Niğde (Provinz)

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Niğde
Nummer der Provinz: 51
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Über dieses Bild
Landkreise
Niğde districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 38° N, 35° O37.91583333333334.693611111111Koordinaten: 38° N, 35° O
Provinzhauptstadt: Niğde
Region: Zentralanatolien
Fläche: 7.318 km²
Einwohnerzahl: 337.553 (2011)
Bevölkerungsdichte: 46,1 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Alim Barut[1]
Sitze im Parlament: 3
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0388
Kennzeichen: 51
Website
www.nigde.gov.tr (Türkisch)

Niğde ist eine kleine, ländliche Provinz der Türkei in Zentralanatolien am südlichen Rand von Kappadokien. Ihre Hauptstadt ist das gleichnamige Niğde.

Die Provinz hat 337.553 Einwohner (Volkszählung 2011) auf einer Fläche von 7.318 km². Sie grenzt an die Provinzen Kayseri, Adana, Mersin, Konya, Aksaray und Nevşehir.

Die Einwohnerdichte beträgt 46,1 Einwohner/km². Das KFZ-Kennzeichen hat die Nummer 51.

Landkreise[Bearbeiten]

Die Provinz ist in folgende Landkreise (İlçe) untergliedert:

Geographie[Bearbeiten]

Niğde ist von drei Seiten vom Taurusgebirge mit dem Hasan Dağı (Berg Hasan) und dem Fluss Melendiz umgeben. Im Westen liegt die Ebene von Emen (Stadt im Distrikt Beyşehir in der Provinz Konya), die sich in die weite Ebene von Konya öffnet. Fruchtbare vulkanische Böden sind Grundlage einer ertragreichen Landwirtschaft. Es werden vor allem Äpfel und Kartoffeln angebaut.

Auf Grund der Höhenlage und der Berge hat die Provinz ein trockenes und kaltes Klima mit Schnee und kalten Nordwinden im Winter, praktisch ohne Niederschläge im Sommer.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet wird seit der Jungsteinzeit 8.000–5.500 v. Chr. bewohnt, wie Ausgrabungen von Grabhügeln im Bezirk Bor und Zinnminen im Bezirk Çamardı-Keste beweisen. Später siedelten dort die Hethiter für etwa 1000 Jahre bis 800 v. Chr.

Der Name Niğde entwickelte sich vom antiken Nakita oder Nahita und wurde zum ersten Mal als na-hi-ti-ia in einer luwischen Inschrift des Königs Saruanis erwähnt, die in Andaval gefunden wurde.[2] Danach kamen die Assyrer und Phryger, Griechen, Perser, Alexander der Große und die Römer, die beim heutigen Kemerhisar die Stadt Tyana mit ihren Palästen und Brunnen bauten.

Die römische Herrschaft bzw. das Byzantinisches Reich dauerte bis zur Eroberung durch die Seldschuken 1166. Bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts war Niğde eine der größten Städte in Anatolien, eine beeindruckende Zahl von Moscheen und Gräbern stammen aus dieser Zeit. Das Gebiet gehörte seit 1471 zum Osmanischen Reich und ab 1923 zur Türkischen Republik.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Niğde profitiert von der üppigen Landwirtschaft (besonders die Äpfel sind berühmt) und seiner Lage zwischen den wohlhabenden Provinzen Konya in Zentralanatolien und Adana am Mittelmeer. Die Touristenattraktionen von Kappadokien und die Flughäfen Kayseri und Nevşehir sind in der Nähe.

Wie Äpfel sind auch Kartoffeln, Kohl, Getreide und Rote Bete wichtige Agrargüter. Es gibt auch Milch- und Fleischwirtschaft, sowie Bienenhaltung und immer mehr Fischfarmen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Berge Aladağ und Bolkar im Taurusgebirge sind bekannte Wintersportgebiete und beliebte Kletter- und Treckingreviere im Sommer. Der Aladağ hat eine der beliebtesten Kletterrouten, die man von den Dörfern Demirkazık und Çukurbağ in Çamardı erreicht. Der Bolkar hat eine sieben Kilometer lange Skipiste, einen Kratersee und ist bekannt für seine reiche Blütenpracht im Frühjahr.

In Niğde finden sich viele alte Kirchen, Moscheen und in die Felsen gebaute Untergrund-Städte unter anderen Eski Gümüş, die antike Stadt Tyana und einige römische Wasserleitungen im Bezirk Bor. In der Hauptstadt steht das Archäologische Museum Niğde. Daneben gibt es warme Mineralquellen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niğde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite der Provinz
  2. Gelb, hethitische Hieroglyphen II 1935 pp. 17-18