Neuwerk (Insel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Insel Neuwerk; zu anderen Bedeutungen dieses Begriffes siehe Neuwerk.
Neuwerk
11-09-04-fotoflug-nordsee-by-RalfR-001.jpg
Gewässer Helgoländer Bucht
Geographische Lage 53° 55′ 13″ N, 8° 30′ 1″ O53.9204083333338.50016388888897Koordinaten: 53° 55′ 13″ N, 8° 30′ 1″ O
Neuwerk (Insel) (Schleswig-Holstein)
Neuwerk (Insel)
Länge 2,2 km
Breite 2,2 km
Fläche 3,3 km²
Höchste Erhebung m ü. NN
Einwohner 44
13 Einw./km²
Hauptort Neuwerk

Neuwerk (plattdeutsch Neewark) ist eine bewohnte deutsche Insel im südöstlichen Teil der Helgoländer Bucht bzw. im südwestlichsten Teil der Elbmündung. Politisch gehört die Insel zum Stadtteil Neuwerk im Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg. Zum Stadtteil gehören ebenso die unbewohnten Inseln Nigehörn und Scharhörn sowie weitere Sandbänke. Sie ist das Zentrum des 1990 gegründeten Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer (NPHW)[1]. Neben der Prägung Neuwerks durch die Jahrhunderte alten wirtschaftlichen Interessen Hamburgs an einer der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen sind die Insel und das weitläufige Watt ein bedeutender Lebensraum, unter anderem für Brut- und Rastvögel.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Watt bei Neuwerk
Gezeiten am Anleger Neuwerk

Die Insel Neuwerk liegt ungefähr 15 Kilometer nordwestlich von Cuxhaven, das sich auf dem Festland in Niedersachsen befindet. Hamburg liegt etwa 100 Kilometer ost-südöstlich. Das Neuwerker Watt und das schützende Außendeichgebiet, das Vorland, ermöglichen sehr anschaulich, die Prozesse des Gezeitenwechsels zu verfolgen, der regelmäßig (und besonders nach Stürmen) Bernstein anschwemmt. Im Gezeitenzyklus erreicht das Tidehochwasser den Neuwerker Anleger circa 29 Minuten vor dem Steubenhöft in Cuxhaven, da die Gezeitenwelle um den mittleren amphidromischen Punkt in der Nordsee gegen den Uhrzeigersinn läuft. Ein Tideniedrigwasserstand lässt sich für Neuwerk nicht feststellen, da der Pegel und fast die komplette Insel trocken fällt.

Die etwa drei Quadratkilometer Fläche der Insel lässt sich in die beiden Vorländer und den eingedeichten Innengroden unterteilen[2][3][4]:

Inselkern[Bearbeiten]

Gebäudeensemble der Turmwurt Neuwerk: Staatscheune (1854), Großer Leuchtturm (1310) und Schulgebäude (1886) (von links nach rechts).

Der Inselkern (Binnengroden oder Innengroden) ist von einem etwa sieben Meter hohen Deich[5] umgeben und nimmt circa 120 ha ein. Neben den Höfen, Wegen und Wiesen liegt im Süden die nochmals eingedeichte und erhöhte Turmwurt, in der sich neben dem Turm noch einige Häuser und der Turmplatz befinden, auf dem die Sahlenburger und Duhner Wattwagen ihre etwa einstündige Pause einlegen, bevor sie ihre Rückfahrt in gleicher Tide antreten.

Vorland[Bearbeiten]

Das Vorland wird durch den äußeren Deichfuß und die Hochwasserlinie begrenzt. Es umfasst circa 182 ha. Auf der Nordost- und Ostseite liegen Lahnungsfelder aus den 1930er Jahren, die zuletzt nur teilweise Mitte der 1990er Jahre unterhalten und wissenschaftlich vermessen wurden. Das gesamte Vorland ist zu Hochwasser Rastplatz für Tausende von Watvögeln, zur Zugzeit Rastplatz für Ringelgänse und zur Brutzeit Nistplatz von Seeschwalben, Möwen und Enten. Das gesamte Vorland wird von einen Sommerdeich durchzogen, der einen Teil des Vorlands gegen die leichteren Sommersturmfluten schützt. Das gesamte Neuwerker Vorland besitzt große Bedeutung für den Vogelschutz, beispielsweise als Rastplatz für Pfeifenten, Ringel- und Nonnengänse während des Vogelzuges oder als Brutgebiet für den Rotschenkel und weitere Limikolen.

Ostvorland[Bearbeiten]

Der östliche Teil des Vorlands ist weitgehend dem Schutzstatus der Zone I unterstellt, eingezäunt und nur auf einem Weg zu betreten. Er wird nicht beweidet. Die weitläufigen Salzwiesen werden von Prielen durchzogen und gehen in den Lahnungsfeldern in das Watt über. Im Übergang zum Nordvorland steht die Ostbake.

Nordvorland[Bearbeiten]

Das Vorland nördlich des Deiches wird fast vollständig mit Steinpackungen vom Watt abgegrenzt, die seit 1931 die Insel vor weiterer Erosion schützen sollen. Im Westen grenzen diese direkt an das Fahrwasser Hundebalje und im Norden an den Kleinen Vogelsand. Ein Zaun verhindert, dass die hier weidenden Rinder, Schafe und Pferde den Deich oder das Ostvorland betreten.

Nachbarinseln[Bearbeiten]

Die ebenfalls zu Hamburg gehörenden nahe gelegenen Inseln Scharhörn und Nigehörn bilden ein Vogelschutzgebiet. Besucher dürfen Scharhörn nur nach telefonischer Rücksprache mit dem Vogelwart über einen sieben Kilometer langen Wattweg betreten, damit der Schutz der dort anzutreffenden bedrohten Arten sichergestellt bleibt. Das Betreten von Nigehörn ist verboten. Das gesamte Areal bildet mit dem umliegenden Wattenmeer den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.

Geologie[Bearbeiten]

Trotz des Marschcharakters Neuwerks und der kurzen Periode der Marschbildung, die sich in Sedimentproben des Bereichs Neuwerk/Scharhörn findet, ist es dennoch eher eine Sandinsel wie Trischen oder Mellum. Die jüngeren Schichten zeigen oberhalb der Kleischichten feinen, kalkhaltigen Sand. Dieser Meeresboden konnte ebenso durch Bohrungen in Turmnähe nachgewiesen werden. Im Nordosten des Vorlands finden sich noch heute letzte Überreste der Sanddünen.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Turm von Neuwerk bei Sturmflut, Stahlstich (um 1840) von Jens Gray/Johann Heinrich Sander

Mittelalter[Bearbeiten]

Hamburg erhielt 1286 die Hälfte der Insel „O“ vom Herzog von Sachsen-Lauenburg[7], um dort 1299 einen 35 Meter hohen Turm als Seezeichen und als Vorposten gegen See- und Strandräuber zu errichten. Im Jahr 1316 wurde im Bündnisvertrag zwischen den Wurtfriesen der Marsch Land Wursten und Hamburg die Insel Neuwerk als Nige O bezeichnet.[8] Ende des 14. Jahrhunderts kam es zu einer Fehde mit den Lappes, bei der Neuwerk kurzzeitig unter die Verwaltung der Lappes in Ritzebüttel fiel, bevor sie ihre Besitztümer an Hamburg verkaufen mussten. Hamburg schützte die Elbmündung nun vom neugegründeten hamburgischen Amt Ritzebüttel aus, und Neuwerk verlor dadurch an Bedeutung.

Eberhard Ovelacker plünderte 1534 mit 5000 Mann die Insel.

Postkarte von 1908

Neuzeit[Bearbeiten]

In der Hamburger Franzosenzeit war das Amt Ritzebüttel mit Neuwerk ein Kanton im Département des Bouches de l’Elbe. Der Kommandant von Cuxhaven Joseph Barbanègre vertrieb 1810 die Engländer von Neuwerk.

Die Februarflut 1825 traf Neuwerk hart. Danach wurde der Neuwerker Deich verstärkt.[9] Weiterhin führte sie zu der Initiative der Bauern, eine Schule von Hamburg zu fordern.

Das Bemühen des Lehrers Heinrich Gechter, der von 1902 bis 1909 auf Neuwerk tätig war, und des späteren zweiten Vorsitzenden des Vereins Jordsand, die Scharhörnplate systematischer zu beobachten, mündeten in den 1920er Jahren in den ersten Anpflanzungen und zur Unterschutzstellung als Vogelfreistätte Scharhörn am 1. Dezember 1939. Das Schulhaus der Inselschule wurde 1912 errichtet.

Die „Wattenpost“ vor Neuwerk, gemalt von Richard Eschke (1905)

Neuwerk diente ab 1905 als Erholungsort und Seebad. Aus dem Hamburger Amt Ritzebüttel entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Stadt Cuxhaven, die am 15. März 1907 ihre Stadtrechte erhielt und in die am 1. März 1935 Neuwerk und Scharhörn eingemeindet wurden.

Infolge des Groß-Hamburg-Gesetzes tauschte Hamburg 1937 seine Gebiete in Cuxhaven – und damit auch Neuwerk und Scharhörn – mit Preußen und erhielt dafür Altona und Wilhelmsburg. Durch die Länderneugliederung nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Neuwerk damit zum neuen Bundesland Niedersachsen.

1965 wurde das Amt Ritzebüttel mit den Inseln Neuwerk und Scharhörn vom Bistum Osnabrück an das Bistum Hildesheim übertragen.[10]

Der Staatsvertrag zwischen Niedersachsen und Hamburg (Cuxhaven-Vertrag)[11][12][13] gliederte die Inseln Neuwerk und Scharhörn am 1. Oktober 1969 wieder ins Hamburger Staatsgebiet ein, indem verbliebene Rechte Hamburgs an Hafenanlagen im Gebiet von Cuxhaven aufgegeben wurden.

1982 wurden das Landschaftsschutzgebiet Insel Neuwerk (200 ha) sowie das Naturschutzgebiet Neuwerk und Kleiner Vogelsand (ca 380 ha) ausgewiesen, welches das Ostvorland einschloss und seit dem vom Verein Jordsand[14] betreut wird.[15] Dieses wurde am 28. Oktober 1986 erweitert. Im gleichen Zuge wurde das Naturschutzgebiet Neuwerk und Scharhörner Watt ausgewiesen. Zusammen standen im Hamburger Wattenmeer damit circa 8200 ha unter Naturschutz. Die Neuwerk/Scharhörner Natur- und Landschaftsschutzgebiete wurden mit dem Nationalparkgesetz außer Kraft gesetzt.

Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer wurde am 9. April 1990 mit vorerst circa 11.700 ha ausgewiesen und in einer Änderung am 12. Dezember 2000 über die mittlere Tideniedrigwasserlinie seewärtig auf 13.750 ha erweitert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wattwagen sammeln sich vor dem Leuchtturm in Neuwerk

Die Insel Neuwerk wird von etwa 40 Einwohnern bewohnt. Die noch bis in die 1970er Jahre intensiv betriebene Landwirtschaft ist als Einkommensquelle heute praktisch vollständig vom Tourismus verdrängt. Neuwerk wird jährlich in den Sommermonaten von etwa 100.000 Touristen besucht.[16] Neben den bis zu 2000 Tagesgästen gibt es noch etwa 170 Gästebetten, Campingmöglichkeiten und 240 Plätze in Strohlagern.

Verkehr[Bearbeiten]

Wattwagen und Rettungsbake
MS Flipper am Steg von Neuwerk

Die Insel Neuwerk ist bei Ebbe bis Niedrigwasser von den zu Cuxhaven gehörenden Ortsteilen Sahlenburg oder Duhnen durch das Watt (zu Fuß, per Pferd oder Wattwagen) erreichbar. Die Wanderung zur Insel Neuwerk entlang eines mit Pricken gekennzeichneten Weges dauert etwa zweieinhalb Stunden. Entsprechend den Veränderungen in der Wattlandschaft wird der Weg jedes Jahr leicht angepasst. Auf dem Weg befinden sich drei Rettungsbaken für Wanderer, die von der Flut überrascht werden. Bei Hochwasser sind im Sommer tägliche Fahrten per Schiff der Reederei Cassen Eils von Cuxhaven aus möglich. Die Fahrzeit beträgt rund eineinhalb Stunden.

Auf Neuwerk gab es von 1962 bis 1986 eine Materialbahn für den Deichbau, die infolge der schweren Sturmflut im Februar 1962 eingerichtet wurde.[17][18]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohner
1826[19] 42 Einwohner, 8 Häuser
1847[20] 59
1856[21] 75
1860[22] 65
3. Dezember 1866[23] 62
1. Dezember 1871[24] 49
1908[25] 49
1. Dezember 1910[26] 53

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf Neuwerk sind das Ensemble aus Leuchtturm, Nord- und Ostbake, sowie der Friedhof und die Turmwurt auf der Liste der Kulturdenkmäler in Hamburg-Neuwerk[27] ausgewiesen.

Turm[Bearbeiten]

Hauptartikel: Leuchtturm Neuwerk

Der mächtige Leuchtturm wurde 1310 als Wehrturm fertiggestellt und diente als Schutz der Elbmündung vor Seeräubern. Das heute noch funktionsfähige Leuchtfeuer auf dem Turm wurde 1814 eingerichtet. Wegen seiner Lage am Zusammenfluss von Elbe- und Wesermündung war es ein wichtiges Seezeichen. Der Leuchtturm Neuwerk gilt als das älteste Bauwerk Hamburgs[28], als ältestes Profanbauwerk der gesamten deutschen Küste und ist zudem Hamburgs letztes Festungsgebäude.

Friedhof der Namenlosen[Bearbeiten]

Auf dem „Friedhof der Namenlosen“ wurden früher Leichen bestattet, die von der Flut an Neuwerks Ufer geschwemmt wurden. Er wurde am 22. Juni 1319 von einem Bischof und drei weiteren Geistlichen geweiht.[29] Er wurde 1900 umgestaltet. Heute werden aufgefundene Tote auf das Festland überführt und dort beigesetzt.

Baken[Bearbeiten]

Neuwerker Ostbake im Ostvorland während der Januarflut 1994 am 28. Januar 1994, kurz nach absolutem Höchststand.

Um Neuwerk und Scharhörn standen über die Jahrhunderte diverse Seezeichen. Diese waren Tonnen im Fahrwasser, wie zum Beispiel die Buttertonne, oder Baken – sturmsichere massiv gegründete Holzgerüste von bis zu 20 Meter Höhe – und dienten zur Peilung bei Fahrt durch die Außenelbe. Die Scharhörnbake bot Schiffbrüchtigen auch Unterschlupf und wurde regelmäßig mit Notproviant versorgt. Heute stehen neben dem Turm nur noch die Nordbake[30] im Watt am Anleger und die Ostbake[31] im Ostvorland. Die erste Ostbake erbaute 1635 der Hamburger Barsenmeister Peter Petersen, genannt Klappmütze, daher wurde sie auch Klappmützenbake genannt. Die Ostbake stürzte zuletzt während des Orkans Kyrill am 18. Januar 2007 um[32] und wurde am 11. September 2009 durch die HPA und das THW Altona neu errichtet.[33] Weiterhin gab es im 16./17. Jahrhundert die Werck-balger-Bake[34] im Watt zwischen der Buttertonne und dem Turm. Der 1986 errichtete 52 Meter hohe Radarturm am Westufer ist ebenfalls weithin sichtbar, aber keine Bake im engeren Sinne.

Turmwurt[Bearbeiten]

Neuwerker Turmwurt

Der Turm, das Schullandheim, das alte Schulgebäude, die HPA-Unterkünfte, zwei weitere Gebäude und der „Herrengarten“ mit Teich sind von einem eigenen Deich umgeben und liegen leicht über dem normalen Niveau des Innengrodens. Damit bietet es auch zusätzlichen Schutz vor besonders schweren Sturmfluten.

Schullandheim[Bearbeiten]

1920 initiierte Heinrich Gechter die Nutzung der Turms als Schullandheim für Schüler aus Winterhude. Ab 1924 wich man auf den Dachboden der Staatsscheue am Turm aus und weitete ab 1933 die Nutzung auf Teile des Erdgeschosses aus. Damit kamen jährlich bis zu 400 Schüler in das Schullandheim am Turm.[35]

Nach der Einrichtung des Naturschutzgebiets beherberge die Scheune im Erdgeschoss auch das Infozentrum und die Vogelwärterwohnung bis zur Einrichtung des Nationalparkhauses.

Nationalparkhaus[Bearbeiten]

Das 2004 eröffnete Nationalparkhaus der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) beherbergt eine Ausstellung über den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.

Sonstiges[Bearbeiten]

Neuwerk als nördlichster Punkt des Triangulationnetzes von Gauß

Die HMS Proserpine strandete 1799 vor Scharhörn. An Bord befand sich der englische Diplomat Thomas Grenville in geheimer Misson nach Berlin. Mit ihm fanden die Besatzung und die Passagiere im Turm von Neuwerk Zuflucht, bevor er später über Cuxhaven weiter reisen konnte. Anders verhielt es sich mit dem griechischen Frachter Emmanuel M, der 1968 vor Scharhörn auf Grund lief und von Neuwerkern geplündert wurde.[36][37]

Die Freiwillige Feuerwehr Neuwerk besteht seit 1929.

