Nevesinje

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Nevesinje
Невесиње

Wappen von Nevesinje

Nevesinje (Bosnien und Herzegowina)
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Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Republika Srpska
Gemeinde: Nevesinje
Koordinaten: 43° 16′ N, 18° 7′ O43.25944444444418.120833333333885Koordinaten: 43° 15′ 34″ N, 18° 7′ 15″ O
Höhe: 885 m. i. J.
Fläche: 1.040 km²
Einwohner: 13.758 (2013)
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 59
Postleitzahl: 88280
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Momčilo Šiljegović (SDS)
Webpräsenz:

Nevesinje [nɛvɛsiɲɛ] (serbisch-kyrillisch Невесиње) ist eine Stadt und Opština (Gemeinde, Landkreis) im südlichen Teil von Bosnien und Herzegowina. Die Gemeinde hatte 2013 knapp 14.000 Einwohner, davon lebten in der Stadt selbst etwa 4.000. Nevesinje liegt in der Herzegowina und gehört seit dem Bosnienkrieg zur Republika Srpska.

Geographie[Bearbeiten]

Nevesinje befindet sich etwa 900 m über dem Meeresspiegel am südwestlichen Rand des Nevesinjsko polje, welches sich zwischen den Gebirgen Velež und Crvanj erstreckt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Stadt[Bearbeiten]

In der Volkszählung von 1991 hatte die eigentliche Stadt Nevesinje 4.068 Einwohner mit folgender ethnischer Selbstzuschreibung:

  • Serben - 3.247 (79,81 %)
  • Bosniaken - 634 (15,58 %)
  • Kroaten - 39 (0,95 %)
  • Jugoslawen - 104 (2,55 %)
  • andere - 44 (1,11 %)

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Gemeinde Nevesinje mit ihren 56 Ortschaften hatte 14.448 Einwohner, davon:

  • Serben - 10.711 (74,13 %)
  • Bosniaken - 3.313 (22,93 %)
  • Kroaten - 210 (1,45 %)
  • Jugoslawen - 123 (0,85 %)
  • andere - 91 (0,64 %)

Zehn Ortschaften hatten eine muslimische Bevölkerungsmehrheit, nämlich Borovčići, Gornja Bijenja, Hrušta, Kljuna, Kruševljani, Postoljani, Presjeka, Rabina, Sopilja und Žulja. Über eine kroatische Mehrheit verfügte der Ort Seljani. Auch in Bojišta und Sopilja bestand eine nennenswerte kroatische Minderheit. Die restlichen Orte waren überwiegend serbisch bewohnt.

Wie die umliegenden Hochlandgemeinden war auch Nevesinje schon vor dem Bosnienkrieg von einem raschen Bevölkerungsschwund betroffen. 1971 hatte die Gemeinde noch 19.333 Einwohner:

  • Serben - 14.479 (74,89 %)
  • Muslime (Bosniaken) - 4.370 (22,60 %)
  • Kroaten - 384 (1,98 %)
  • Jugoslawen - 28 (0,14 %)
  • andere - 72 (0,39 %)

Bedingt durch den Zuzug von serbischen Familien aus Mostar während und nach dem Bosnienkrieg blieb die Einwohnerzahl annähernd gleich und lag 2013 bei 13.758 Bewohnern.

Religionen[Bearbeiten]

In der Stadt Nevesinje gibt es zwei Serbisch-Orthodoxe Kirchen, innerhalb der Gemeinde gibt es elf weitere Kirchen in den Orten Batkovići, Biograd, Kifino Selo, Lakat, Luka, Slato, Udrežnje, Zalom, Žiljevo, und Zovi Do.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Lage von Nevesinjes Wirtschaft ist bedingt u.a. durch die Nachwirkungen des Bosnienkrieges schlecht. Ein Großteil der Infrastruktur ist abhängig vom Militärstützpunkt Nevesinjska Puška, der 1875 eröffnet wurde und zur Zeit von den bosnisch-herzegowinischen Streitkräften genutzt wird.

