Neustadt/Harz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neustadt/Harz
Neustadt/Harz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neustadt/Harz hervorgehoben
51.5610.833333333333280Koordinaten: 51° 34′ N, 10° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Nordhausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Hohnstein/Südharz
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 11,46 km²
Einwohner: 1100 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99762
Vorwahl: 036331
Kfz-Kennzeichen: NDH
Gemeindeschlüssel: 16 0 62 036
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stolberger Straße 3
99762 Neustadt
Webpräsenz: www.neustadt-harz.de
Bürgermeister: Dirk Erfurt (CDU)
Lage der Gemeinde Neustadt/Harz im Landkreis Nordhausen
Thüringen Bleicherode Buchholz Ellrich Etzelsrode Friedrichsthal Görsbach Großlohra Hainrode (Hainleite) Harztor Harzungen Heringen/Helme Herrmannsacker Hohenstein Kehmstedt Kleinbodungen Kleinfurra Kraja Lipprechterode Neustadt/Harz Niedergebra Nohra Nordhausen Sollstedt Urbach Werther Wipperdorf WolkramshausenKarte
Über dieses Bild
Ein Blick auf Neustadt
Blick auf den Ort von der Burg Hohnstein
Früheres Schloss und Gutsgebäude in Neustadt
Kirche St. Georg

Neustadt/Harz ist eine Gemeinde im Landkreis Nordhausen (Thüringen) und staatlich anerkannter Luftkurort.

Geografie[Bearbeiten]

Neustadt befindet sich im Südharz, nordöstlich von Nordhausen und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hohnstein/Südharz.

Gewässer[Bearbeiten]

Durch den staatlich anerkannten Luftkurort fließt der Kappelbach, der auch als Hardtbach bezeichnet wird. Am Nordrand des Ortes befindet sich außerdem ein Gondelteich, auf dem im Sommer Ruderboote zum Verleih stehen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind Harztor, Herrmannsacker, Buchholz, Nordhausen, Harzungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1372 wird die Gemeinde als "Novenstadt" (von lat. novus "neu") erstmals urkundlich erwähnt.

Seit 1417 waren die Grafen von Stolberg im Besitz von Burg und Amt Hohnstein.

1485 konnte der Ort ein Rathaus bauen, erhielt Markt- und Braurecht und durfte eine Rolandstatue zum Zeichen der eigenen Gerichtsbarkeit errichten und sich befestigen.

Im Dreißigjährigen Krieg (1627) belagerte ein kaiserliches Heer die Burg Hohnstein und zerstörte sie durch Brandlegung.

Ein Großfeuer vernichtete Neustadt am 10. September 1678 beinahe komplett; nur drei Häuser überstanden die Katastrophe.

Als Ersatz für das abgebrannte "Alte Schloss" ließen die Grafen von Stolberg 1744 auf einem älteren Herrensitz das "Neue Schloss zu Neustadt" im Stil des Neoklassizismus bauen. Es wurde Sitz der Verwaltung des Amtes Hohnstein mit Gericht, Konsistorium und Revierförsterei. Fünf Handwerkerinnungen hatten ihren Sitz in Neustadt. Außerdem spielten die Forstwirtschaft und der Bergbau (zunächst auf Kupferschiefer, dann im 18./19. Jahrhundert auf Steinkohle) eine große Rolle.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor der Ort alle seine Ämter und wurde dem Kreis Ilfeld zugeordnet.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Fremdenverkehr. 1870 wurde ein Kurhaus und acht Jahre später ein Badehaus gebaut. Ab 1887 betrieb Hermann Kronberg ein Sanatorium auf der Grundlage eines Naturheilverfahrens. Seit 1890 darf sich Neustadt Luftkurort nennen. 1908 weilte Hermann Löns als Kurgast in Neustadt, woran ein Gedenkstein erinnert. 1929 wurde ein zweites Sanatorium errichtet, unter Georg Steinhoff in der Burgstraße.

1945 wurden Schloss und Domäne der Grafen Stolberg entschädigungslos enteignet.

