Neunkirchen (Saar) Hauptbahnhof

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Neunkirchen (Saar) Hauptbahnhof
Bahnhof Neunkirchen Saar.JPG
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Keilbahnhof
Bahnsteiggleise

6 Durchgangsgleise

Reisende < 5.000
Abkürzung SNK
IBNR 8000272
Eröffnung 16. November 1852
Webadresse www.bahnhof.de
Lage
Stadt Neunkirchen (Saar)
Land Saarland
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 21′ 11″ N, 7° 10′ 36″ O49.3530555555567.1766666666667Koordinaten: 49° 21′ 11″ N, 7° 10′ 36″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Saarland
i7i12i13i15i16i16i18i19

Der Bahnhof Neunkirchen (Saar) Hbf ist der Hauptbahnhof der Kreisstadt Neunkirchen (Saar) im Saarland. Hier kreuzen sich die Bahnstrecken Saarbrücken-Bingen und Homburg-Illingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Juli 1850 wurde im Verlauf des Baus der „Saarbrücker Bahn“ von Bexbach nach Saarbrücken mit dem Bau des ersten Neunkircher Bahnhofs begonnen. Am 15. November 1850 wurde die Eisenbahnstation für den Güterverkehr der Pfälzischen Ludwigsbahn eröffnet. Die ersten Personenzüge verkehrten ab April 1851 täglich von Ludwigshafen und zurück. Der Bahnhof selbst wurde am 15. oder 16. November 1852 feierlich eröffnet. An diesem Tag wurde die Strecke Neunkirchen–Saarbrücken eingeweiht.[1] Acht Jahre später, am 25. Mai 1860 wurde mit der Inbetriebnahme der von Anfang an zweigleisigen Rhein-Nahebahn ein neues Empfangsgebäude, der sogenannte „Nahebahnhof“ in der heutigen Lage fertiggestellt. Der alte, von 1850 stammende Bahnhof wurde in der Folge vollständig abgerissen.[2]

Bereits am 7. September 1850 wurde über die Stichstrecke von Heinitz (Neunkirchen) der erste Kohlenzug über Neunkirchen abgefahren. 1872 folgte die Bahnstrecke zur Grube König. Am 15. Oktober 1879 wurde die eingleisige Verbindung nach Wemmetsweiler in Betrieb genommen, die 1891 auf zwei Gleise ausgebaut wurde.

Zwischen 1910 und 1922 wurde die Bahnhofsanlage umgebaut. 1912 entstand im Bereich Schlawerie (heute Sinnerthal) eine neue Rangieranlage. Im Dezember 1914 waren die Unterführungen und die 5 Bahnsteige fertig. Durch den Kriegsausbruch am 1. August 1914 verzögerte sich der Neubau des Bahnhofsgebäudes erheblich. Erst 1923 wurde das Gebäude fertig, das damals als schönster Bahnhof der Eisenbahndirektion des Saarlandes galt. 1937 lag der tägliche Wagenumschlag bei über 3000 Wagen. Es gab zur gleichen Zeit 17 Gleisanschlüsse.

Am 27. Mai 1944 wurde der Bahnhof durch einen Luftangriff schwer beschädigt. Das Empfangsgebäude wurde schwer beschädigt. Nur der rechte Pavillon blieb weitestgehend unbeschädigt.[3] Am 21. März 1945 wurde Neunkirchen von amerikanischen Truppen erreicht. Der Wiederaufbau begann und der Bahnverkehr wurde wieder aufgenommen. Am 31. Mai 1945 verkehrten zwischen Neunkirchen und Türkismühle die ersten planmäßigen Personenzüge. Da die Strecke zwischen Saarbrücken und Homburg sehr stark zerstört war, wurde die weniger in Mitleidenschaft gezogene Strecke von Saarbrücken nach Neunkirchen (Sulzbach- und Fischbachtalstrecke) instandgesetzt und vom 25. Juni 1945 an wieder befahren. Weitere Strecken waren Neunkirchen–Homburg (ohne Homburg Hauptbahnhof) sowie Neunkirchen–Bad Kreuznach.[4]

