Niccolò Sagredo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Girolamo Forabosco: Niccolo Sadredo
Giovanni Gai: Niccolo Sadredo

Niccolò Sagredo (* 18. September 1606; † 14. August 1676) war der 105. Doge von Venedig. Er regierte von 1675 bis 1676.

Familie[Bearbeiten]

Die Sagredo gehörten zu den neusten Familien, den case novisseme, die erst nach dem Chioggia-Krieg in den Kreis der Nobili aufgenommen worden waren. Sie führten ihren Stammbaum jedoch bis auf die Römer zurück. Er war ältester von acht Söhnen des Prokurators von San Marco Zaccaria Sagredo und der Paula Foscari, einer direkten Nachfahrin von Francesco Foscari. Von seinen zehn Geschwistern fielen zwei Brüder bei den Kämpfen um Candia (Kreta), ein Bruder war Patriarch von Venedig. Einer seiner Vorfahren zählt zu den Heiligen der Katholischen Kirche, Gherardo (Gellért), Abt des Benediktinerklosters San Giorgio, der 1046 in Ungarn den Märtyrertod erlitt.
Die Familie gehörte zu den reichsten Venedigs. Zum Zeitpunkt seiner Wahl besaßen sie neben einem Palast in der Stadt ausgedehnten Grundbesitz in Venetien, Istrien und Dalmatien.

Leben[Bearbeiten]

Sagredo galt als geschickter Diplomat und begabter Redner. Er hatte der Stadt als Diplomat und in Verwaltungsämtern gedient. Als Botschafter am spanischen Hof wurde er mit dem Titel eines Cavaliere ausgezeichnet.

Das Dogenamt[Bearbeiten]

Am 2. Februar 1675 wurde er im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit zum Dogen gewählt. Die Venezianer gewann er durch seine Großzügigkeit und seine karitative Tätigkeit für sich, so dass sein Tod nach wenig mehr als einem Jahr Regierungszeit sehr betrauert wurde. Er starb am 14. August 1676 und wurde in der Familienkapelle der Sagredo in der Kirche San Francesco della Vigna begraben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I Dogi di Venezia. Florenz 1983. ISBN 88-09-02881-3
  • Helmut Dumler: Venedig und die Dogen. Düsseldorf 2001.
Vorgänger Amt Nachfolger
Domenico II. Contarini Doge von Venedig
16751676
Alvise Contarini