Verwaltung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Nevesinje gehörten vor dem Krieg folgende Orte: Batkovići, Bežđeđe, Biograd, Bojišta, Borovčići, Bratač, Budisavlje, Donja Bijenja, Donji Drežanj, Donji Lukavac, Dramiševo, Gaj, Gornja Bijenja, Gornji Drežanj, Gornji Lukavac, Grabovica, Hrušta, Humčani, Jasena, Jugovići, Kifino Selo, Kljen, Kljuna, Kovačići, Krekovi, Kruševljani, Lakat, Luka, Miljevac, Nevesinje, Odžak, Plužine, Podgrađe, Postoljani, Presjeka, Pridvorci, Prkovići, Rabina, Rast, Rilja, Rogače, Seljani, Slato, Sopilja, Studenci, Šehovina, Šipačno, Trusina, Udrežnje, Zaborani, Zalom, Zalužje, Zovi Do, Žiljevo, Žuberin und Žulja.

Nach dem Krieg wurde im Vertrag von Dayton der Großteil der Gemeinde Nevesinje der Republika Srpska zugeschrieben. Zur Föderation Bosnien und Herzegowina kam die Orte Žulja, Rabina und ein teil von Seljani.

Die Gemeinde Nevesinje ist in 14 Ortsgemeinschaften (mjesne zajednice) gegliedert.

Gemeinde Einwohnerzahl Haushalte Durchschnittliche Bewohner eines Haushaltes
Bijenja  ?  ?  ?
Biograd 882 163 5,41
Drezanj 447 103 4,34
Grabovica 250 45 5,56
Kifino Selo 325 59 5,51
Luka 312 63 4,95
Lukavac 695 134 5,19
Nevesinje 3055 837 3,65
Odzak 316 67 4,72
Pridvorci 289 58 4,98
Rabina 514 94 5,47
Rilja 435 82 5,30
Udreznje 583 112 5,21
Zovi Do 733 134 5,47

Kommunikation[Bearbeiten]

Die Telefonvorwahl von Nevesinje für Anrufe aus dem Ausland ist die (+387) 059. Die Vorwahl setzt sich folgendermaßen zusammen: die +387 ist die Vorwahl für Bosnien und Herzegowina. Die folgende 05 wird von Städten innerhalb Republika Srpska verwendet und die 9 steht für den südlichsten Teil der Republika Srpska, der Region Trebinje, welche außer von der Gemeinde Nevesinje auch von den Gemeinden Berkovići, Bileća, Gacko, Istočni Mostar, Ljubinje und Trebinje verwendet wird.

Die Postleitzahl vom Postamt Nevesinje ist 88280. Diese bedient aber auch noch anderen Ortschaften innerhalb der Gemeinde von Nevesinje. Innerhalb von der Gemeinde Nevesinje gibt es aber noch drei weiter Postämter in Kifino Selo (88283), Odžak (88285) und Zovi Do (88286), welche wiederum auch andere Ortschaften mitbetreuen.

Wappen[Bearbeiten]

Auf dem Wappen von Nevesinje sieht man in weißer Schrift auf rotem Grund in kyrillischer Schrift Nevesinje geschrieben. Darunter befindet sich die serbische Fahne: von oben nach unten Rot, Blau, Weiß. Darunter befinden sich zwei gekreuzte Gewehre, welche den Militärstützpunkt Nevesinjska Puška symbolisieren, vor einem weißen Berg. Dies soll symbolisch dafür stehen, das der Militärstützpunkt seit seiner Einrichtung Nevesinje vor seinen Feinden und Bedrohungen beschützt hat. Ganz unten auf dem Wappen befindet sich das Serbische Kreuz, welches einerseits das serbische Volk, das die Mehrheit in Nevesinje bildet, und andererseits die Zugehörigkeit Nevesinjes zur Republika Srpska symbolisieren soll.

Im Februar 2013 erklärte das Verfassungsgericht der Republika Srpska das Wappen von Nevesinje und von Banja Luka aufgrund des durch das in beiden gezeigte Serbische Kreuz hergestellten Bezuges auf eine ethnische Gruppe für illegal.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neustavni grbovi Banjaluke i Nevesinja, 20 Februar 2013, abgerufen am 21. Februar 2013