Zwischen 1933 und 1964 erfolgen einige Teststarts mit Postraketen von Duhnen nach Neuwerk und Scharhörn.

1934 fand Alfred Ehrhardt eine Stelle als Organist und Chorleiter in Cuxhaven und unternahm von dort Foto-Exkursionen ins Watt zwischen Scharhörn und Neuwerk. Nach großem Erfolg seiner Ausstellung der Watt-Fotos im Hamburger Kunstgewerbeverein 1936 wanderte die Ausstellung ein Jahr lang durch Deutschland.[38] 1937 veröffentliche er hieraus den Bildband Das Watt.[39]

Zur besseren Positionsbestimmung der Schiffe ordneten die britischen Besatzungsmächte 1946 die Einrichtung einer der ersten Stationen des Peilfunknetzes Nordsee auf Neuwerk an.

Im Sommer dient die Insel als Inselbelegstelle zur Begattung von Bienenköniginnen. Dafür ist die Insel wegen ihrer isolierten Lage besonders geeignet. Betreiber ist das niedersächsische Bieneninstitut in Celle.[40][41]

Auf der Rückseite der 10-DM-Scheine der letzten Serie (1989–2001) war ein Ausschnitt des Triangulationnetzes aus der Triangulation des Königreichs Hannover von Carl Friedrich Gauß abgebildet, die von 1821 bis 1841 durchgeführt wurde[42] und dessen nördlichster Punkt der Turm auf Neuwerk bildete. Die Messungen bezüglich Neuwerks fanden im Juli 1825 statt.

Die Folge Fährmann hol röver[43] der Krimiserie Großstadtrevier spielt größtenteils auf der Insel, ebenso die Tatortfolgen Tod auf Neuwerk[44] und Tod vor Scharhörn[45] des NDR mit dem Ermittlerteam Stoever und Brockmöller.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Christoph Lichtenberg: Warum hat Deutschland noch kein großes öffentliches Seebad? in Schriften und Briefe. Band 3, München 1967 ff., S. 95-103. Erstdruck in: Göttinger Taschenkalender, 1793 (anonym).
  • Theodor von Kobbe und Wilhelm Cornelius: Kuxhaven und Neuwerk in Wanderungen an der Nord- und Ostsee (1841)
  • Kurt Eisermann: Neuwerk Erholungsinsel mit Geschichte: Mit Scharhörn und Nigehörn. Die Hamburger Inseln im Weltnaturerbe Wattenmeer. Bremerhaven 2011, ISBN 978-3-86918-047-2.
  • Oliver Neß: Besuch auf Neuwerk. Verlag Die Hanse, Hamburg 2001, ISBN 3-434-52571-8.
  • Ferdinand Dannmeyer: Ein Turm und seine Insel – Monographie der Nordseeinsel Neuwerk; 1952; Fotos Alfred Ehrhardt
  • Alfred Ehrhardt: Das Watt, Heinrich Ellermann Verlag, Hamburg, 1937
  • Wilhelm Lemke: Die Vögel Neuwerks – Nordseeinsel im Wattenmeer, herausgegeben vom Verein Jordsand zum Schutze der Seevögel e. V., Hamburg. Verlagsges. Cuxhaven mbH & Co Cuxhavener Nachrichten KG, Cuxhaven 1982.
  • Wilhelm Lemke: Die Vögel Neuwerks 1981–1993 – Nordseeinsel im Nationalpark „Hamburgisches Wattenmeer“, hamburger avifaunistische beiträge (hab), Band 27, Hamburg 1995.

