Nick Waplington

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Nick Waplington (* 1965 in Aden) ist ein englischer Fotograf.

Biografie[Bearbeiten]

Waplington wurde als Sohn eines Atomwissenschaftlers geboren. Er verbrachte die Jugend mit seiner Familie an unterschiedlichen Orten, bis er 1985 zu seinem Großvater nach Nottingham, einer alten Industriestadt in den East Midlands in England zog. Bereits als Schüler fotografierte er seine unmittelbare Umgebung, seine Freunde und Nachbarn und die Stadtlandschaft von Nottingham.

Seinen ersten Fotobildband „Living Room” veröffentlichte er 1991 bei Aperture. Hierfür verbrachte er seit 1986 viele Wochenenden in zwei Familien aus der Arbeiterklasse in Nottingham. Er nahm an deren Leben teil und dokumentierte ungeschönt das alltägliches Leben zwischen Chaos und Glück, in einer perspektivlosen Gesellschaft. [1] „Living Room“ erfuhr in den Bildbänden Weddings, Parties, Anything eine Fortsetzung.

Von 1993 bis 2000 entstand eine Fotoreportage über die Kleinstadt "Truth or Consequences" in New Mexico, die sich 1950 nach einer Radio- und TV-Show von Ralph Edwards nannte. Die Fotografien Waplingtons von den Alltäglichkeiten des Ortes mit dem ungewöhnlichen Namen und seiner umgebenden Landschaft, sind gleichzeitig Zitat und Hommage an die berühmten Fotografen des amerikanischen Alltagslebens Walker Evans, Edward Weston, Robert Frank oder William Eggleston „... Entstanden ist so ein Werk, das zwischen Provinz und Privatheit wechselt, zwischen fremdem Blick und eigener Wahrnehmung - ein Werk des Übergangs und ein großer Fotoessay über die Tiefenschichten unseres Bilderreservoirs." [2] Die Reportage ist in dem Bildband „Nick Waplington, Truth or Consequences” dokumentiert. [3]

1990 erhielt er den European Kodak Award und 1993 den ICP Young Photographer Award. 2001 nahm er an der 49. Biennale Venedig teil. Er lebt und arbeitet in London.

Bibliografie[Bearbeiten]

  • Living Room. Zweitausendeins, Berlin, 1991 (Texte von Richard Avedon und Gerhard Berger)
  • Other Edens. Aperture, New York 1994
  • The Wedding. Aperture, New York 1996 (Fortsetzung der Livingroom Serie, Text von Irvine Welsh)
  • Safety In Numbers. Booth Clibborn Editions, London 1997 (Text von Marc Sanders)
  • The Indecisive Momento. Booth Clibborn Editions, London 1998 (Text von Marc Sanders)
  • Truth or Consequences A Personal History of American Photography from the Last Century. Phaidon, London 2001 (Text von John Slyce)

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1990 Pomeroy Purdy Gallery, London
  • 1991 Burden Gallery, New York (auch 1997)
  • 1992 Philadelphia Museum of Art, Philadelphia
  • 1993 Museum für Photographie, Braunschweig
  • 1993 Royal Photographic Society, Bath
  • 1995 Billed Huset, Kopenhagen
  • 1996 National Museum of Photography, Bradford (Eng)
  • 1996 Cambridge Darkroom Gallery, Cambridge
  • 1999 Holly Solomon Gallery, New York
  • 1999 Dorothée De Pauw Gallery, Brussels
  • 2000 „Crimes and Suicides“, Palazzo Ferretto Rebecca Container Gallery, Genoa
  • 2002 Dorothée De Pauw Gallery, Brussels
  • 2003 Museum 52, London (auch 2004 und „Wax and Wayne“, 2006)
  • 2005 „You love Life“, Roebling Hall, New York (auch Trolley Books, London )
  • 2008 Whitechapel Art Gallery

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nick Waplington, Living Room, Aperture Foundation, 1991, ISBN 978-0-89381-481-6
  2. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. November 1991
  3. Nick Waplington, John Slyce (Einführungstext), Truth or Consequences, A Personal History of American Photography from the Last Century, Phaidon-Verlag, Berlin, 2001