In der Zeit der SBZ und DDR von 1945 bis 1989 ruhte das selbstbestimmte Vereinsleben in Neustadt. Der Fremdenverkehr erhielt jedoch eine noch stärkere Bedeutung. Es entstanden ein Waldbad, ein Gondelteich und sechs Feriensiedlungen.

Durch die Vereinigung mit der Nachbargemeinde Osterode im Jahre 1952 überschritt Neustadt erstmals die Einwohnerzahl von 1000.

Nach der Wende wurden die zunächst leerstehenden Hotels erneuert und neue Cafes und Restaurants eröffnet. Die Infrastruktur des Ortes mit Straßenneubau und zentraler Kanalisation wurde ausgebaut. Vom Harzklub wurden gut ausgebaute Spazier- und Wanderwege angelegt.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[2]
Wahlbeteiligung: 60,3 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,3 %
29,9 %
27,9 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Neustadt besteht aus zwölf Ratsmitgliedern:

  • CDU 5 Sitze
  • BI 4 Sitze
  • SPD 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich UngarnUngarn PolenPolen TschechienTschechien SlowakeiSlowakei NiederlandeNiederlande Neustadt ist Mitglied der internationalen Städtefreundschaft Neustadt in Europa, in der 37 Städte mit Namen „Neustadt“ aus sieben Ländern (Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen, Tschechische Republik, Slowakei, Niederlande) zusammengeschlossen sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirche St. Georg
  • Gedenkstein neben der Kirche: "Retter des am 10. September 1678 verbrannten Neustadt": Pastor Ernestus Reppelius, Bürgermeister und Gemeinderat, Christoph Ludwig I. Graf zu Stolberg, Spender aus vielen Dörfern und Städten des Reiches (Tafel der "IG Burg Hohnstein e.V.")
  • Pfarrhaus
  • Roland
  • "Altes Tor" und benachbarte Heimatstube
  • Zahlreiche ansehnliche Fachwerkhäuser
  • Ehemaliges Herrenhaus ("Neues Schloß") der Fürstlichen Domäne und benachbarte frühere Wirtschaftsgebäude. Das Herrenhaus der Fürstlich Stolberg-Stolbergschen Domäne wurde 1743/44 erbaut. Es war bis 1866 der Verwaltungssitz des Amtes Hohnstein, bis 1945 im Besitz der Fürsten zu Stolberg-Stolberg. Die Sowjetische Besatzungsmacht wollte das Herrenhaus gemäß "Befehl 209" der SMAD abreißen, was jedoch durch Einsatz Neustädter Persönlichkeiten verhindert werden konnte. Ab 1945 war das Herrenhaus dann Internat der Kindergärtnerinnen-Schule, Institut für Lehrerbildung und bis 1986 Neustädter Grundschule. Es steht (2014) leer und weist Verfallserscheinungen auf.

Die nähere und weitere Umgebung von Neustadt ist reich an Sehenswürdigkeiten, die alle durch Wanderwege erschlossen sind. Von den drei Burgruinen ist die Burgruine Hohnstein als eine der ältesten Anlagen des gesamten Harzes am bedeutsamsten. Lohnend ist auch der Besuch der kürzlich renovierten und denkmalgeschützten Trinkwassertalsperre Neustadt (auch oft als Nordhäuser Talsperre bezeichnet), die nur etwa sechs Kilometer vom Ort entfernt liegt. Außerdem befinden sich unweit des Ortes ein separates Waldbad, sowie der Poppenberg (601 m ü. NN), mit dem bereits der Hochharz beginnt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ev. Fachkrankenhaus in Neustadt

Neben einigen Handwerksbetrieben bestimmt der Tourismus, bedingt durch den Status als Luftkurort, mit seinen Beherbergungsbetrieben die Wirtschaft von Neustadt. Größter Einzelarbeitgeber dürfte das Fachkrankenhaus für Atemwegserkrankungen sein.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Waldbad Neustadt
  • Bowlingbahn
  • Golfplatz (noch im Bau, aber teilweise schon nutzbar)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=062&gemnr=62036

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neustadt/Harz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien