größere Gewerbe- und Industriegebiete.

In Bauschlott Allmendäcker und Obere Klinge

In Göbrichen Wolfsbaum

Wichtige Gewerbezweige in der Gemeinde:

  • Präzisions-, Kunststoff- und Metallverarbeitendes Gewerbe
  • Handelsgewerbe
  • Bau- und Handwerksgewerbe

Bauwerke/Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Bauschlott
Kirche in Bauschlott
  • Schloss Bauschlott (ehemaliges Wasserschloss)
  • Kirche in Bauschlott vom badischen Oberbaudirektor Heinrich Hübsch, errichtet im Stil des Romantizismus (Mitte 19. Jahrhundert)
  • Richtfunkturm in Stahlfachwerkbauweise in Göbrichen (Geographische Koordinaten: 48°57'12“ nördliche Breite, 8°42'37“ östliche Länge, Höhe: 76 Meter, Baujahr: 1998)
  • Funkturm in Stahlfachwerkbauweise in Bauschlott (Geographische Koordinaten: 48°57'55“ nördliche Breite, 8°42'51“ östliche Länge)
  • Drei in jedem Ortsteil zu findende evangelische Kirchen
  • In den alten Ortskernen Fachwerkhäuser (zum Teil unter Denkmalschutz)

Bildung und Kinderbetreuung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine Grund- Haupt- und Werkrealschule im Ortsteil Bauschlott, sowie jeweils eine Grundschule in den Ortsteilen Göbrichen und Nußbaum.

Der Ortsteil Nußbaum verfügt über eine Kindertagesstätte, die Ortsteile Bauschlott und Göbrichen verfügen über je zwei Kindertagesstätten.

Gesundheit und Pflege[Bearbeiten]

Der Ortsteil Bauschlott verfügt über ein Alten- und Pflegeheim.

Museen[Bearbeiten]

Der ehemalige Schaf- und Farrenstall an der Bergstraße im Ortsteil Nußbaum wurde von der Gemeinde unter Unterstützung des Heimatvereins Nußbaum e.V. und mit Spenden aus der Bevölkerung zum Dorfgemeinschaftshaus mit Heimatmuseum umgebaut.

In historisch eingerichteten Räumen wird die einstige Lebenswelt der Dorfbewohner veranschaulicht und von Zeit zu Zeit durch Vorführungen vorgespielt.

Sport[Bearbeiten]

  • Golfplatz vor den Toren Bauschlotts
  • Flugplatz zwischen Bauschlott und Nußbaum für Modellflugzeuge
  • sportliche Einrichtungen alle drei Ortsteile besitzen je eine Sport-(Mehrzweck-)halle und einen Fußballplatz mit Anhang von Sportplätzen(Volleyball, Handball, Basketball, Badminton, etc.)
  • Tennis kann in Göbrichen (zwei Plätze) und Bauschlott (drei Plätze) gespielt werden.
  • Hundeübungsplatz in Bauschlott Richtung Bretten
  • Reiten im Ländlichen Reit-, Zucht- und Fahrverein Göbrichen, an der Ortsausfahrt Richtung Nußbaum.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • alle 2 Jahre wiederkehrendes Straßenfest in Bauschlott
  • jährliches Maifest 30. April bis 1. Mai des MV Bauschlott
  • jährliches Maifest 30. April bis 1. Mai der Freiwilligen Feuerwehren in Göbrichen und Nußbaum
  • jährliches Maifest am 1. Mai der Freiwilligen Feuerwehr Bauschlott
  • jährliches Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Nußbaum (Mitte Juli)
  • jährliches Straßenfest des Seniorenzentrums Bethesda (Ende Juli)
  • jährliches Herbstkonzert des MV Bauschlott an Allerheiligen (1.11.)
  • jährliche Theaterabende des "Grofe-Theaters" (MV Bauschlott) in der 2. Januarhälfte
  • jährliche "Hocketse" (Schaschlik-Fest) des MV Bauschlott Ende August/Anfang September vor dem alten Rathaus Bauschlott auf dem Dorfanger

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • 1896, Karl Abetz, † 1964, Forstwissenschaftler und Hochschullehrer
  • 1944, Michael Rieth, † 2014, Musikjournalist und Autor
  • 1944, Jörg Duppler, Marineoffizier und Militärhistoriker (geb. in Bauschlott)

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • 1849, Bertha Benz, geb. Ringer, † 1944, Ehefrau von Carl Benz, machte bei ihrer Fahrt von Mannheim nach Pforzheim und zurück Anfang August 1888 in Bauschlott einen unfreiwilligen Zwischenstopp und ließ vom Schuhmacher Karl Britsch vor dem Gasthaus Adler neues Leder auf ihre Bremsklötze nageln. Seit 2008 erinnert die durch Bauschlott führende Bertha Benz Memorial Route an jene erste automobile Fernfahrt der badischen Pionierin. Seit 2010 befindet sich daher auch ein Denkmal zu Ehren Berta Benz auf dem Anger in Bauschlott.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 569–571
  3. Öffentliche Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl des Gemeinderats am 7. Juni 2009. Gemeinde Neulingen. 8. Juni 2009. Abgerufen am 10. Juni 2009.
  4. Tobias Zywietz: Wahlen in Neulingen, Baden - Gemeinderatswahl 2004. 18. Juni 2004. Abgerufen am 14. Mai 2008.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Adam: Nußbaum. Dörfliches Idyll zwischen Pforzheim und Bretten. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2000, ISBN 978-3-89735-135-6.
  • 1100 Jahre Nußbaum. Festbuch 1983.
  • Johannes Canis: Heimat Bauschlott, Herausgeber: Gemeinde Bauschlott, 1971
  • Tölke, Heinrich: Göbrichen / Neulingen: Monographie eines Dorfes und einer Landschaft im Norden Pforzheims. 2 Bdd. Verlag Gengenbach, Bad Liebenzell, 1995

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neulingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien