Neuschönau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neuschönau
Neuschönau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuschönau hervorgehoben
48.88444444444413.477777777778650–1350Koordinaten: 48° 53′ N, 13° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 650–1350 m ü. NN
Fläche: 27,54 km²
Einwohner: 2343 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94556
Vorwahlen: 08558 u. 08552 (Altschönau)
Kfz-Kennzeichen: FRG
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 146
Adresse der Gemeindeverwaltung: Kaiserstraße 13
94556 Neuschönau
Webpräsenz:
Bürgermeister: Heinz Wolf (FWG)
Das Rathaus von Neuschönau

Neuschönau ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau und staatlich anerkannter Erholungsort.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald im Bayerischen Wald. Sie grenzt im Osten an die Gemeinde Hohenau, im Westen an die Gemeinde Sankt Oswald-Riedlhütte, im Süden an die Stadt Grafenau (Niederbayern) und im Norden an den Nationalpark Bayerischer Wald, sowie an die tschechische Gemeinde Modrava (Mader).

Ortsteile sind Neuschönau, Schönanger, Altschönau, Waldhäuser, Grünbach, Forstwald, Katzberg. Das Künstlerdorf Waldhäuser ist mit 1000 m ü. NN das höchste Dorf des Bayerischen Waldes. Der Lusen ist mit 1375 m ü. NN die höchste Erhebung der Gemeinde.

[Bearbeiten] Geschichte

Neuschönau wurde zum ersten Mal 1395 als Schönaw erwähnt, als der Graf von Hals acht Bauernlehen anlegen ließ. 1417 wurde dort die älteste Glashütte des Landkreises Grafenau errichtet.

Die Gemarkung Waldhäuser lag seit dem 15. Jahrhundert an der Gulden Stras, dem bayerischen Konkurrenzweg zum Goldenen Steig, auf dem Salz von den Donauhäfen nach Tschechien transportiert wurde. Dies wird im Wappen mit einem goldenen Weg von links oben nach rechts unten symbolisiert.

Bis ins 19. Jahrhundert blieb es ein bedeutender Glasmacherort, im Wappen mit einem Glas in der rechten oberen Ecke symbolisiert. Die Kaiserhütte (Neuhütte) kam im 18. Jahrhundert in das Eigentum der Familie Hilz. Der Hilz-Schwiegersohn Philipp Wieninger (1767-1835) verkaufte sie 1823 an Kaspar Hafenbrädl.

Am 7. Oktober 1970 wurde mit dem Nationalpark Bayerischer Wald der erste deutsche Nationalpark gegründet. Mit dem Hans-Eisenmann-Haus und dem angrenzenden Tierfreigelände wurde Neuschönau zum Tor des Nationalparks.

Im Zuge der Kreis- und Gemeindereformen der 70er Jahre bildete es von 1978 bis 1979 mit St. Oswald eine Verwaltungsgemeinschaft. Diese wurde nach Protesten in beiden Dörfern wieder aufgelöst. Nach einer Abstimmung 1982 wurde der Gemeindename von Schönanger in Neuschönau geändert.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:

  • CSU 6 Sitze (40,0 % der Stimmen)
  • FWG 5 Sitze +1 Bürgermeister (38,2 % der Stimmen)
  • SPD 3 Sitze (21,8 % der Stimmen)

[Bearbeiten] Bürgermeister

  • Heinz Wolf (FWG) (seit 2002, in der Kommunalwahl 2008 ohne Gegenkandidat mit 87,12 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt)
  • Alois Kandlbinder (CSU) 1996–2002
  • Michael Segl (CSU) 1993–1996
  • Erwin Donnerbauer (SPD) 1993 (amtierender Zweiter Bürgermeister)
  • Alois Kandlbinder (CSU) 1988–1993
  • Michael Segl (CSU) 1988 (amtierender Zweiter Bürgermeister)
  • Adolf Schreiner (CSU) 1986–1988
  • Jakob Dillinger (CSU /1. Wahlperiode: SPD) 1972–1986
  • Franz Xaver Vogl (CSU) 1965–1972
  • Ludwig Burghart 1965 (amtierender Zweiter Bürgermeister)
  • Xaver Halser (CSU) 1956–1965
  • Oswald Wittensöllner 1948–1956
  • Josef Mautner 1946–1948
  • Mathias Vogl 1945–1946 (ernannt)
  • Max Halser 1942–1945 (ernannt)
  • Xaver Stadler 1942 (ernannt)
  • Josef Moosbauer 1938–1942 (ernannt)
  • Ludwig Burghart 1930–1038
  • Georg Wölfl 1925–1929
  • Georg Euler 1906–1024
  • Karl Wölfl 1885–1905
  • Franz Waschinger 1884
  • Josef Simmet 1876–1884

[Bearbeiten] Wappen

Der Gemeinderat entschloss sich am 1. Juni 1981, der Gemeinde ein Wappen zu geben. Dabei setzte sich der Entwurf von Hans Rosenthaler durch. Es wurde zur Fertigstellung des Rathausumbaus verliehen.

