Neumark (bei Weimar)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neumark (bei Weimar)
Neumark (bei Weimar)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neumark (bei Weimar) hervorgehoben
51.0811.247777777778193Koordinaten: 51° 5′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Berlstedt
Höhe: 193 m ü. NN
Fläche: 8,64 km²
Einwohner:

469 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99439
Vorwahl: 036452
Kfz-Kennzeichen: AP, APDVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 061
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 96
99439 Neumark
Webpräsenz: www.vg-berlstedt.de
Bürgermeister: Ronald Runge
Lage der Gemeinde Neumark (bei Weimar) im Landkreis Weimarer Land
Mönchenholzhausen Nohra Nauendorf Vollersroda Hetschburg Frankendorf Nirmsdorf Ködderitzsch Ettersburg Daasdorf a. Berge Kleinobringen Rannstedt Niederreißen Obertrebra Ballstedt Rohrbach Heichelheim Hammerstedt Isseroda Oettern Eberstedt Ramsla Kleinschwabhausen Wiegendorf Kiliansroda Wohlsborn Bad Sulza Mechelroda Mattstedt Sachsenhausen Ottstedt a. Berge Oberreißen Niederroßla Bad Sulza Leutenthal Kapellendorf Bechstedtstraß Großheringen Lehnstedt Schwerstedt Willerstedt Umpferstedt Buchfart Bad Sulza Großobringen Döbritschen Rittersdorf Hohenfelden Neumark Bad Sulza Hopfgarten Liebstedt Bad Sulza Niedertrebra Troistedt Krautheim Vippachedelhausen Tonndorf Bad Sulza Schmiedehausen Kromsdorf Pfiffelbach Großschwabhausen Niederzimmern Mellingen Klettbach Oßmannstedt Nohra Mönchenholzhausen Berlstedt Buttelstedt Magdala Kranichfeld Saaleplatte Apolda Bad Berka BlankenhainKarte
Über dieses Bild

Neumark ist eine Stadt im Norden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Berlstedt in Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

Lage [Bearbeiten]

Neumark liegt nördlich der Stadt Weimar im verlängertem Fuß der Nordabdachung des Großen Ettersberges im fruchtbaren Thüringer Becken und im Regenschatten des genannten Berges. Südwestlich des Dorfes befindet sich die Talsperre Vippachedelhausen. Die Landesstraße 1054 erfasst das Dorf verkehrsmäßig.

Geschichte [Bearbeiten]

Mit ihren gut 470 Einwohnern ist Neumark derzeit die kleinste Stadt Thüringens und nach Arnis die zweitkleinste Deutschlands. Anders als Arnis (Erhebung zur Stadt im Rahmen einer Kommunalreform 1934) verfügt Neumark über ein mittelalterliches Stadtrecht, das bereits 1326 verliehen wurde.

Stadtkirche

Neumark wurde 1179 erstmals als Novo Forno urkundlich fassbar, 1248 als novum Forum und als villa (Dorf). Die Burg wurde im Erbfolgekrieg 1249 von Anhängern „Heinrich des Erlauchten“ erobert und zerstört. Von ihr sind nur Gräben und Umwallungen übrig geblieben. 1326 erscheint Nuwinmarkete als stat (Stadt).

Politik [Bearbeiten]

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine silberne Burg mit offenem Tor und zwei Seitentürmen mit roten Spitzdächern, goldenen Knäufen und roten Fähnchen, zwischen den Türmen ein halbrunder Ziergiebel, zu beiden Seiten der Burg je ein aufrechter Pflanzenstängel, im Schildhaupt schwebt ein sechsstrahliger Stern.“

Flagge [Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt ist Rot - Weiß gestreift und in der Mitte mit dem Stadtwappen belegt.

Rittergut [Bearbeiten]

Die Familie von Rockhausen auf Kirchscheidungen erwarb 1600 das Rittergut Neumark (bei Weimar). 1633 werden in Neumark vier Rittersitze genannt, das Rieteselsche, von Wurmbsche, von Techwitzische und Rockhausensche Rittergut. In einem Berichte vom 1637, in welchem mitgeteilt wird, dass am 31. Januar des Jahres 32 Wohnhäuser, Pfarrei, Rathaus und 22 Scheunen in Neumark durch die Soldaten in Asche gelegt wurden, werden nur noch drei adelige Rittersitze aufgeführt und von diesen gesagt, dass sie vollständig ausgeplündert worden seien. Ebenso schildern 1640 Ludwig Sigmund von Rietesel, der mit der Tochter Sabine des Hans von Wurmb auf Neumark verheiratet war, die wurmbschen Erben und ein Herrn von Techwitz als Inhaber der drei Rittergüter das Elend in den düstersten Farben. Es waren nur noch 34 Häuser bewohnt, 69 andere waren teils Brandstätten, teils eingefallen. Das wird auch von dem späteren Schreiben der Sabina Maria, Witwe des Heinrich Gottfried von Rockhausen, Herrin auf Neumark und Kirchscheidungen, von 1650 an die fürstlichen Räte zu Weimar bestätigt. Aus ihrem Schreiben geht hervor, dass ihr Gut Neumark im Dreißigjährigen Krieg abgebrannt und verwüstet worden ist, und dabei alle schriftlichen Unterlagen mit vernichtet wurden. 1664 verkaufen die von Rockhausen das freie Lehn- und Rittergut Neumark.[2]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Neumark (bei Weimar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2.  Rüdiger Bier: 1500 Jahre Geschichte und Geschichten der herrschaftlichen Sitze zu Kirchscheidungen und Burgscheidungen. S. 145–181 (Erschienen 2009 im Eigenverlag, mit ausführlichen Angaben zur Familie von Rockhausen und Daten zu Neumark).