Prosa zu Neuwerk[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuwerk – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Neuwerk – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website des Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer
  2. Karten des NPHW und von Neuwerk
  3. Karte Scharhörn und Insel Neuwerk West, Nr. 2016, 1:25000, 1951, Reichsamt fur Landesaufnahme
  4. Insel Neuwerk Ost, Nr. 2017, 1:25000, 1951, Reichsamt fur Landesaufnahme
  5. Neuwerk - Deiche
  6. Entstehung des hamburgischen Wattenmeers in Nationalpark-Atlas Hamburgisches Wattenmeer, Naturschutz und Landschaftspflege in Hamburg, Schriftenreihe der Umweltbehörde, Heft Nr. 40, 2001, Freie und Hansestadt Hamburg
  7. Siehe auch: Geschichte Hamburgs #Schauenburger Zeit
  8. Geschichte Neuwerks auf Stadtwiki Cuxhaven
  9. Artikel in der Hamburgischer Correspondent
  10. Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhle und dem Land Niedersachsen, 26 February 1965, Artikel 2.
  11. Gesetz zum Staatsvertrag mit dem Lande Niedersachsen über die Neuordnung der Rechtsverhältnisse in Cuxhaven und im Gebiet der Elbmündung vom 3. Oktober 1961, ratifiziert am 5. Oktober 1962, in Kraft getreten am 1. Oktober 1969
  12. Staatsvertrag mit dem Lande Niedersachsen über die Neuordnung der Rechtsverhältnisse in Cuxhaven und im Gebiet der Elbmündung vom 3. Oktober 1961 (HmbGVBl. S. 317)
  13. Stadtgeschichte Cuxhaven, Stadtarchiv Cuxhaven
  14. Das Schutzgebiet Neuwerk des Verein Jordsand
  15. Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer – Entstehung, Grundlagen und Ziele in Nationalpark-Atlas Hamburgisches Wattenmeer, Naturschutz und Landschaftspflege in Hamburg, Schriftenreihe der Umweltbehörde, Heft Nr. 40, 2001, Freie und Hansestadt Hamburg
  16. Fremndenverkehr in Nationalpark-Atlas Hamburgisches Wattenmeer, Naturschutz und Landschaftspflege in Hamburg, Schriftenreihe der Umweltbehörde, Heft Nr. 40, 2001, Freie und Hansestadt Hamburg
  17. Inselbahn auf Neuwerk
  18. Die Neuwerker Inselbahn
  19. Neue allgemeine geographische und statistische Ephemeriden, Band 19. 1826, S. 368
  20. Franz Heinrich Neddermeyer: Zur Statistik und Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg und deren Gebietes. 1847, S. 193
  21. Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 328.
  22. Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 848.
  23. des Statistik Hamburgisches Staats. Ergebnisse der Volkszählung vom 3ten December 1866. S. 44
  24. Statistik des Hamburgisches Staats. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1871. S. 78
  25. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 586.
  26. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Freie und Hansestadt Hamburg – Landherrenschaft Ritzebüttel 1. Dezember 1910
  27. siehe auch Liste der Kulturdenkmäler im Hamburger Bezirk Hamburg-Mitte (Stand 2012)
  28. Ältestes Gebäude Hamburgs (Kirche Sinstorf)
  29. Erich von Lehe: Kleine Inselchronik in Ein Turm und seine Insel – Monographie der Nordseeinsel Neuwerk; 1952, S. 165ff
  30. Historie der Neuwerker Nordbake
  31. Historie der Neuwerker Ostbake
  32. Orkan über Neuwerk
  33. Die Ostbake, Fotodokumentation des Wiederaufbaus
  34. Historie der Neuwerker Werck-balger-Bake
  35. Armin Clasen: Das Schulheim Neuwerk in Ein Turm und seine Insel – Monographie der Nordseeinsel Neuwerk; 1952, S. 159ff
  36. Deutschlandspiegel, 160/1968, 25. Januar 1968, Bundesarchiv
  37. Vor 31 Jahren wurde Frachter vor Neuwerk geplündert, Hamburger Morgenpost, 20. Oktober 2000
  38. Das Watt / Die Kurische Nehrung, 1933 - 1937, Alfred Ehrhardt Stiftung
  39. Fotos aus Das Watt
  40. Bienenzucht auf den Nordseeinseln Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
  41. Haupt- Zuchtlinien der A.m. - carnica
  42. Gaußsche Landesaufnahme
  43. Fährmann, hol' röver, Großstadtrevier, Folge 36, Regie/Buch: Jürgen Roland, Erstausstrahlung: 11. April 1991
  44. Tod auf Neuwerk, Tatort, Folge 328, Erstausstrahlung: 24. März 1996
  45. Tod vor Scharhörn, Tatort, Folge 461, Erstausstrahlung: 7. Januar 2001, letzter Tatort mit Manfred Krug und Charles Brauer mit Gastauftritt von Jürgen Roland