Nicholas Kurti

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Nicholas Kurti CBE (ungarisch Kürti Miklós) (* 14. Mai 1908 in Budapest; † 24. November 1998 in Oxford) war ein ungarisch-britischer Tieftemperaturphysiker.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater, dessen Vorfahren bis zur Magyarisierung Karfunkel hießen,[1] war Bankier, starb jedoch bereits um 1911. Die Bank gewährte seiner Mutter, deren Vorfahren wohl aus Galizien stammten und sich in Abony niedergelassen hatten, eine Pension und beteiligte sich zur Hälfte an Nicholas Ausbildungskosten.

Er besuchte das Minta-Gymnasium seiner Heimatstadt. Da in Ungarn auch für Juden ein Numerus clausus galt, musste er seine weitere Ausbildung im Ausland fortsetzen. Sein Onkel Jozsef Pinter (urspr. Binder aus Abony, 1858-1928) war Elektroingenieur und Vizepräsident bei Tungsram in Budapest, und half ihm bei seiner Ausbildung. Nicholas wollte zunächst Chemie studieren, jedoch erklärte der Senior-Physiker Jakab Szentpeter ihm 1924, dass es schon zu viele Chemiker gebe, und zum Geldverdienen solle er angewandte Physik studieren. Mit einem Empfehlungsschreiben eines Wiener Professors ging er an die Sorbonne in Paris zu Paul Langevin, wo er seinen Master erwarb. Seinen Doktor in Tieftemperaturphysik erwarb er in Berlin bei Franz Eugen Simon. Nachdem Hitler an die Macht gekommen war, begleitete er Simon als Assistent ans Clarendon Laboratory der University of Oxford.

Im Zweiten Weltkrieg arbeitete er am Manhattan-Projekt. Mit Simon erarbeitete er Grundlagen für die Urananreicherung mittels Gasdiffusion. 1945 kehrte er nach Oxford zurück und heiratete im folgenden Jahr Giana, mit der er zwei Kinder hatte. Nachdem ihm und Simon 1956 in einem Laborexperiment die Abkühlung eines Stoffes auf eine Temperatur von einem Mikrokelvin gelungen war, wurde er Fellow of the Royal Society, deren Vizepräsident er 1965–1967 war.

Von 1967 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975 war er Professor der Physik in Oxford. Er hatte Gastprofessuren am City College of New York, an der University of California, Berkeley und am Amherst College in Massachusetts.

Er war ein Hobbykoch. Als um 1969 Mikrowellenöfen aufkamen, stellte er der Royal Society einen umgekehrten Baked Alaska (außen kalt und innen heiß) vor. Er begründete damit, wie er es nannte, gastrophysics (die Molekularküche).

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Giana Kurti: But the Crackling Is Superb : An Anthology on Food and Drink by Fellows and Foreign Members of the Royal Society; ISBN 0-85274-301-7

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J.H. Sanders: Nicholas Kurti, C.B.E. 14 May 1908 -- 24 November 1998: Elected F.R.S. 1956. In: Biographical Memoirs of Fellows of the Royal Society. 46, 2000, S. 299–315, doi:10.1098/rsbm.1999.0086.