Neulußheim
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Rhein-Neckar-Kreis | |
| Höhe: | 105 m ü. NN | |
| Fläche: | 3,39 km² | |
| Einwohner: |
6623 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1954 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 68809 | |
| Vorwahl: | 06205 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HD | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 26 059 | |
| LOCODE: | DE NLM | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
St. Leoner Straße 5 68809 Neulußheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Gunther Hoffmann | |
| Lage der Gemeinde Neulußheim im Rhein-Neckar-Kreis | ||
Neulußheim ist eine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis im Nordwesten Baden-Württembergs mit etwa 6500 Einwohnern.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Neulußheim gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar und liegt in der Oberrheinischen Tiefebene. An der Südgrenze der Gemarkung fließt der Kriegbach, der nur wenig westlich in den Rhein mündet.
Das Gemeindegebiet ist von Südosten bis Nordwesten halbkreisförmig von der Altlußheimer Gemarkung umschlossen. Im Norden befindet sich Hockenheim und im Osten Reilingen. Nächstgrößere Städte sind Speyer 8 Kilometer westlich und Mannheim 24 Kilometer nördlich.
Die vergleichsweise kleine Gemarkung erstreckt sich über 339 Hektar. Davon sind 50,6 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche und 47,9 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.[2]
Zu Neulußheim gehören neben dem Hauptort die Häuser Siebzehntes Gewann.[3]
Geschichte [Bearbeiten]
Der Ort wurde 1711 auf Anregung des württembergischen Stabs- und Amtspflegers Julius Schickard an der östlichen Gemarkungsgrenze des Dorfes Lußheim (seit 1816: Altlußheim) an einer Straßenkreuzung als Lußhofen gegründet. Die dem Pfleger Schickhard am 19. März 1711 vom württembergischen Herzog Eberhard Ludwig angewiesene Fläche betrug 100 Morgen Land. Das erste Gebäude war ein Meierhof mit Wirtschaft und Brauerei.
Der Ort gehörte dem Hochstift Speyer unter württembergischer Schutzherrschaft (Stabspflege Speyer, Oberamt Maulbronn).[4] Im Zuge der Säkularisation wurde das klösterliche Oberamt 1803 in ein weltliches württembergisches Amt umgewandelt. Alt- und Neulußheim gingen mit dem Tausch- und Epurationsvertrag von 1806 an das Großherzogtum Baden.[4] 1816 wurde der ursprüngliche Namen Lußhofen von Amts wegen in Neulußheim geändert, nachdem der neue Name bereits ab 1735 gelegentlich benutzt wurde. 1821 wurde Neulußheim eine selbständige Gemeinde, stritt sich aber noch lange mit Altlußheim um den genauen Zuschnitt der Gemarkung, ehe es 1830 zu einem Vergleich kam.
Innerhalb der badischen Verwaltung war Neulußheim lange Teil des Amts Schwetzingen. Dieses wurde 1924 aufgelöst und ging im Bezirksamt Mannheim auf, dem späteren Landkreis Mannheim.
Politisch waren nach der Reichsgründung 1871 die Nationalliberalen am stärksten, ehe sie 1900 von den Sozialdemokraten überflügelt wurden. Während der Weimarer Republik sorgte die ungünstige Sozialstruktur früh für eine Radikalisierung. 1924 erlangte die KPD 28 Prozent und ab 1928 hatte die NSDAP die Mehrheit und erhielt bei der Reichstagswahl im März 1933 66 Prozent der Stimmen.
1952 wurde Neulußheim Bestandteil des neugeschaffenen Bundeslandes Baden-Württemberg. Bei der Gemeinde- und Kreisreform in den 1970ern wurde die Gemeinde an den Rhein-Neckar-Kreis angeschlossen und ging mit der Stadt Hockenheim, Altlußheim und Reilingen eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft ein.
Für eine große Verkehrsentlastung hat die Verlegung der alten Straßenachsen, die sich im Zentrum kreuzten, aus dem Ort heraus gesorgt, den heutigen Bundesstraßen 36 und 39. 2011 war das 300-jährige Jubiläum Neulußheims.
Religionen [Bearbeiten]
Neulußheim war religiös lange Zeit sehr einheitlich geprägt. 1804 waren mehr als 98 Prozent der Einwohner Lutheraner und noch 1925 waren 92 Prozent evangelisch. Durch die Aufnahme von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Anteil der Katholiken auf 25 Prozent im Jahr 1967.
