Neuschlesien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage von Neuschlesien

Neuschlesien war eine kleine preußische Provinz, die seit 1795 aus einem während der Dritten Polnischen Teilung annektierten polnischen Kreis bestand. Sie lag nordwestlich von Krakau und südöstlich von Częstochowa.

Sie umfasste das Herzogthum Sewerien oder Siewierz, mit der Hauptstadt gleichen Namens, die vormals ein Teil von Schlesien war. 1359 kaufte Herzog Primislaw von Teschen die Stadt Sewer vom Herzoge Bolko von Schweidnitz und Herrn zu Fürstenberg für 2500 Mark ab, welchen Kauf auch Kaiser Karl IV. noch in demselben Jahre bestätigte. 1443 hingegen verkaufte Herzog Wenzel zu Teschen diesen Landstrich für 6.000 Mark Prager Groschen an das Bisthum Krakau, welches aber erst drei Jahre hernach zum wirklichen Besitz von Sewerien gelangte. Bis zur Eingliederung des Herzogtums Sewerien als Kreis in die Res Publica (Adelsrepublik Litauen-Polen) kurz vor der letzten Teilung Polens war der Bischof von Krakau, vollkommener und unbeschränkter Landesherr des souveränen Herzogtums. Dies umfasste auch das Recht zu Nobilitierung, wobei der Adelsstand aber nur innerhalb der Grenzen des Herzogtums galt.

Die Provinz sollte ursprünglich von Breslau aus verwaltet werden, in der Praxis jedoch geschah dies von Südpreußen aus. Hauptstadt war Siewierz, das vorher schon Sitz der Bischöfe von Krakau in ihrer Funktion als Herzöge von Siewierz gewesen war. Nach der Niederlage Preußens in der Vierten Koalition 1807 kam das Gebiet im Frieden von Tilsit zum Herzogtum Warschau.

Weblinks[Bearbeiten]