New Asteroid Initiative

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New Asteroid Initiative

Auftraggeber NASA
Aufbau
Verlauf der Mission

New Asteroid Initiative (deutsch: Neue Asteroiden Initiative) ist eine geplante Mission der NASA, mit der ein Asteroid eingefangen, in Erdnähe gebracht und von Astronauten untersucht werden soll. Im Fiskaljahr 2014 investiert die NASA 105 Millionen US-Dollar für die Planung der Mission.[1][2]

Planung[Bearbeiten]

Die Mission sieht bislang vor, auf bereits entwickelte beziehungsweise zur Verfügung stehende Technologien zurückzugreifen; so sollen voraussichtlich das Multi-Purpose Crew Vehicle und das Space Launch System zum Einsatz kommen. Die Projektplanung beinhaltet voraussichtlich auch die Entwicklung von verbesserten Technologien zur Entdeckung von Asteroiden,[1] denkbar wäre im Rahmen des Near-Earth-Asteroid-Tracking-Programms.

Missionsziele[Bearbeiten]

Aus einer erdnahen Umlaufbahn soll ein kleiner, wenige Meter durchmessender Asteroid eingefangen werden. Dieser soll in einen weiten Erdorbit gebracht werden, wo er als Ziel für bemannte Missionen dienen soll, um beispielsweise die Gewinnung von Probenmaterial zu testen.[1] Im Juni 2014 wurde der Apollo-Asteroid 2011 MD als ein mögliches Ziel bekannt gegeben.[3][4] Die Mission soll zudem ein weiterer Meilenstein für eine bemannte Marsmission in den 2030er Jahren sein.[5]

Ablauf der Mission[Bearbeiten]

Ein möglicher Asteroid würde von Erdteleskopen ausgemacht werden – denkbar wäre ein Himmelskörper von etwa 8 Meter Durchmesser und mit einer Masse von ungefähr 500 Tonnen, wenn auch mit heutigen Technologien ein geeigneter Himmelskörper dieser Größenordnung bislang nur schwer ausfindig gemacht werden kann.[5]

Nach den Vorstellungen der NASA-Experten könnte 2017 Jahre eine Raumsonde zu einem geeigneten Asteroiden starten. Die Robotersonde zum Transport des Asteroiden könnte mit einem Ionenantrieb ausgerüstet sein, um die erforderliche Schubkraft zu erreichen, die für den Transport in einen Erde–Mond–Orbit nötig ist.[5] Sobald die Raumsonde den Asteroiden erreicht hat, laut ersten Plänen der Wissenschaftler etwa 2019, soll sich eine schlauchartige Struktur entfalten. Die Sonde soll so manövriert werden, dass der Asteroid in der schlauchartigen Struktur fixiert wird. Anschließend soll die Sonde die Bahn des Asteroiden soweit beeinflussen, um ihn in einen weiten Orbit um die Erde zu manövrieren. Die größte Herausforderung stellt aber die Handhabung eines derart massereichen Objekts dar. Insbesondere muss die Eigenrotation des Himmelskörpers innerhalb des Fangschlauchs abgefangen werden. Danach soll er in einen geeigneten Orbit in Mondnähe gebracht werden, damit der Asteroid unter den Einwirkungen von Atmosphäre und Gravitation der Erde nicht auseinandergerissen wird. Falls das Manöver erfolgreich abgeschlossen werden kann, würde ein Rendevouzmanöver mit einem bemannten Raumschiff durchgeführt, sofern künftige Haushaltskürzungen die weitere Entwicklung von Träger und Raumschiff nicht beschneiden.[1] Den möglichen Ablauf der Mission stellt die NASA in einem kurzen Video dar.[6]

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Rahmen der New Asteroid Initiative begann im Juni 2013 die "Asteroid Grand Challenge". Die NASA lud andere Raumfahrtorganisationen, wissenschaftliche und private Institutionen und die interessierte Öffentlichkeit ein, Vorschläge einzubringen wie potentiell gefährliche Asteroiden detektiert, klassifiziert und abgelenkt werden könnten.[7] Im Rahmen des Ende Juli 2013 beendeten Ideenwettbewerbs reichten 400 Firmenvertreter, Wissenschaftler und Privatleute Vorschläge für die Mission ein, die auf einem Workshop im September weiter besprochen werden sollen. Lori Garver, die Vizedirektorin der NASA, lobte die überwältigende Beteiligung, brachte aber auch ein grundlegendes Problem und einen Einwand des Planetenforschers Jim Bell von der Arizona State University zur Sprache, dass es sowohl in der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch in der Öffentlichkeit Zweifel an der geplanten Mission gebe.[8]

Gemäss Berechnungen des Asteroidenexperten Paul Chodas von der NASA seien von den etwa 10.000 Asteroiden in Erdnähe gerade nur 370 klein genug, um eingefangen zu werden. Von diesen 370 möglichen Kandidaten hätten aber lediglich 14 eine passende Umlaufbahn, und von diesen wiederum seien nur von vier Asteroiden ausreichend Daten über Oberflächenbeschaffenheit und Rotationsgeschwindigkeit bekannt – das Zielobjekt von etwa acht bis zehn Metern Durchmesser sollte sich maximal zwei Mal in der Minute um sich selbst drehen, um eine Beschädigung der Robotsonde zu vermeiden. Mit der Reaktivierung des Wide-Field Infrared Survey Explorers und der Aufrüstung zweier Teleskopanalgen auf Hawai könnten in den kommenden drei bis vier Jahren mindestens 15 neue Kandidaten für die Mission gefunden werden, so Chodas.[8] Ebenso könnte mit dem erfolgreichen Start der Raumsonde Gaia im Dezember 2013 die Zahl möglicher Zielobjekte beträchtlich ansteigen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Asteroid Capture Mission – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Stefan Deiters auf astrononews.com (11. April 2013): Einfangmission für kleinen Asteroiden geplant , abgerufen am 12. April 2013.
  2. nasa.gov: NASA's Asteroid Initiative Benefits From Rich History, abgerufen am 12. April 2013.
  3. NASA Announces Latest Progress, Upcoming Milestones in Hunt for Asteroids nasa.gov, abgerufen am 25. Juni 2014
  4. Mit vereinten Kräften gegen eine globale Bedrohung nzz.ch
  5. a b c Seth Borenstein, huffingtonpost.com (5. April 2013): NASA Asteroid Landing Mission To Take Place In 2021 After Accelerated Obama Plan, Says Bill Nelson, abgerufen am 12. April 2013.
  6. Visualisierung des geplanten Missionsablaufs auf nasa.gov, abgerufen am 12. April 2013.
  7. White House, NASA want help hunting asteroids washingtonpost.com;NASA Needs Your Help Finding Killer Asteroids nationalgeographic.com;NASA Announces Asteroid Grand Challenge nasa.gov, abgerufen am 21. Juni 2013
  8. a b Christoph Seidler, spiegel.de online (2. August 2013): Suche nach Asteroiden: Nasa will Oldie-Teleskop entmotten, abgerufen am 3. August 2013