Ngorongoro

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Topografie der Region, Ngorongoro in der Bildmitte.
Ngorongoro im Norden Tansanias

Ngorongoro ist ein Einbruchkrater in Tansania am Rande der Serengeti. Er entstand, als an dieser Stelle ein Vulkanberg in sich zusammenbrach. Der Kraterboden liegt auf etwa 1700 Meter über NN und die Seitenwände sind zwischen 400 und 600 Meter hoch, so dass die Kraterkante auf etwa 2300 Meter liegt.[1] Der Durchmesser des Kraters beträgt zwischen 17 und 21 Kilometer. Insgesamt hat der Krater eine Fläche von 26.400 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkrieges siedelte der Farmer Adolf Siedentopf mit seiner Frau Paula aus Bielefeld im Ngorongoro-Krater und betrieb dort eine Farm mit Rinderzucht und Weizenanbau. Während dieser Zeit siedelte sich auch vorübergehend ein Massai-Stamm im Krater an, um sich gegenseitig bei der Rinderzucht und gegen die Angriffe der Raubtiere zu helfen. Seit dieser Zeit hat kein Mensch mehr im Ngorongoro-Krater dauerhaft gelebt, auch die Massai leben seitdem wieder außerhalb des Kraters. Sie wurden umgesiedelt, da sich Wilderer in ihrem Schutz unerkannt im Krater aufhalten konnten.

Seit 1951 ist der Krater Teil des Nationalpark Serengeti. 1959 wurde außerhalb des Kraters ein besonderes Schutzgebiet (Ngorongoro Conservation Area) eingerichtet, in dem den Massai Ansiedlung und Weidewirtschaft erlaubt ist. 1975 wurde Landwirtschaft im Krater endgültig verboten. 1979 wurde er auf die UNESCO-Liste des Weltnaturerbe aufgenommen und 1981 als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Zusätzlich wurde der Krater 2010 zum Weltkulturerbe erhoben.

In einem Bericht an das Welterbekomitee schreibt die Parkverwaltung 2006, dass die Zahl der Fahrzeuge von Touristen im Krater ein zunehmendes Problem darstelle. In den äußeren Bereichen besteht ein erheblicher Siedlungsdruck. Regelmäßig mussten in der Vergangenheit illegale Felder beseitigt werden. Zuletzt wurden 60.000 Hirten mit 350.000 Stück Vieh im Schutzgebiet gezählt. Das ist deutlich mehr, als das Land ohne den verbotenen Getreideanbau ernähren kann. Durch den staatlichen Ankauf von Land außerhalb des Parks soll jetzt die Situation entspannt werden.

Panoramaausblick in den Krater (Trockenzeit)
Panoramaausblick in den Krater (Anfang der Regenzeit)

Klima und Vegetation[Bearbeiten]

Durch die unterschiedlichen Höhenlagen und die Dynamik der Luftmassen variiert das Klima vor Ort stark. Die Höhenlagen sind meist feucht und diesig. Das Flachland unterliegt starken Temperaturschwankungen. Die Regenmenge fällt in den Monaten November bis April und schwankt ebenfalls sehr stark abhängig vom Standort.

Die Kraterränder sind bewachsen mit Busch- und Heideland, Langgrassavanne und Resten von immergrünen Bergwäldern. Der Kraterboden ist bedeckt von Kurzgrassavanne, Wasserstellen und Akazienwäldern.

Tierwelt[Bearbeiten]

Tierherden im Krater
Gnus im Krater

Etwa 25.000 Großsäuger bevölkern den Krater, darunter die höchste Raubtierdichte Afrikas. Besonders groß ist die Zahl an Zebras, Büffeln, Gnus, Elenantilopen sowie Grant- und Thomson-Gazellen. Sie werden gejagt von Löwen, Fleckenhyänen und Leoparden. Daneben gibt es im Krater unter anderem Elefanten und, ungewöhnlich in dieser Gegend, Flusspferde. Es existieren noch zwischen zehn und 15 Exemplare der bedrohten Spitzmaulnashörner, deren Population in den 1960er Jahren noch über hundert Tiere betrug. Die großen Tierwanderungen in der Serengeti führen auch durch den Ngorongoro-Krater.

Naturschutzgebiet Ngorongoro[Bearbeiten]

Mit seinen 8200 km² umfasst es große Teile des Kraterhochlands, darunter die Berge Makerut und Oldeani mit 3130 und 3188 m Höhe. Im Westen nahe der Serengeti beträgt der Jahresniederschlag 700 mm, im Hochland dagegen bis zu 1400 mm. Im Ngorongo-Krater selbst halten sich selten mehr als wenige Dutzend Elefanten auf, aber an den äußeren Hängen des Kraters und im Hochland leben insbesondere im Bergwald weitere Elefantenpopulationen ungewisser Größe. 1981 gab es noch 8288 Elefanten im Schutzgebiet, 1987 war ihre Zahl auf 250 gesunken.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Am Rande des Kraters wurden Michael Grzimek († 1959) und sein Vater Bernhard Grzimek († 1987) bestattet.[3] Bernhard Grzimek hatte Anfang der 1960er Jahre mit Geldern der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt das Serengeti Research Institute initiiert, das die Zugwege und das Verhalten der Wildtiere erforschen und so zu ihrem langfristigen Schutz beitragen sollte. Der Krater selbst ist zum Nationalpark erklärt worden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ngorongoro – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daniela Eiletz-Kaube, Sabine Jorke, Steffi Kordy: Kenia. Tansania. Sansibar. DuMont Reiseverlag, 2007, ISBN 377017660X Online: http://books.google.at/books?id=zgD8bTEEzAYC&printsec=frontcover abgerufen am 5. Februar 2009
  2. Wally und Horst Hagen: Die afrikanischen Nationalparks als Lebensräume der Elefanten. In: Vitus B. Dröscher: Rettet die Elefanten Afrikas. 1. Auflage. Goldmann Verlag, München 1992, ISBN 3-442-12322-4. S. 239.
  3. Florian Schiegl: Auf Großbildjagd in Grzimeks Paradies. Reisereportage. Raushier - das Reisemagazin: http://www.raushier-reisemagazin.de/2013/09/ngorongoro-krater-auf-grossbildjagd-in-grzimeks-paradies/ abgerufen am 11. September 2013

-3.176388888888935.5708333333332300Koordinaten: 3° 11′ S, 35° 34′ O