Nguyễn Đình Thi

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Nguyễn Đình Thi (* 1924 im heutigen Laos, damals französische Kolonie Vietnam; † 2003 in Hanoi) war ein vietnamesischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Musiker und Komponist. Er gilt als einer der bekanntesten Schriftsteller Vietnams.

Anmerkung: Bei diesem vietnamesischen Namen lautet der Familienname Nguyễn, in westlichen Texten ist die Schreibweise oft vereinfacht Nguyen. Gemäß dem lokalen Brauch sollte die Person mit ihrem Rufnamen Thi bezeichnet werden.

Leben[Bearbeiten]

Sein Geburtsort war eine Ortschaft nahe der ehemaligen Königsstadt Luang Prabang, die im Norden von Laos liegt. Die Region gehörte damals als Protektorat der französischen Kolonie Vietnam (union d’ indochine) an. Als Sohn aus wohlhabendem bürgerlichen Hause besuchte er, der in die Kolonialepoche seines Landes Hineingeborene, französische Schulen und erlangte akademische Bildung. Als Intellektueller stellte er sich in den Dienst des nationalen Befreiungskampfes unter kommunistischen Vorzeichen. Seine Biografie war ebenso wechselhaft und von Verwerfungen geprägt wie die vietnamesische Geschichte seiner Zeit.[1] Er war über viele Jahre Vorsitzender des nationalen Schriftstellerverbandes. Er trat wie Bert Brecht zeitlebens für künstlerische Unabhängigkeit ein. Einige seiner Theaterstücke wurden verboten. Bei den einfachen Leuten war er populär, weil sie seine Lieder kannten.[2]

Arbeit[Bearbeiten]

Schriftstellerisch trat er vor allem als Lyriker hervor. Seine Gedichte gelten als klassisch, in der nationalen Tradition stehend. Daneben verfasste er Theaterstücke, Essays, Romane und Kurzgeschichten. Als literarischer Kritiker war er gefürchtet.[3] In die deutsche Sprache übersetzt liegen nur zwei Erzählungen vor, 1968 und 1970 in der DDR-Reihe Das neue Abenteuer publiziert, und ein posthum in zweisprachiger Ausgabe zur Frankfurter Buchmesse 2006 fertiggestellter Gedichtband. Bei THO – Gedichte handelt es sich um eine Gemeinschaftsproduktion der Freundschaftsgesellschaft Vietnam mit dem Verlag Kim Dong. Die Übersetzung ins Deutsche leistete der emeritierte Marburger Germanistik-Professor Günter Giesenfeld, der als Vorsitzender der Freundschaftsgesellschaft über viele Jahre persönliche freundschaftliche Beziehungen zu Nguyễn Đình Thi unterhielt.[4] Der Komponist Đặng Hữu Phúc vertonte seine Gedichte als Chorsymphonie, Đất nước.[5]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • THO – Gedichte. Düsseldorf 2006 (vietnamesisch und deutsch, 215 S., 20 Illustrationen von Le Quor Viet mit 1 sign. Original-Holzschnitt), ISBN 3-9803978-3-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.goethe.deGoethe-Institut 2006
  2. Beitext zur Leseprobe
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.goethe.deBegleittext des Goethe-Instituts
  4. Buchvorstellung des Marburger Literaturforum e.V.
  5. Programme du concert “Hồn thiêng sông núi” pour la fête nationale du Vietnam 2009 20/08/2009 "Les spectateurs pourront apprécier les douces mélodies d'oeuvres immortelles de musiciens célèbres du Vietnam telles que “Du kích sông Thao” de Dô Nhuân, “Hồn thiêng sông núi” de Nguyên Thiên Dao, “Căn thức” du boudhiste Ngô Minh Thom, “Bốn mùa” de Dang Huu Phuc. Et en première, le choeur “Đất nước”, paroles de Nguyễn Đình Thi, musique de Đặng Hữu Phúc, sera présenté au public."