Nexhmije Hoxha

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nexhmije Hoxha [nɛdʒˈmijɛ ˈhɔdʒa] (* 7. Februar 1921 in Bitola, Mazedonien) ist die Witwe des ehemaligen Staatschefs von Albanien, Enver Hoxha.

Leben[Bearbeiten]

Sie wurde als Nexhmije Xhuglini in Bitola geboren; ihr Eltern stammten aus Debar.[1] besuchte sie ein Lehrerseminar in Tirana, das sie 1941 abschloss. In der Folge unterrichtete sie in Grundschulen und trat der Albanischen Kommunistischen Partei bei. 1941 wurde sie in deren Generalversammlung gewählt. Sie betätigte sich heimlich an Untergrundaktivitäten der Partei. Deswegen verurteilte sie ein Gericht in Abwesenheit zu zwölf Jahren Gefängnis; sie wurde aber nie inhaftiert. Im Jahr 1944 verliess sie Tirana, um sich an den Partisanenkämpfen gegen die deutschen Besatzer zu beteiligen, war aber weiterhin politisch aktiv.[2]

Im Januar 1945 heiratete sie den Führer der Albanischen Kommunistischen Partei, Enver Hoxha. Sie übernahm eine führende Rolle in landesweiten Frauenorganisationen.[2] 1948 wurde sie für die albanische Arbeiterpartei, die frühere kommunistische Partei, in die Nationalversammlung gewählt. 1966 wurde Hoxha zur Direktorin des Instituts für Marxistisch-Leninistische Studien in Tirana berufen.

Die Regierungszeit der Hoxhas war geprägt von Menschenrechtsverletzungen und Verfolgungen Andersdenkender. Besonders betroffen waren die Kirchen und Moscheen, welche aufgrund der maoistisch-atheistischen Ausrichtung des Regimes generell verboten waren. Im Volksmund galt Nexhmije Hoxha als eigentliche Herrscherin Albaniens, da sie einen starken Einfluss auf die Entscheidungen ihres Mannes hatte.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1985 versuchte Nexhmije noch bis 1991 das Regime mit Hilfe einer Marionettenregierung aufrechtzuerhalten. Sie wurde durch Premierminister Adil Çarçani ersetzt und im Dezember 1991 wegen Korruption inhaftiert und anschließend verurteilt. Nach fünfjähriger Haft wurde sie entlassen und gab an, ihr verbleibendes Leben dafür zu verwenden, das Andenken an ihren Mann zu pflegen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Fahri Balliu: La femme du diable: Nexhmije Hoxha, veuve du dictateur Enver Hoxha. Favre, Lausanne 2008, ISBN 978-2-8289-1023-5.
  •  Renate Flottau: Wir töteten nie ohne Grund. In: Der Spiegel. Nr. 15, 2004 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philippe Poisson: La femme du diable: Nexhmije Hoxha, veuve du dictateur Enver Hoxha. 27. Januar 2011, abgerufen am 30. November 2014 (französisch).
  2. a b J.F. Brown: Background Notes to Albania’s Party Congress – Special Report. In: Open Society Archives. 2. Februar 1961, abgerufen am 30. November 2014 (englisch).