Nicht-Spieler-Charakter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Nicht-Spieler-Charakter (abgekürzt NSC oder oft NPC von englisch non-player character) ist eine Klasse von Figuren, die in bestimmten Arten von Spielen verwendet wird. Die deutsche Übersetzung ist ein falscher Freund, korrekt wäre Nicht-Spieler-Figur. Der Begriff fasst prinzipiell alle in einer Geschichte vorkommenden Figuren zusammen, die nicht direkt von einem Spieler geführt werden. Im Bereich der Computerspiele werden vor allem diejenigen Figuren als NPCs bezeichnet, die sich dem Spieler gegenüber freundlich oder neutral verhalten, in Unterscheidung zu den vom Computer gesteuerten Gegnern oder Monstern.

In Pen-&-Paper-Rollenspielen werden NSCs vom Spielleiter, in Computerspielen nach den Prinzipien der künstlichen Intelligenz vom Computer gesteuert. In der darstellerischen Variante des Rollenspiels, dem LARP, werden NSCs durch Personen verkörpert.

Pen-&-Paper-Rollenspiele[Bearbeiten]

Bei den Pen-&-Paper-Rollenspielen sind Nicht-Spieler-Charaktere ein gestalterisches Element der virtuellen Welt, vor deren Hintergrund das Spiel stattfindet. Sie werden vom Spielleiter beschrieben und dienen der Vermittlung von Hintergrundinformationen. Den Spielern kann durch die Wahl des Sprachstils, der Beschreibung der äußeren Erscheinung und der Umgangsformen zwischen mehreren NSCs ein Eindruck ihres Umfeldes vermittelt werden. Im Vordergrund steht aber die Interaktion mit den Spieler-Charakteren. Diese erfüllt unterschiedliche Funktionen, z.B. die einfache Unterhaltung der Spieler (Verwicklung in Kämpfe, Streitgespräche, Legen falscher Fährten, Situationen, die ein Eingreifen der SCs erforderlich machen), die Vermittlung von Schlüsselinformationen (durch gezielte Ansprechpartner oder beiläufig aufgeschnappte Unterhaltungen) und auch das Vorantreiben des Handlungsstranges (durch lenkende Aktionen einer NSC-Figur, Offenbarung eines Widersachers, Eingreifen hoher Persönlichkeiten).

Live-Rollenspiele[Bearbeiten]

Im Live-Rollenspiel (LARP) werden Nicht-Spieler-Charaktere durch Personen verkörpert. Diese werden von der Spielleitung mit Hintergrundwissen und entsprechender Gewandung für ihre jeweilige Rolle versorgt und agieren in dem vorgegebenen Rahmen selbständig. Das Gegenteil des NSC ist der sogenannte Spieler-Charakter (kurz: SC, oder PC von player character), dessen Entscheidungen und Handlungen fast ausschließlich durch den Spielerwillen gelenkt werden. Im Live-Rollenspiel hat sich – hier vor allem bezogen auf die Darsteller – die Unterscheidung zwischen sogenannten Springer-NSCs und Festrollen etabliert. Während Festrollen-NSCs über einen längeren Zeitraum oder wiederkehrend in die Spielhandlung integriert sind, decken Springer-NSCs die kurzzeitig auftauchenden Figuren (Monster, Geisterscheinungen, „Passanten“ etc.) ab. Der Begriff spielt auf das Springen zwischen den verschiedenen Rollen je nach Bedarf an.

Computerspiele[Bearbeiten]

In Computerspielen treten NPCs im Unterschied zu den vor allem im Mehrspielermodus eingesetzten Bots nicht an die Stelle von menschlichen Spielern und haben daher meist nur eingeschränkte Aktionsmöglichkeiten. Im Einzelspielermodus kämpft der Spieler oft gegen verschiedene Arten von computergesteuerten Gegnern. Im Unterschied zu diesen haben die ebenfalls vom Computer gesteuerten NPCs vor allem eine narrative Funktion: Mit ihnen kann der Spieler beispielsweise Gespräche führen, Handel treiben (in Computer-Rollenspielen üblich) oder Aufträge bekommen, die den weiteren Verlauf des Spiels bestimmen. Manchmal müssen NPCs auch vom Spieler gegen Angriffe von Monstern geschützt werden oder durch gefährliche Gebiete eskortiert werden.

Sonstiges[Bearbeiten]

Außerhalb der Rollen- und Computerspiele sind NSC-ähnliche Anwendungen von gesteuerten Rollen möglich: In Computersimulationen (z. B. für Massenverhalten) nennt man diese Figuren auch virtuelle Agenten, wobei jeder Agent einem NSC entspricht, d. h. jeder NSC besitzt seine eigene Routine inkl. eigenem Verhalten.