Die Wappenbeschreibung lautet: Über silbernem Zinnenschildfuß in Grün ein goldener Schrägbalken, links ein silbernes Weinglas.

Der goldene Schrägbalken soll die durch Waldhäuser führende Gulden Stras symbolisieren. Das Weinglas steht für die Glasmachertradition. Die grüne Farbe des Wappens deutet auf den Bayerischen Wald, die Burgmauer auf Burgstallungen in Schönanger hin.

Die katholische Pfarrkirche St. Anna

[Bearbeiten] Religion

Die Bevölkerung der Gemeinde ist zu 95% römisch-katholisch, zu 4 % evangelisch und zu 1 % andersgläubig.

1896 ist das Jahr der Errichtung der Expositur Neuschönau. Die neugotische Expositur- und spätere Pfarrkirche St. Anna wurde 1895 bis 1903 nach Plänen des Architekten Johann Baptist Schott erbaut. Sie besitzt einen neugotischen Hochaltar sowie barocke Bilder und Figuren.

1917 wurde Neuschönau eine von St. Oswald (Kloster St.Oswald) getrennte eigenständige Pfarrgemeinde, mit Ausnahme des Ortsteils Waldhäuser. Daneben existieren in den Ortsteilen Schönanger, Altschönau, Waldhäuser, Grünbach und Forstwald Dorfkapellen. Die Pfarrgemeinde ist Teil des Dekanats Grafenau und des Bistums Passau.

Die nächstgelegenen evangelischen Kirchen sind in Grafenau und Spiegelau.

[Bearbeiten] Einrichtungen

Aufgrund sinkender Schülerzahlen wurde im Schuljahr 2006/07 die Volksschule aufgelöst und in eine Grundschule umgewandelt. Die Hauptschüler besuchen seitdem die Hauptschule in Riedlhütte, die im Gegenzug einen Teil ihre Grundschüler nach Neuschönau schickt.

[Bearbeiten] Verkehr

Neuschönau ist verkehrstechnisch wenig erschlossen. Es führen nur zwei Kreisstraßen dorthin. Die Nationalparkstraße führt von Spiegelau nördlich an Neuschönau vorbei nach Mauth. Die andere führt vom neun Kilometer entfernten Grafenau nach Neuschönau und mündet in die Nationalparkstraße. Über Hohenau in die Kreisstadt Freyung sind es 15 Kilometer.

Durch das Igelbus-System und Linienbusse der RBO ist Neuschönau an das ÖPNV-Netz des Bayerischen Waldes angeschlossen. Die Igel-Busse verkehren allerdings nur von Mai bis Oktober und in den Weihnachts- und Faschingsferien. Als Partnergemeinde wurde der RBO-Bus R-JN 747 auf dem Namen Neuschönau getauft.

Die nächstgelegene Bahnstation befindet sich im ca. sechs Kilometer vom Ortszentrum entfernten Rosenau an der Bahnstrecke Zwiesel–Grafenau.

Historisch war die Verbindung nach Norden in die Tschechische Republik als Teil des Goldenen Steiges bedeutsam. Durch den Eisernen Vorhang wurde dieser Weg über den Lusen, der schon längst seine Bedeutung verloren hatte, unpassierbar. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und besonders nach dem Beitritt Tschechiens zum Schengener Abkommen am 1. Dezember 2007 wurden die Forderungen nach einem internationalen Wanderweg immer lauter. Dieser soll jedoch nach den Vorstellungen des tschechischen und bayerischen Umweltministeriums nicht, wie von den Nationalparkgemeinden gewünscht, auf dem kurzen direkten Weg verlaufen, sondern in einem Bogen um das schützenswerte Auerhahngebiet herumführen.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

  • Erhard Kutschenreuter war von 1902 bis 1904 Lehrer in Neuschönau und komponierte 1904 den Waldlermarsch. Den Text dazu schrieb der ebenfalls in Neuschönau tätige Revierförster Max Mang.
  • Heinz Theuerjahr, Bildhauer, lebte von 1939 bis zu seinem Tod 1991 im Künstlerdorf Waldhäuser.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Neuschönau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Literatur

Unterm Lusen - Heimatkundliches Lesebuch über die Gemeinde Neuschönau, Heidi Schopf, 1994, Rosenthaler Druck

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