Erst Ende 1947 wurde dann auch der stark zerstörte Neunkircher Bahnhof wieder aufgebaut. Dabei wurde der linke Trakt neu errichtet und das Dach komplett erneuert. Die vorher getrennt verlaufenden Gebäude Empfangshalle und Pavillon wurden nun über ein Walmdach miteinander verbunden zu einem Baukörper. In den folgenden Jahren wurden nur noch leichte architektonische Veränderungen am Außenbau und in der inneren Raumgestaltung vorgenommen. Ansonsten ist der Bau in dieser Form bis heute erhalten.[3]

Wegen der starken Industrialisierung Neunkirchens durch die Kohlegruben und die Hütte spielte der Bahnhof eine übergeordnete Rolle. 1955 gab es täglich bis zu 275 an- und abgehende Personenzüge, darunter 4 Schnellzüge. Auch die Zahl der Güterzüge war sehr hoch. Im November 1965 gingen 2 neue Gleisbildstellwerke in Betrieb und lösten 10 alte Stellwerke ab. Vom Stellwerk „Nof“ wurden die Signale von Bexbach bis Dudweiler ferngesteuert.

Am 13. Mai 1966 begann auch in Neunkirchen der elektrische Zugbetrieb auf der Strecke von Wemmetsweiler nach Homburg. 1963 wurde der Güterverkehr nach Heinitz eingestellt, 1970 der Gesamtverkehr zur Grube König.

Am 25. November 2011 kam es am Hauptbahnhof Neunkirchen zu Protesten gegen die Castor-Transporte. Zwar sollen sich an der Mahnwache nur wenige Personen beteiligt haben, jedoch wurden sieben Jugendliche festgenommen, die versucht haben sollen, die Gleise zu blockieren. Einer 41-jährigen Frau wurde zudem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.[5]

Bahnsteige[Bearbeiten]

Nach dem Ausbau von 1914 gab es in Neunkirchen 5 Bahnsteige

  • Bahnsteig 1: Für Züge in Richtung Homburg und Heinitz, heute Gleis 26 und 27
  • Bahnsteig 2: Ankunft der Züge aus Richtung Homburg, heute Gleis 25
  • Bahnsteig 3: Für Züge in Richtung Bingen, heute Gleis 1
  • Bahnsteig 4: Für Züge in Richtung Saarbrücken, heute Gleis 2 und 3
  • Bahnsteig 5. Für Züge in Richtung Wemmetsweiler, außerdem in Richtung Bingen, heute Gleis 4 und 5 (stillgelegt)

Situation heute[Bearbeiten]

Nach dem Niedergang der Kohle- und Stahlindustrie in Neunkirchen wurden immer mehr Gleisanlagen stillgelegt. Von den vormals 5 Bahnsteigen sind nur noch 4 in Betrieb. Neunkirchen ist Durchgangsbahnhof für die Nahetalbahn von Saarbrücken nach Bingen (KBS 680), die Bahnstrecke Neunkirchen-Wemmetsweiler (KBS 683) und die Bahnstrecke von Illingen nach Homburg (KBS 683).

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Geschichte des Neunkircher Bahnhofs, Neunkircher Hefte 9, Herausgegeben vom Verkehrsverein Neunkirchen 1989
  • Archiv der Bahnhöfe, Geranova Verlag

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Jutta Schwan: Eisenbahn und Bahnhöfe in Neunkirchen. In: Rainer Knauf und Christof Trepesch (Hrsg.): Neunkircher Stadtbuch. Kreisstadt Neunkirchen, 2005, ISBN 3-00-015932-0, S. 187.
  2.  Jutta Schwan: Eisenbahn und Bahnhöfe in Neunkirchen. In: Rainer Knauf und Christof Trepesch (Hrsg.): Neunkircher Stadtbuch. Kreisstadt Neunkirchen, 2005, ISBN 3-00-015932-0, S. 188.
  3. a b  Jutta Schwan: Eisenbahn und Bahnhöfe in Neunkirchen. In: Rainer Knauf und Christof Trepesch (Hrsg.): Neunkircher Stadtbuch. Kreisstadt Neunkirchen, 2005, ISBN 3-00-015932-0, S. 194.
  4.  Kurt Harrer: Eisenbahnen an der Saar. Alba Buchverlag, Düsseldorf 1984, ISBN 3-87094-210-X, S. 81.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCastor-Proteste: Zwei Streifenwagen brennen. Berliner Umschau, 25. November 2011, abgerufen am 24. März 2012.