Die evangelische Gemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz der Evangelischen Landeskirche in Baden und die katholische Gemeinde zum Dekanat Wiesloch des Erzbistums Freiburg.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Durch die verkehrsgünstige Lage an der Kreuzung der Straßen Hockenheim–Graben und Speyer–Wiesloch entwickelte sich die junge Gemeinde rasch und hatte zu Ende des 18. Jahrhunderts Altlußheim bereits fast an Einwohnerzahl erreicht. Der Bau der Eisenbahnlinie Mannheim–Karlsruhe 1870 sorgte für einen weiteren Sprung. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Neulußheim mehr als 400 Heimatvertriebene auf.
| Jahr | 1777 | 1818 | 1834 | 1852 | 1905 | 1925 | 1950 | 1957 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner[5] | 405 | 490 | 662 | 1008 | 1811 | 2723 | 3661 | 4522 |
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat hat 18 Sitze und wird in direkter Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Hinzu kommt der Bürgermeister als Gemeinderatsvorsitzender. Nach der Wahl 2009 ist die Mandatsverteilung wie folgt:
- SPD 31,0 % (+1,4) – 6 Sitze (=)
- CDU 30,3 % (+6,6) – 6 Sitze (+2)
- FWV 29,9 % (-3,8) – 5 Sitze (−1)
- FDP/DVP 6,0 % (+6,0) – 1 Sitz (=)
- Andere 2,9 % (-10,0) – 0 Sitze (−2)
Bürgermeister [Bearbeiten]
Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.
Bürgermeister seit Ende des Zweiten Weltkrieges:
- Fritz Stadler (1948–1966)
- Ewald Butz (1966–1993)
- Gerhard Greiner (1993–2008)
- Gunther Hoffmann (seit 2008)
Wappen [Bearbeiten]
Die Blasonierung des Wappens lautet: In Blau ein durchgehendes, geschliffenes silbernes Kreuz, bewinkelt von vier goldenen Sternen.
Im 19. Jahrhundert führte die Gemeinde im Siegel nur die lateinischen Großbuchstaben „NL“ mit einem Stern als Verzierung. 1911 wurde das Wappen vom badischen Generallandesarchiv neugeschaffen. Historisch unkorrekt wurde dabei als Hauptmotiv das Kreuz von Speyer gewählt. Mit den Sternen wurde das alte Siegel zitiert.
Die Flagge ist Weiß-Blau.[6]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
Im Dachgeschoss der alten Schule befindet sich ein Turmuhrenmuseum, das Uhren aus drei Jahrhunderten zeigt. Im alten Bahnhof ist eine heimatkundliche Schausammlung. Außerdem werden regelmäßig themenbezogene Ausstellungen zur Ortsgeschichte präsentiert.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Neulußheim verfügt über einen Haltepunkt an der Bahnlinie Karlsruhe–Mannheim. Ebenso fahren Busse der Linien Heidelberg-Speyer und Altlußheim-Walldorf den Ort an. Neulußheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.
Es bestehen direkte Anbindungen an das Bundesfernstraßennetz über die B 36 (Karlsruhe–Mannheim) und die B 39 (Mannheim–Lahr/Schwarzwald). Im Norden verläuft die A 61 und im Osten die A 6.
Bildung [Bearbeiten]
In Neulußheim gibt es eine Gemeindebücherei, eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie eine freie christliche Schule mit einem Grundschul- und einem Realschulzug. Für die jüngsten Einwohner gibt es je einen kommunalen, evangelischen, römisch-katholischen und freien christlichen Kindergarten.
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Ernst Langlotz (* 28. Februar 1920 in Neulußheim; † 1992 ebda.), Fußballspieler und Trainer, unter anderem Deutscher Meister 1949 mit VfR Mannheim
Literatur [Bearbeiten]
- Hans Huth: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Mannheim: Ohne Stadt Schwetzingen. München 1967
- Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hrsg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
- Bd 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966
- Bd 3: Die Stadt Mannheim und die Gemeinden des Landkreises Mannheim. Karlsruhe 1970
- Robert Fuchs: 275 Jahre Neulußheim 1711–1986. Neulußheim 1986
- Wolfgang Ockert: Ortssippenbuch Neulußheim. Verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-401-2.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: 31. Dezember 2004
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 371–372
- ↑ a b Hans Huth, Emil Lacroix, Heinrich Niester: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Mannheim: ohne Stadt Schwetzingen, Deutscher Kunstverlag, München 1967, S. 291, Vorschau in der Google Buchsuche
- ↑ Einwohnerzahlen bis 1967: Kreisbeschreibung Bd. 3 S. 719.
- ↑ Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4, S. 91
Weblinks [Bearbeiten]
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