Nick Herbert (Physiker)

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Nick Herbert Porträt

Nick Herbert (* 1937) ist ein US-amerikanischer Physiker und Esoterik-Autor.

Biografie[Bearbeiten]

Herbert studierte Physikingenieur an der Ohio State University und promovierte 1967 an der Stanford University in experimenteller Kernphysik. In den 1970er Jahren arbeitete er als Industriephysiker, unter anderem beim Schreibmaschinenhersteller Smith Corona (SCM) in Palo Alto (unter anderem über Modellierung von Tintenstrahl-Druck und Xerographie) und beim Speichermedien-Hersteller Memorex in Santa Clara. Zeitweise unterrichtete er auch als Assistant Professor of Physics am Monmouth College.

Bekannt wurde er vor allem Anfang der 1980er Jahre durch ein von ihm ersonnenes Gedankenexperiment, das es ermöglichte, Informationen entgegen den Lehren der Relativitätstheorie mit Überlichtgeschwindigkeit zu übertragen. Sein Vorschlag löste damals eine lebhafte Diskussion aus, da seine Argumentation schlüssig zu sein schien.[1] Er wurde denn auch in einer physikalischen Fachzeitschrift veröffentlicht.[2] Herbert nutzte in seinem Gedankenexperiment verschränkte Zustände und einen Quanten-Kopierer, der die perfekte Vervielfältigung eines quantenmechanischen Zustands erlauben sollte. Sollte Beobachter A am verschränkten Zustand eine Messung machen, konnte Beobachter B (mit Kopierer) an Messungen an den Kopien Aussagen über die Versuchsanordnung von A treffen und so Information mit Überlichtgeschwindigkeit übermitteln. Wojciech Zurek und William Wootters lösten das Problem schließlich mit dem No-Cloning-Theorem, das die Unmöglichkeit solcher perfekten Quantenkopierer zeigte.

Nach eigenen Angaben stammt von ihm auch der kürzeste Beweis des Bell-Theorems (drei Zeilen).[3]

Herbert ist seit den 1970er Jahren Teil der kalifornischen Esoterik-Kultur und wohnt in Boulder Creek nahe Big Sur. Damals fanden schon regelmäßig Workshops über den Zusammenhang psychischer Phänomene und Quantenmechanik[4] statt, u.a. mit Jack Sarfatti, Saul-Paul Sirag, Fred Alan Wolf, Fritjof Capra und beispielsweise in der „Fundamental Physics Group“ (die mit Physikern vom Lawrence Berkeley Laboratory ihren Ursprung hatte) und in Workshops im Esalen Institute in Big Sur, die über 10 Jahre liefen und in Esoterik-Kreisen großen Einfluss hatten.[5] Daraus entstand eine Welle populärer Bücher über diese Themen, beginnend mit Capra (Tao of Physics 1975)[6] und auch mit Beiträgen von Herbert (Quantum Reality 1985). Herbert organisierte später eigene Diskussionsgruppen. Er veröffentlichte auch Gedichtbände (Physics on all fours) und eine Quanten-Version von Alice im Wunderland.

Schriften[Bearbeiten]

  • Quantenrealität- Jenseits der neuen Physik, Birkhäuser 1987, Goldmann 1990 (englisch: Quantum Reality – beyond the new physics, Doubleday 1985)
  • Faster than light- superluminal loopholes in physics, Dutton 1988
  • Elemental Mind- human consciousness and the new physics, Dutton 1993
  • mit Bill Shanley: Alice zwischen den Welten, DVA 1999

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Dagmar Bruß „Quanteninformationstheorie“, Fischer
  2. Herbert „FLASH--A Superluminal Communicator Based upon a New Type of Quantum Measurement“, Foundations of Physics, Bd.12, 1982, S.1171.
  3. Herbert: „Cryptographic Approach to Hidden Variables“, American Journal of Physics, Bd. 43, 1975, S.315, „How to be in Two Places at One Time“, New Scientist Bd. 1522 , 1986, S.41 und in seinem Buch „Quantum Reality“ sowie hier Herbert „See Spot Run: A simple proof of Bell´s Theorem“
  4. größtenteils das EPR Paradox und Bell´s Theorem
  5. von verschiedenen Sponsoren finanziert, unter anderem dem Psycho-Guru Werner Erhard (früher Jack Rosenberg)
  6. sie lieferten auch „physikalische Nachhilfe“ für Autoren wie Gary Zukav „The dancing Wu-Li-Masters“