Nganasanische Sprache

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Nganasanisch

Gesprochen in

Autonomer Kreis Taimyr/Russland
Sprecher ca. 850
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1:

-

ISO 639-2:

mis

ISO 639-3:

nio

Die nganasanische Sprache ist eine der samojedischen Sprachen. Diese bilden gemeinsam mit den finno-ugrischen Sprachen die uralische Sprachfamilie.

Sprache[Bearbeiten]

Nganasanisch wird vom Volk der Nganasanen in der Mitte und im Südwesten der Taimyrhalbinsel in Russland gesprochen. Es gehört wie Nenzisch und Enzisch zur Gruppe der nordsamojedischen Sprachen.

Nach einer (umstrittenen) Zählung von 1989 sprachen 1.063 Menschen Nganasanisch als Muttersprache. Die Zahl der Nganasanen tendiert laut der letzten Bevölkerungszählung von 2002 zu weniger als 900. Davon nennen 83 % der Befragten Nganasanisch als ihre Muttersprache. Es steht zu befürchten, dass die Sprache in nicht ferner Zukunft aussterben wird.

Es existiert für das Nganasanische keine Schriftsprache. Nganasanisch gehört zu den wenigen lokalen Sprachen der Sowjetunion, die in den 1930er Jahren kein Alphabet erhalten haben. Anfang der 1990er Jahre gab es Versuche einer Transkription mit kyrillischen Buchstaben, die jedoch in der Praxis nicht verwendet wird. Das phonetische System umfasst acht Vokale, zwei sog. Diphthongoide (mit der Wertigkeit von Diphthongen: /ia/ und /ua/), wahrscheinlich keine Diphthonge (sondern Vokalsequenzen) und ca. zwanzig Konsonanten. Zentrale Elemente sind die Palatalisierung und der Stufenwechsel. Die Sprache weist sehr viele Ähnlichkeiten mit dem Selkupischen und Jukagirischen auf.

Dialekte[Bearbeiten]

Naganasanisch wird in zwei Dialekte unterteilt:

  • Awamisch (russisch авамский говор)
  • Wadeisch (russisch вадеевский говор)

Literatur[Bearbeiten]

  • Kortt, Ivan R.; Simchenko, Ju. B.: Wörterverzeichnis der nganasanischen Sprache : T. 1: nganasanisch-deutsch-russisches Glossar. (Materialien / Systemata mundi Inst. zur Erforschung fremder Denksysteme u. Organisationsformen 1). Berlin, 1985
  • Wagner-Nagy, Beáta: Chrestomathia Nganasanica. (Studia Uralo-Altaica : Supplementum 10) Szeged, 2002, 306 p. ISBN 963-482-588-5
  • Katzschmann, Michael: Chrestomathia Nganasanica : Texte - Übersetzung - Glossar - Grammatik , Bearbeitung der Нганасанская фольклорная хрестоматия zusammengestellt von Kazis I. Labanauskas unter Berücksichtigung des Словарь нганасанско-русский и русско-нганасанский. (Nganasanica 1) Norderstedt, 2008, 604 p. ISBN 978-3-8370-1121-0

Weblinks[Bearbeiten]